Frauen-Regionalliga: Arminia feiert 10:1-Sieg gegen Siegen Die Rückkehr der Spielfreude

Bielefeld (WB). Arminias Frauen-Power hat sich zum ersten Mal in dieser Saison in einem zweistelligen Resultat Bahn gebrochen. Beim 10:1 (5:1) über die Sportfreunde Siegen erfreute sich Trainer Markus Wuckel an der Renaissance von Leichtigkeit und Spielfreude. Angesichts der Bielefelder Chancenfülle war der abstiegsgefährdete Gegner t mit den zehn Toren tatsächlich noch gut bedient.

Von Jörg Manthey
DSC-Abwehrchefin Symela Ciesielska (links) trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Die Polin markierte das 4:0.
DSC-Abwehrchefin Symela Ciesielska (links) trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Die Polin markierte das 4:0. Foto: Bernhard Pierel

Der entspannte Trainer Markus Wuckel sprach hinterher von einem »Knotenlöser. Die beiden Unentschieden davor waren für unsere ehrgeizigen Mädels ja fast schon eine kleine Katastrophe. Das spricht dafür, dass unsere Mannschaft hungrig ist. Wir hatten ja wahnsinnig viele Chancen.« Kamila Kmiecik leitete das Unternehmen Frustbewältigung bereits nach gut einer Minute ein. Ihr 1:0 war der Auftakt zu einem roten Offensivspektakel – annähernd 20 Arminia-Tore waren möglich.

Nachdem Karolina Bochra (14.) und Maxi Birker mit einem Lupfer (16.) das 3:0 besorgt hatten, sangen Fans vom »UEFA-Cup«. Dass Verena Lehnen die aufgerückte DSC-Deckung mit einem Konter zum 5:1 (43.) narrte, ärgerte Wuckel kolossal. Auch Werner Jöstingmeyer wirkte trotz der komfortablen Führung nicht restlos zufrieden. »Irgendwann müssen die zweiten Bälle auch mal den Weg ins Tor finden«, seufzte der Abteilungsleiter, der sich noch nicht ganz schlüssig ist, ob er für eine weitere Amtszeit bereit steht. Ihn nervten die zahlreichen Distanzschüsse, die »in Rücklage« weit übers Tor sausten.

22 Sekunden nach dem Wechsel veredelte Bochra eine Vorarbeit der eingewechselten Veweziwa Kotjipati zum 6:1. Den Nachholbedarf am Toreschießen sättigten Kamila Kmiecik vom Elfmeterpunkt (52., Foul an Thormählen), Tanja Thormählen per Kopf nach einer Ecke (56.), nochmal Kmiecik (74.) und Thalea Kiezewski (76.). Dazwischen mangelte es dem Zauberfußball einzig an der finalen Konsequenz; eine Vielzahl bester Möglichkeiten blieb ungenutzt.

Nach dem Projekt »Siegen gegen Siegen«, das mit nun 49 Punkten einen Ausbau der Tabellenführung auf vier Punkte vor dem 1. FC Köln II (45) und fünf auf Bocholt (44) zur Folge hatte, regis-trierte Wuckel einen Akt der Befreiung. »Wir haben Siegen von Beginn an in allen Belangen den Schneid abgekauft. Es waren richtig gute Sachen und wunderbar herausgespielte Tore dabei. Endlich auch mal über die linke Seite, die sonst unser Schwachpunkt ist.« Mal abgesehen von 20 mühsamen Minuten in der zweiten Hälfte. »Da haben wir es zu kompliziert durch die Mitte versucht.« Und auch Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer hatte bei bestem Frühlingswetter »einfach nur Spaß.«

Nicht zum Kader gehörte Romina Burgheim. Die war in die »Zwote« verbannt worden, nachdem sie eigenmächtig und ohne Absprache ein Probetraining bei Sparta Prag absolviert hatte. Wuckel verstand diese Maßnahme als »Denkzettel« und »letzten Schuss vor den Bug. Doch jeder hat eine zweite Chance verdient. Die sollte sie jetzt gnadenlos nutzen.« Prag hat übrigens Abstand von einer Verpflichtung der Bielefelderin genommen.

DSC Arminia: Klemmer – Schulte, Verlsteffen (46. Bender), Ciesielska, Thormählen, Liedmeier, Kmiecik, Preuß (46. Kotjipati), Kiezewski (78. Wiesner), Birker, Bochra.

Tore: 1:0 Kmiecik (2.), 2:0 Bochra (14.), 3:0 Birker (16.), 4:0 Ciesielska (30.), 5:0 Thormählen (36.), 5:1 Lehnen (44.), 6:1 Bochra (46.), 7:1 FE Kmiecik (52.), 8:1 Thormählen (56.), 9:1 Kmiecik (73.), 10:1 Kiezewski (76.).

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