Handball-Oberliga: TuS 97 ringt TuS Spenge ein 24:24-Unentschieden ab – Sebastian Kopschek nicht zu stoppen Meyer und Kovacs retten den Punkt

Bielefeld (WB). Stark gekämpft und sich dafür immerhin mit einem Bonuspunkt belohnt! Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat dem TuS Spenge am Abend im Nachbarschaftsklassiker der Handball-Oberliga nach einem 22:24-Rückstand noch ein verdientes 24:24 (10:8)-Unentschieden abgetrotzt.

Von Arndt Wienböker
Derby-Kampf mit Haken und Ösen: Jöllenbecks Leon Ludwigs (links) und Spenges Nils van Zütphen unterziehen ihre Trikots hier einem Reißtest. Am Ende trennten sich die beiden OWL-Nachbarn mit einem gerechten 24:24-Unentschieden.
Derby-Kampf mit Haken und Ösen: Jöllenbecks Leon Ludwigs (links) und Spenges Nils van Zütphen unterziehen ihre Trikots hier einem Reißtest. Am Ende trennten sich die beiden OWL-Nachbarn mit einem gerechten 24:24-Unentschieden. Foto: Thomas F. Starke

Spenge lag 57 Sekunden vor dem Abpfiff mit 24:23 vorn, hatte Auszeit und Ballbesitz. Marcel Ortjohann knallte den Ball jedoch an die Latte. Das Angriffsrecht wechselte. Noch 35 Sekunden und Überzahl für den TuS 97. Daniel Meyer übernahm Verantwortung und egalisierte nervenstark von Linksaußen; es war nach dem 21:22 und 22:23 sein dritter Treffer in der entscheidenden Phase. Mit einer schnellen Mitte erarbeitete sich der Gast nochmal die Chance zum Abschluss. Zsolt Kovacs kaufte Dennis Mathews mit einer finalen Parade, seiner 18., den Schneid ab.

Der Rest war blau-weiße Erleichterung. »Wir haben uns sehr schwer getan. Spenge war heute schlagbar. Dieser Punkt kann noch sehr wichtig für uns sein«, fasste TuS 97-Coach Sven-Eric Husemann den Krimi zusammen. Kollege Heiko Holtmann sah eine einzige »Katastrophe. Wir haben nur zehn Minuten Handball gespielt.«

1000 Zuschauer waren Zeuge einer von Beginn an umkämpften Partie. Jöllenbeck stellte eine überaus aggressive 6:0-Abwehrformation – mit einem bärenstarken Zsolt Kovacs dahinter. Der Ungar parierte direkt die ersten fünf Wurfversuche der Spenger. Beim OWL-Nachbarn war Torhüter Bastian Räber im Abschlusstraining umgeknickt; Michael Sarschizky aus der »Zwoten« rückte in den Kader. Auch der grippekranke Kreisläufer Marco Fillies fehlte.

9:4-Führung schmilzt dahin

Leon Ludwigs’ 1:0 sollte fünf Minuten lang das einzig Zählbare fürs Heimteam bleiben. Nach Zöllners 2:2 und 3:2 rollte der Jürmker Express. Zwei Gegenstoßtore in Folge von Nils Grothaus zum 5:2 zwangen TuS-Trainer Heiko Holtmann zu einer Auszeit (11.). Jöllenbeck enteilte gar bis auf 9:4 (16.), doch Spenge blieb dran – 9:7 (23.). Dem drittstärksten Angriff der Liga mangelte es gegen Jöllenbecks Beton aber an der nötigen Durchschlagskraft. Torminator Kovacs tat mit einem Dutzend Paraden ein Übriges, seinem Team den 10:8-Pausenvorsprung zu ebnen. Im Angriff überwogen hüben wie drüben zerfahrene Aktionen. Zieht man vier verwandelte Niehaus-Siebenmeter und zwei Grothaus-Konter ab, so glückten dem TuS 97 in Halbzeit eins bloß vier Treffer aus dem gebundenen Spiel heraus.

Mit den besseren Ideen zur Belebung der Offensive startete Spenge in den zweiten Durchgang. An alter Wirkungsstätte besorgte Linkshänder Sebastian Kopschek erst den 10:10-Gleichstand (32.) und Christoph Harbert das 11:10 für den Gast. Das Spiel entwickelte sich zu einem Duell auf Augenhöhe – 11:11, 12:12, 13:13. 14:14, 15:15. Spenge legte bis dahin stets vor, Jöllenbeck glich aus. Lukas Heins eroberte die Führung zurück (16:15, 43.) – es war das erste Kreisläufertor des Abends.

Der Ex-Jürmker Sebastian Kopschek beatmete Spenge mit drei Siebenmetertoren in Folge vom 17:19 zum 20:19. Nun war der Gast wieder am Drücker; auch, weil Kovacs’ Leistung inzwischen etwas abgeflaut war. Fortan lag das Heimteam stets mit ein bis zwei Toren im Rückstand. Lukas Heins und Daniel Meyer vollstreckten nach dem 22:24 noch zum Remis; Schlussakkord eines starken Willens. »Wir haben gegen die TSG und Spenge zwei Punkte geholt, die nicht eingeplant waren. Wenn wir so weitermachen, bleiben wir in der Klasse«, sprach Daniel Meyer sich und den Seinen Mut zu.

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