Handball-Oberliga: Jöllenbeck steht heute Abend gegen Spenge unter Zugzwang Ein Derby voller Brisanz

Bielefeld(WB). Derbyzeit in Jöllenbeck: Mit dem Heimspiel gegen den Nachbarn TuS Spenge läutet der abstiegsbedrohte TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck heute Abend (20 Uhr) den Endspurt in der Handball-Oberliga ein.

Von Arndt Wienböker
Am vorletzten Spieltag der Vorsaison setzte sich Jöllenbeck (hier mit Lukas Heins) 34:30 gegen Spenge durch. Heute werden die Karten neu gemischt. Während der TuS 97 im Abstiegskampf punkten muss, spielt Spenge um seine letzte Aufstiegschance.
Am vorletzten Spieltag der Vorsaison setzte sich Jöllenbeck (hier mit Lukas Heins) 34:30 gegen Spenge durch. Heute werden die Karten neu gemischt. Während der TuS 97 im Abstiegskampf punkten muss, spielt Spenge um seine letzte Aufstiegschance. Foto: Thomas F. Starke

Der Tabellenzwölfte trifft auf den Dritten: Für Spannung ist gesorgt, die Zuschauer dürfen sich auf ein Derby voller Brisanz freuen. »Wir stehen stark unter Zugzwang und brauchen noch mindestens vier Punkte aus den letzten vier Spielen.« So sieht die Hochrechnung von Jöllenbecks Sportlichem Leiter Thorsten Lehmeier aus. Auch TuS 97-Trainer Eric Husemann ist sich der Ausgangslage im Abstiegskampf bewusst: »Wir haben das schwerste Restprogramm und brauchen Punkte.«

Aktuell haben die Jürmker zwei Zähler Vorsprung auf den Vorletzten HSG Gevelsberg Silschede. Sollte Gevelsberg am Samstag das Kellerduell beim Rangelften HSG Augustdorf/Hövelhof gewinnen und Jöllenbeck heute gegen Spenge leer ausgehen, würde der TuS 97 auf einen Abstiegsplatz rutschen. Ein Szenario, mit dem sich die Jürmker lieber nicht beschäftigen. Husemann: »Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Gegen Spenge erwartet uns eine ganz schwere Aufgabe und wir sind auch nicht in der Pflicht, Spenge zu schlagen, aber wenn die einen schlechten Tag erwischen und wir an die Leistung aus dem TSG-Spiel anknüpfen können, sind wir in Reichweite.«

Spenge gehört zu den Top 3

Die TuS 97-Verantwortlichen hoffen, dass das 25:25 im Bielefelder Derby vor der Osterpause der Mannschaft neues Selbstvertrauen eingeflößt hat. »Wir werden mindestens so eine Leistung wie gegen die TSG brauchen, um Spenge knacken zu können«, prophezeit Eric Husemann. Auch »Moppel« Lehmeier schätzt den Nachbarn aus dem Kreis Herford stärker ein als den Stadtrivalen aus Heepen: »Spenge gehört ganz klar zu den Top 3-Teams der Liga und die werden im Derby bestimmt nicht Larifari spielen.«

Durch das 24:26 vor Ostern im Spitzenspiel gegen die Ahlener SG haben die Aufstiegsambitionen der Spenger zwar einen herben Dämpfer erhalten, aber trotz des Drei-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter VfL Gladbeck hat TuS-Trainer Heiko Holtmann das Thema Aufstieg noch nicht ad acta gelegt: »Es ist zwar schwierig, sich vom Kopf her noch einmal neu zu motivieren, aber abgerechnet wird zum Schluss. Vier Siege sind allerdings Grundvoraussetzung für uns, um noch eine Chance zu haben.«

1000 Zuschauer werden erwartet

Dass die Jürmker in einer derart prekären Lage stecken, hätte Holtmann »nicht für möglich gehalten. Das zeigt aber auch, wie ausgeglichen die Liga ist.« Im Gegensatz zu seinem Kollegen Eric Husemann (»Vielleicht ist bei denen die Euphorie ja etwas verflogen«), hofft Holtmann heute Abend auf eine top motivierte Spenger Mannschaft: »Jöllenbeck steckt im Abstiegskampf und wird alles reinwerfen. Wir sind zwar Favorit und nehmen diese Rolle auch an, aber wenn wir den Kampf nicht annehmen, geht das in die Hose. Es gibt keinen Schönheitspreis zu gewinnen.«

Beide Teams haben in den Osterferien durchtrainiert. Während Spenge von einer Grippewelle heimgesucht wurde (Kreisläufer Marco Fillies fällt heute aus), kann Jöllenbeck seine stärkste Formation aufbieten. Auch der angeschlagene Nils Grothaus steht für einen Einsatz bereit. Das Hinspiel ging mit 34:27 an Spenge, nun will der TuS 97 in der Rolle des Außenseiters überraschen. Eric Husemann: »Wir müssen das schnelle Spiel von Spenge unterbinden und uns in der Abwehr Sicherheit holen.« Dabei hoffen die Jürmker auch auf die Unterstützung von den Rängen. Thorsten Lehmeier: »Ich rechne mit einer vollen Halle und 1000 Zuschauern.«

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