Crosslauf-Europameisterschaft in Huyères: Deutsche U23-Junioren verpassen Medaille Starker Petros stürmt zu EM-Bronze

Bielefeld (WB). Fantastische Premiere im Nationaltrikot: Amanal Petros hat bei den 22. Europameisterschaften im Crosslauf in Huyères überraschend die Bonzemedaille im Wettbewerb der U23-Junioren gewonnen. Das hat vor ihm noch kein DLV-Läufer bei einer Cross-EM geschafft.

Von Jörg Manthey
TSVE-Ass Amanal Petros.
TSVE-Ass Amanal Petros. Foto: Thomas F. Starke

»Total toll. Ich bin überglücklich«, kleidete der TSVE-er seine Überwältigung in Worte. Petros musste sich bei seinem ersten internationalen Einsatz nach 8087 Metern in 23:29 Minuten lediglich dem britischen Sieger Jonathan Davis (23:32 min) und dem Spanier Carlos Mayo (23:35 min) beugen. Lohn einer perfekten Renneinteilung bei »fantastischem Wetter«, gab Petros froh zu Protokoll.

Die flache, harte Strecke mit einigen künstlichen Anstiegen war schnell zu laufen und kam ihm entgegen. Nach 2,4 Kilometern lag der Bielefelder noch auf Rang neun, ebenso nach fünf Kilometern (Durchgangszeit 14:41 min). In der letzten Runde übernahm Amanal Petros die Initiative, setzte sich in einem Pinienwald ab und wagte die Tempoverschärfung. Kurz vor Schluss wurde er von Davies und s Mayo überholt. Letztlich eilte Petros wohl zeitgleich mit dem zweiten Briten Marc Scott ins Ziel, wurde aber im Fotofinish aufs Podest gehoben. »Ich habe am Ende durch das laute Publikum etwas die Konzentration verloren und war nicht mehr sicher, in welcher Runde ich bin«, sagte der Bronzemann. »Amanal hat das ganz geschickt gemacht, sich immer in der Spitzengruppe aufgehalten und sich schön versteckt, um Körner zu sparen«, lobte Bundestrainer Jens Boyde den »historisch tollen Lauf für den Jungen. Erster Einsatz, und dann gleich eine Medaille.« Um nicht auf einen Schlussspurt angewiesen zu sein, suchte Petros frühzeitig die Entscheidung und sprengte die Gruppe. »Das hat er taktisch im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr gut gemacht«, lobte Boyde, der um Petros' hohes Niveau weiß. »Außerdem hat er sich mit Thomas Heidbreder sehr gut auf die EM vorbereitet.« Der SVB-Heimtrainer war gleichfalls über die Maßen stolz und glücklich ob der Medaille seines Schützlings.

»Amanal kann sein Abschneiden noch gar nicht so richtig fassen. Der wird noch eine Nacht brauchen, ehe er das verdaut hat«, schmunzelte Boyde. »Das ist eine tolle Motivation für ihn für 2016.«

So glücklich, wie der Bundestrainer über Petros’ Edelmetall war; geliebäugelt hatte er mit einer Team-Medaille. Schließlich war der letztjährige Mannschaftssieger Russland aufgrund der Dopingproblematik international gesperrt worden, und Boyde konnte seine stärksten Athleten aufbieten. Doch die Vertretungen aus Spanien, Großbritannien, Frankreich und Italien waren zu stark. Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen/23:55 min) wurde 13. Dahinter vervollständigten Marc Steinsberger (TV Zell a.N./24:19 min) als 30. und Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid/24:25 min) als 35. das deutsche U23-Quartett, das in der Team-Wertung auf Platz fünf kam.

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