Westfalenliga: VfL Theesen gibt im Derby ein frühes 2:0 aus der Hand – »Chief« Sadicki schnürt Dreierpack 5:2 – Fichte trotzt dem Horrorstart

Bielefeld (WB). Es war ein Westfalenliga-Derby, das richtig Spaß gemacht hat. Offenes Visier bei beiden Teams, zahlreiche Tormöglichkeiten, viel Tempo und am Ende durfte sich Gastgeber VfB Fichte über den ersten Heimsieg der Saison freuen – 5:2 (2:2) gegen den VfL Theesen.

Von Luis Langert
Timur Rieger und Clemens Bachmann herzen den am Boden liegenden Abubakari »Chief« Sadicki, der zum 5:2-Derbysieg des VfB Fichte über den VfL Theesen drei Tore beigesteuert hat. Es war der erste Heimsieg überhaupt in dieser Saison für Fichte.
Timur Rieger und Clemens Bachmann herzen den am Boden liegenden Abubakari »Chief« Sadicki, der zum 5:2-Derbysieg des VfB Fichte über den VfL Theesen drei Tore beigesteuert hat. Es war der erste Heimsieg überhaupt in dieser Saison für Fichte. Foto: Hans-Werner Büscher

Es saß noch nicht einmal jeder  der knapp 170 Zuschauer auf der Rußheide auf seinem Platz, da gingen die Gäste bereits in Führung. Vom Anstoß weg kam der Ball nach einigen Pässen auf links zu Michael Zech, der nach innen zog und den Ball nach nur wenigen gespielten Sekunden ins lange Eck legte –  0:1. Der VfB schien überhaupt nicht anwesend, denn nach dem folgenden Anstoß leistete sich der Gastgeber einen folgenschweren Fehlpass. Der Ball gelang zu Thies Kambach, den Niklas Wittmann nur per Foul stoppen konnte – Elfmeter! Der Gefoulte nahm sich den Ball und versenkte eiskalt ins linke untere Eck – 0:2 (3.). Es trat also genau das ein, was Fichtes Coach Yorck Bergenthal nicht wollte, nämlich früh in Rückstand zu geraten.

Doch die »Hüpker« schüttelten sich einmal kurz und schlugen in Minute 13 zurück. Clemens Bachmann bediente den wiedergenesenen Abubakari Sadicki, der mit einem trockenen Abschluss ins lange Eck den 1:2-Anschluss herstellte. Von da an war es ein packendes Derby –  auch geprägt von vielen Fehlpässen, die weitere Möglichkeiten zuließen. Dominik Neumann schlenzte die Kugel knapp am VfB-Tor vorbei, dann war es wieder Sadicki, der aus ähnlicher Position wie beim 1:2  jedoch am langen Pfosten vorbeischoss. Dann wieder Theesen: Kambach tauchte nach einem schlimmen Fehlpass frei vor Grützner auf, der parieren konnte. Nach einer guten halben Stunde hatte Sadicki wieder den Ausgleich auf dem Schlappen. Nach Flanke von David Schwesig drosch er den Ball jedoch freistehend übers Tor. Quasi mit dem Pausenpfiff traf der »Chief« wieder: Einen Einwurf von Timur Rieger verlängerte Bachmann per Kopf und Sadicki netzte per Flugkopfball zum 2:2 ein.

Nach der Pause wird der VfB noch dominanter

Nach dem Seitenwechsel nahm der VfB Fichte das Heft komplett in die eigene Hand. Baris Orhan scheiterte zunächst mit einem Dropkick, dann mit dem Hinterkopf nur um Zentimeter. Eine 2:1-Überzahl spielten Linus Brüggemann und Sadicki schwach aus. Den zweiten Ball bekam  Orhan, der von Janik Steffen gelegt wurde, doch die Pfeife blieb stumm. »Ein klarer Elfmeter«, meinte Orhan nach dem Spiel. In der 70. Minute dann die erstmalige Führung der Gastgeber. Orhan spielte einen Diagonalball auf Bachmann, der kurz nach innen zog und trocken ins kurze Eck zum 3:2 traf.

Das Spiel war nun komplett gedreht und Fichte wollte immer mehr. Zehn Minuten vor Schluss gelang dann auch das entscheidende vierte Tor. Der bärenstarke Orhan zog mehrere Theesener auf sich und steckte im richtigen Moment auf Sadicki durch, der vor Schönhagen cool blieb und einschoss. Den Schlusspunkt besorgte Orhan dann selber, als er nach einem Schuss von Nick Mdoreuli richtig stand und lässig zum 5:2-Endstand abstaubte.

»Dass wir nach diesem frühen 0:2 so zurückgekommen sind, ist aller Ehren wert.  Kompliment an meine Mannschaft«, war Yorck Bergenthal sichtlich zufrieden. Sein  Pendant Andreas Brandwein sah es so: »Fichte hat verdient gewonnen;  am Ende etwas zu hoch. Mit dem 3:2 hatten sie endgültig Oberwasser. Vorher war es lange sehr ausgeglichen, mit mehreren Chancen für uns.« Theesen   ist    nun Letzter, während Fichte auf Platz 12 geklettert ist.

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