Handball-Oberliga: TSG feiert souveränen 29:23-Heimsieg über Neuling Sundwig/Westig »Endlich eine Reaktion«

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat ihr Oktoberfest mit einem souveränen 29:23 (16:11)-Sieg über Aufsteiger HTV Sundwig/Westig flankiert. Für zusätzliche Gaudi im Heeper Dom sorgten  Patzer des  Spitzentrios. Das Feld in der  Handball-Oberliga ist nach dem sechsten Spieltag  noch enger zusammengerückt.

Von Jörg Manthey
Vorbildlicher Kämpfer in Angriff und Abwehr: TSG-Kapitän Carl-Moritz Wagner nutzte die Lücken am HTV-Kreis zu insgesamt acht Treffern. Den ordentlichen Sieg kommentierte er zurückhaltend: »Das ist kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen.«
Vorbildlicher Kämpfer in Angriff und Abwehr: TSG-Kapitän Carl-Moritz Wagner nutzte die Lücken am HTV-Kreis zu insgesamt acht Treffern. Den ordentlichen Sieg kommentierte er zurückhaltend: »Das ist kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen.« Foto: Thomas F. Starke

»Ich bin froh, dass die Mannschaft nach dem LIT-Spiel diese Reaktion gezeigt hat«, urteilte Trainer Michael Boy. »Sie hat das umgesetzt, was wir trainiert haben.« Phil Holland sah sich überwiegend einer Manndeckung ausgesetzt. Die konnte einige Male mit flotten Ballpassagen  ausgehebelt werden. Zwischenzeitlich versuchte der Gegner auch den agilen Mittelmann Lukas Schulz aus dem Spiel zu nehmen. Die Maßnahmen fruchteten nicht, weil der achtfache Torschütze Carl-Moritz Wagner jederzeit präsent  war und seine Räume am Kreis zu nutzen wusste,  auch Nils Prüßner im  rechten Rückraum  endlich  traf. Zudem habe sein Team »gefühlt ständig in Unterzahl spielen müssen«, empfand Gästetrainer Hendrik Ernst sein Team hier als »benachteiligt«.    Ein kleiner Seitenhieb auf die Unparteiischen Backwinkel/Winkelhane, denen er »komische Pfiffe« bescheinigte.

400 Zuschauer sehen Sieg

   
Vor etwa 400 Zuschauern ließ die TSG über 3:1 (6.), 7:3 (12.), 11:7 (20.) und 13:8 (25.) niemals Zweifel aufkommen. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter Max Conzen, der Urlauber Pascal Welge prima  vertrat, funktionierte.  Michael Boy würdigte, wie  Wagner vorne und hinten ackerte. »Er ist vorangegangen, wie es sich für einen Kapitän gehört. Aber das erwarte ich auch von ihm.«  Der Gelobte atmete auf: »Endlich eine Reaktion. So konnte das nicht weitergehen.« Wagners  Appell: »Keine Augenwischerei! Nach diesem Spiel darf keine Zufriedenheit einkehren. Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit zu oft falsche Entscheidungen getroffen.« Spätestens mit Phil Hollands   24:17   (46.)   stand der Sieger TSG fest. Über 27:19 (Wiese, 51.) wurden die Punkte sechs und sieben eingefahren. Der Wermutstropfen: Nach einem tollen Nachsetzen  zum Ball fiel Linksaußen Leon Prüßner auf die rechte Schulter. Die schwoll sofort an. Am Sonntag ging der 20-Jährige ins Klinikum Lippe.  Diagnostiziert wurde eine Einblutung und eine extrem starke Schwellung. »Aber gebrochen ist nichts«, hofft der zunächst bis Mittwoch krankgeschriebene Prüßner, dass der kommende  MRT-Termin   Bänderverletzungen ausschließt.

»Das war ganz solide«, freute sich Teammanager Matthias Geu-kes,  für den angeschlagenen Tobias Fröbel (Knie) im Kader, vor allem über ein gutes Spiel   Max Conzens. Der  Torhüter profitierte auch von der deutlichen Steigerung des Innenblocks. »Das war ein zurecht ungefährdeter Sieg. Jeder ist den Schritt mehr in die Breite und in die Tiefe gegangen. Das hatte zuletzt gefehlt«, sagte Moritz Schneider. Der kassierte wohl  mit dem Pausenpfiff seine zweite Zeitstrafe,   hielt  aber bis zum  Ende durch. »Wir haben unseren Stiefel runtergespielt. Jeder hat seine Aufgabe erfüllt. Sundwig fand  nicht so den Zugriff aufs Spiel, um uns gefährlich zu werden.«

»Diese Oberliga ist mindestens zwei Klassen stärker ist als die Verbandsliga«

Sundwigs Coach   merkte  einmal  mehr, dass »diese Oberliga mindestens zwei Klassen stärker ist als die Verbandsliga«. Seinem Team wollte er keinen Vorwurf machen. Ernst: »Wir  haben nicht versagt. Die TSG hat gut gespielt.«

So zahlte Michael Boy seine Trainer-Kiste (23 Gegentore) denn auch gerne – und formulierte eine Erwartungshaltung für  kommenden Samstag: »Die Mannschaft muss jetzt in Loxten zeigen, dass sie auch auswärts punkten kann.« Wagner schließt sich an: »Es kann nicht sein, dass wir auswärts immer bei Null anfangen. Wir müssen das Niveau mal halten.«

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