Handball-Oberliga: Jöllenbeck unterliegt Eintracht Hagen II mit 28:30 Abwehr findet keine Mittel

Bielefeld (WB). Kein Mal geführt und darum am Ende auch verdient verloren: Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat es durch die 28:30 (14:18)-Heimniederlage gegen VfL Eintracht Hagen II verpasst, sich in der Spitzengruppe festzusetzen.

Von Arndt Wienböker
Auch Jöllenbecks Rückraumspieler Benjamin Zöllner konnte die Heimniederlage gegen die Zweitliga-Reserve von Eintracht Hagen nicht abwenden.
Auch Jöllenbecks Rückraumspieler Benjamin Zöllner konnte die Heimniederlage gegen die Zweitliga-Reserve von Eintracht Hagen nicht abwenden. Foto: Thomas F. Starke

Als »sehr ärgerlich« empfand TuS 97-Trainer Walter Schubert die zweite Heimpleite der Saison; denn: »Trotz einer durchwachsenen Leistung wäre mehr möglich gewesen.« Doch da die Jöllenbecker Abwehr nicht die richtigen Mittel gegen einen körperlich robusten Gegner fand und Torwart Zsolt Kovacs diesmal nicht an seine Glanzleistungen aus den ersten vier Spielen anknüpfen konnte, liefen die Jürmker ständig hinterher.

Hagener Zweitliga-Reserve stark besetzt

In der Anfangsphase spielte Linkshänder Henning Kiel den Alleinunterhalter im TuS 97-Angriff. Kiel traf mit seinem dritten Treffer zum 4:4 (10.). Was zu diesem Zeitpunkt keiner ahnen konnte: Es sollte der letzte Jöllenbecker Ausgleich im gesamten Spiel gewesen sein. Die stark besetzte Hagener Zweitliga-Reserve – mit drei Spielern aus dem erweiterten Kader der ersten Mannschaft angetreten – stellte die Jürmker mit ihrem schnellen, schnörkellosen Angriffsspiel immer wieder vor Probleme. In der ersten Halbzeit bekam die Jöllenbecker 3:2:1-Abwehr vor allem das Kreisläuferspiel des Gegners nicht in den Griff. So wurde der für Kovacs zwischen die Pfosten gerückte David Weinholz von seinen Vorderleuten (zu) oft allein gelassen. Über 7:9 wuchs der Rückstand auf 10:15 (27.) an. Beim 14:18 wurden die Seiten gewechselt und Walter Schubert war bedient: »18 Gegentore in einer Halbzeit sind natürlich viel zu viel.«

Der Trainer reagierte und stellte seine Deckung auf eine 6:0-Formation um. Fortan konnte die Jöllenbecker Defensive die Anspiele an den Kreis weitestgehend unterbinden, doch Hagen II hatte andere Antworten parat. Vor allem der Halblinke Philipp Hinkelmann (sieben Tore) traf immer wieder aus der Distanz. Beim 18:23 (42.) schien die Partie bereits gelaufen, aber die Jürmker bewiesen Moral und gaben sich nicht auf.

Zöllner erzielt neun Tore

Neben Kiel glänzte nun Benjamin Zöllner als Vollstrecker. Sechs seiner insgesamt neun Tore erzielte der Halblinke in der zweiten Halbzeit. Zöllners Treffer zum 21:23 und 23:25 (46.) schürten neue Hoffnung. Als Daniel Meyer per Siebenmeter und Henning Kiel den 26:27-Anschluss herstellten (52.) und sich »Koko« Kovacs im Tor steigerte, schien die Wende möglich. Eine solche verhinderte jedoch ein verworfener Meyer-Siebenmeter – er scheiterte an VfL-Keeper Björn Minzlaff (55.). »Wenn wir da den Ausgleich machen, wäre vielleicht noch etwas drin gewesen«, haderte Walter Schubert. So aber zogen die Gäste auf 29:26 (59.) davon. Die offene Deckung am Ende brachte auch nichts Zählbares mehr ein. Nils Grothaus verkürzte 30 Sekunden vor Schluss zwar noch einmal auf 28:29, aber im Gegenzug machte Hagens Routinier Alex Katsigiannis mit dem 30. Treffer für die Gäste alles klar.

»Wir hätten den Gegner auf 25 Tore halten müssen, um zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Vielleicht hätte ich die Abwehr auch eher auf eine 6:0-Formation umstellen müssen«, bilanzierte Walter Schubert.

Mit 6:4 Punkten hat seine Mannschaft den Kontakt nach ganz oben zunächst einmal verloren. TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck: Kovacs, Weinholz (11. bis 30.) – Grothaus (2), Zöllner (9), Heins (1), Niehaus (1), Hofemeier (1), Poppe, Schulte (1), Ludwigs (4), Meyer (2/2), Kiel (7).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.