Mit 75 ist Schluss: Horst Schäfer hört nach 28 Jahren beim Sportbund auf – 32 Abzeichen bestanden Der Alleskönner und die Marillen

Bielefeld (WB). Hörst Schäfer liebt Marillen. Die wird er sich künftig im Supermarkt kaufen müssen. Seinen ehrenamtlichen Job als Reiseleiter, Dozent und Trainer beim Sportbund Bielefeld hängt der 75-Jährige nun an den Nagel.

Von Heiko Scholz
Horst Schäfer besitzt noch immer die Urkunde von seinem ersten Sportabzeichen. Inzwischen hat der 75-Jährige schon 32 Abzeichen angehäuft.
Horst Schäfer besitzt noch immer die Urkunde von seinem ersten Sportabzeichen. Inzwischen hat der 75-Jährige schon 32 Abzeichen angehäuft. Foto: Heiko Scholz

28 Jahre lang hat Horst Schäfer Rad- und Wandertouren begleitet, gab Kurse in diversen Ausdauersportarten und beteiligte sich als kreativer Geist bei der Gestaltung des Programms für den Sportbund Bielefeld. Zum Ende des Jahres soll endgültig Schluss sein. »Für die Nachfolge ist gesorgt«, gibt der pensionierte Postbeamte zu Protokoll.

Bei den vielfältigen Aufgaben, die Schäfer auch im hohen Alter noch übernommen hat, ist ein fließender Übergang keine Selbstverständlichkeit: Kurse fürs Joggen, Skilanglaufen oder Gymnastik hat der stolze Inhaber von 32 Sportabzeichen geleitet. Jahr für Jahr ging es zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Tour. Auch heute noch gerät Schäfer ins Schwärmen, wenn er sich an seine Lieblingstour entlang der Donau erinnert. »Ich habe immer darauf bestanden, dass wir einen Anhänger mitnehmen. Denn auf dem Rückweg haben wir dann kistenweise Marillen mitgenommen, roh oder verarbeitet.«

Feldhandball bei strömendem Regen

Bewegung plus Erlebnis lautet schon seit der Kindheit die Glücksformel im Leben des Horst Schäfer. Nach dem Kinderturnen startete der gebürtige Bielefelder seine Sportlerkarriere bei TuRa 06 als Handballer und Leichtathlet. »Ich habe noch im Winter und bei strömendem Regen draußen Feldhandball gespielt und später die Einführung des Hallenhandalls mitgemacht«, erinnert er sich.

1959 legte der spätere dreifache Hermannslauf-Finisher sein erstes Sportabzeichen ab. Von 1973 an engagierte sich der sportliche Alleskönner als Übungsleiter und Handballtrainer. Das Engagement für den Sportbund begann 1987 und vertiefte sich mit der Pensionierung. »Wegen der Privatisierung der Post bin ich mit 55 in den Vorruhestand gegangen. Ich hatte auf einmal sehr viel Zeit und suchte eine neue Aufgabe.«

Jost Rickert, Pädagogischer Leiter beim Sportbund, hat in den 28 Jahren mit Horst Schäfer zusammengearbeitet. Er schätzt die Kreativität, den Einsatz und den Vorbildcharakters seines scheidenden Mitarbeiters. »Horst Schäfer lebt den Sport. Er ist das beste Beispiel dafür, dass man auch im hohen Alter noch Freude an der Bewegung haben kann.« Schäfer habe stets gerne zu unkonventionellen Methoden gegriffen, erinnert sich Rickert: »Horst hat Laufseminare gegeben. Er hatte die Idee, sich von Schuhherstellern alte Modelle schicken zu lassen und hat diese dann während der Seminare aufgeschnitten.« So habe man sehen, können, wie sich die Bauart eines Schuhs auf die Laufbewegung auswirkt, pflichtet Schäfer erklärend bei.

Weiterhin sportlich

Seine eigenen Laufschuhe wird der Ausdauersportler noch nicht zerschnitten haben. Weiterhin dreht der 75-Jährige mit seiner Montagsgruppe fleißig Runden um den Obersee. Den Handball hat der Vater zweier Söhne dafür längst beiseite gelegt. An sein letztes Handballspiel kann sich Horst Schäfer aber auch heute noch erinnern. »Das war 1997 in Oldentrup mit dem TSVE. Da stand ich gemeinsam mit meinen Söhnen auf der Platte. Dieses sportliche Highlight werde ich nie vergessen.«

Horst Schäfer hat aktuell noch eine weitere Funktion inne. Jeden Mittwoch von 15 Uhr bis 18 Uhr arbeitet er als Prüfer für Sportabzeichen bei der BTG. Morgen ist am Brodhagen der letzte Termin vor der Winterpause.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.