Arminias U23 unterliegt Hamm 2:3 – erst Wechsel bringen Schwung – Kluge ein Totalausfall 30 Minuten reichen nicht

Bielefeld (WB). Bitterer Rückschlag für Arminias U23: Das Oberliga-Heimspiel gegen die Hammer SpVg. ging mit 2:3 (0:1) verloren. Und das, auch wenn es sich komisch anhören mag, weil die Unterstützung aus dem Profikader sich kontraproduktiv auswirkte.

Von Arndt Wienböker
An Peer Kluge, einer von fünf Profis in der Startelf von Arminias U23, lief das Spiel völlig vorbei. Nach einer Stunde war Schluss für Kluge. Erst mit der Einwechslung der U23-Führungsspieler André Kording und Nico Schneck nahm das Bielefelder Spiel Fahrt auf.
An Peer Kluge, einer von fünf Profis in der Startelf von Arminias U23, lief das Spiel völlig vorbei. Nach einer Stunde war Schluss für Kluge. Erst mit der Einwechslung der U23-Führungsspieler André Kording und Nico Schneck nahm das Bielefelder Spiel Fahrt auf. Foto: Bernhard Pierel

In Samir Benamar, Marco Hober, Björn Jopek, Steffen Lang und Peer Kluge standen fünf Spieler aus dem Zweitligakader in der Bielefelder Startformation. Das hatte wegen der U23-Altersregelung zur Folge, dass Kapitän André Kording und Spielgestalter Nico Schneck zunächst auf die Ersatzbank mussten. Die »Order von oben«, sie wirkte sich lähmend auf das Spiel von Arminias U23 aus. »Wir waren viel zu passiv, zu langsam im Spielaufbau und mangelhaft im Zweikampfverhalten«, kritisierte Daniel Scherning. Und der Trainer legte nach: »Ich bin absolut enttäuscht von der Mannschaft, die da eine Stunde auf dem Platz gestanden hat. Einige sollten sich mal hinterfragen, was sie da gemacht haben.« Namen nannte Scherning zwar nicht, aber die Kritik ging in erster Linie an die Adresse von Peer Kluge, der auf der Sechserposition maßlos enttäuschte und – in Sportlersprache ausgedrückt – nur sein Trikot spazieren trug. Die anderen Profi-Leihgaben konnten unter den Augen von Profi-Co-Trainer »Effi« Kompodietas zwar auch keine Akzente setzen, aber ein gewisses Bemühen war ihnen zumindest nicht abzusprechen.

Nach einer Stunde hatte Daniel Scherning genug gesehen. Er nahm einen Dreierwechsel vor, brachte seine U23-Führungsspieler André Kording und Nico Schneck auf den Platz – dafür mussten Kluge und Benamar weichen. Und plötzlich bekam das Bielefelder Spiel Struktur und nahm Fahrt auf. »Mit den Einwechslungen haben wir Mentalität auf den Platz bekommen«, meinte Orkun Tosun treffend.
Das Problem war, dass Arminias U23 zu diesem Zeitpunkt bereits 0:2 in Rückstand lag. Ouly Hugues Fortune Magouhi hatte die aggressiven und lauffreudigen Gäste in der 25. Minute zur hoch verdienten Führung geschossen. Da hätte Arminia auch schon höher zurückliegen können, aber Cakiroglu traf mit einem 35-Meter-Hammer nur den Pfosten (12.) und DSC-Keeper Christopher Balkenhoff rettete zweimal mit dem Fuß gegen Magouhi (13.) sowie Höfler (19.). Trotz der spielerisch enttäuschenden Leistung kamen aber auch die Arminen zu drei Chancen. Marco Hober verzog im Strafraum (23.), Almir Kasumovic scheiterte freistehend vor SpVg.-Keeper Manuel Lenz (37.) und Khalil Kleit schoss am langen Pfosten vorbei (45.).

Als Michael Kaminski nach der Pause mit einem Kopfball auf 2:0 für Hamm erhöhte (50.), schien die Partie gelaufen, zumal die Gäste zu weiteren Gelegenheiten kamen und ein strukturiertes Bielefelder Spiel weiterhin nicht stattfand. Nach dem 0:3 durch Serdar Yigit, der einen Konter mit einem Heber über Balkenhoff hinweg abschloss, verließen bereits die ersten Zuschauer die Rußheide (70.).

Sie verpassten den (zu) späten Bielefelder Neustart, der mit der Hereinnahme von Kording, Schneck und Papadopoulos begonnen hatte. Arminia war plötzlich da, machte Tempo und spielte sich Chancen heraus. »Ab der 60. Minute war es die Mannschaft, die mir gefällt, aber 30 Minuten reichen nicht«, meinte Scherning. Der gefrustete Kapitän André Kording drückte es so aus: »Jeder hat gesehen, was passiert ist, als wir reingekommen sind.«

Nachdem Jopek mit einem Distanzschuss an Lenz gescheitert war und Leon Rinke per Kopf nur die Latte getroffen hatte, drückte Orkun Tosun das Leder zum 1:3 über die Linie (72.). Rinke hätte freistehend weiter verkürzen können (83.). Das besorgte Kording wenig später nach einem Eckball von Jopek – nur noch 2:3 (86.). Doch die Zeit lief davon. Ein Kopfball, der zur Ecke geklärt wurde, war die letzte Bielefelder Chance auf etwas Zählbares. In der Nachspielzeit parierte Balkenhoff noch einen von Hober verursachten und Höfler geschossenen Foulelfmeter, aber das nutzte auch nichts mehr.

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