Drei Asylsuchende aus Albanien und Ghana zum Probetraining im Arminia-Nachwuchsleistungszentrum Wenn der Fußball zur Chance wird

Bielefeld (WB). 1:0 für eine aktive Willkommenskultur. Drei Asylsuchende haben am Mittwochvormittag ein Probetraining beim DSC Arminia Bielefeld begonnen.

Von Jörg Manthey
Flüchtlinge im DSC-Probetraining, von links: Elidan Bilali, U 23-Trainer Daniel Scherning, Erion Bilali und Brian Andy Aklie.
Flüchtlinge im DSC-Probetraining, von links: Elidan Bilali, U 23-Trainer Daniel Scherning, Erion Bilali und Brian Andy Aklie. Foto: Peter Unger

Brian Andy Aklie aus Ghana und der Albaner Elidan Bilali, ein Linksfuß, sind alterstechnisch Kandidaten für die U23-Mannschaft, den Oberligaprimus. Der 15 Jahre alte Erion Bilali (Albanien) könnte im U16-Team unterkommen, das in der Jugend-Landesliga spielt. Das Trio nahm gestern Vormittag zunächst an Einheiten des Förderkaders teil.

Für die 16 Leute (aus U 19 und U 23) standen individuelle Abläufe auf dem Programm. »Koordinative Sachen, technische Übungen, Passformen, Torabschlüsse«, gibt U 23-Trainer Daniel Scherning einige Inhalte wider – und bleibt zurückhaltend. »Es ist zu noch früh, Konkretes zu sagen.«

Nachmittags stand Teamtraining an. Die drei Asylbewerber aus Ghana und Albanien waren ursprünglich untergebracht in Rees, bis sie nach Ostwestfalen weiterbefördert wurden. »Alle drei werden erstmal ganz normal bei uns mittrainieren. Dann sehen wir weiter und entscheiden, ob wir die Spieler in die Teams integrieren«, erklärt Arminia-Sprecher Tim Santen.

Perspektive statt Ungewissheit

»Entdecker« des Trios war der Freizeitpädagoge Chris Terhart, der die Flüchtlinge in der Unterbringungseinrichtung in Rees betreut hatte. »Das sind drei echte Granaten, die auch im deutschen Fußball eine Chance verdient haben«, hatte der gemeint. Nun erhalten sie beim DSC diese Chance; Perspektive statt Ungewissheit.

Ganz im Sinne von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. »Unsere Fußballkultur ist bunt und bietet allen Menschen eine Heimat. Dass der Fußball keine Unterschiede zwischen Kulturen, Religionen und Sprachen macht, ist Teil seiner Stärke und Faszination.« Fußball sei ein wichtiger Beitrag, Leichtigkeit in den Alltag von Flüchtlingen zu bringen.

Bei allem Wohlwollen zum Helfen gibt Daniel Scherning doch einen einschränkenden Unterschied zu bedenken. »Wir sind kein Breitensportverein. Grundsätzlich kommt es bei uns auf Leistung an. Wir sehen uns die Jungs an, bewerten die fußballerische Qualität und entscheiden dann, ob sie uns weiterhelfen.«

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