Golfprofi Julian Kunzenbacher spielt in München erstmals gegen die Weltstars Kaymer & Co. Auf der ganz großen Bühne

Bielefeld (WB). Seit Donnerstag Nachmittag ist es offiziell, aber der Bielefelder Julian Kunzenbacher kann immer noch ruhig schlafen: Der 22-jährige Profi vom Golfclub Teutoburger Wald wird erstmals bei einem  Turnier der European Tour gegen Weltstars wie Martin Kaymer und Henrik Stenson antreten. Am 25. Juni steht er bei den BMW International Open in München-Eichenried am Abschlag.

Von Gunnar Feicht
Julian Kunzenbacher freut sich auf den Leistungsvergleich mit den besten deutschen Profis wie Marcel Siem und Martin Kaymer. In München trifft der Mann vom Haller Golfclub auf Cracks der Weltklasse.
Julian Kunzenbacher freut sich auf den Leistungsvergleich mit den besten deutschen Profis wie Marcel Siem und Martin Kaymer. In München trifft der Mann vom Haller Golfclub auf Cracks der Weltklasse.

»Ich freue mich. Super, dass ich dabei bin. Das ist ein Riesending.« Dank seiner Leistungen bei Pro-Golf- und auf der Challenge-Tour-Turnieren,   der »2. Liga« der internationalen Golf-Profis, hat sich Kunzenbacher im nationalen Wildcard-Ranking weit nach vorne gespielt. So weit, dass er die  Kategorie  mit den Plätzen für die deutschen Nachwuchs-Pros  anführt und die Startberechtigung für das größte Golfturnier Deutschlands erlangt hat. Sport1 wird im frei empfangbaren TV live übertragen, bei den BMW Open kassiert der Sieger 330 000 Euro Preisgeld, die Flights der  Topspielern werden von hunderten von Zuschauern begleitet: Der Bielefelder debütiert auf der ganz großen Bühne des Golfsports. Aber Lampenfieber hat er nicht: »Vielleicht werde  ich am ersten Abschlag etwas nervöser sein als sonst. Doch große Probleme mit Nervosität – nein. Je mehr Turniere auf der Challenge-Tour man spielt, desto besser gewöhnt man sich  an viele  Zuschauer und neue  Begleiterscheinungen.«

2014 war Kunzenbacher fast ausschließlich in der »3. Liga«, auf der Pro-Golf-Tour unterwegs, gewann in Hamburg-Adendorf   sein erstes Profi-Turnier. Dafür kassierte er 5000 Euro. Ein Betrag, der in München für Plätze zwischen 50 und 60 ausgezahlt wird. Auch dieser Vergleich unterstreicht, dass der Jungprofi jetzt in eine neue Dimension vorstößt. Es zählt zu den Eigenheiten des Golfsports, dass   Newcomer auf der ganz großen Bühne auf Anhieb überraschen können, wenn sie in den vier Turnierrunden konstant   Bestform erreichen: »Wenn ich richtig gut spiele, ist sogar ein Top-Ten-Platz keine Utopie. Aber die Leistungsdichte auf der European-Turnier ist   extrem hoch. Wenn du da   einen schlechten Tag erwischst und drei, vier Schläge über Platzstandard bleibst, wirst du gnadenlos durchgereicht«, weiß Kunzenbacher.

Das Ereignis in München ist mit insgesamt zwei Millionen Euro dotiert. Ein Top-Ten-Ergebnis würde die Einladung zum nächsten European-Tour-Turnier nach sich ziehen. Und herausragende Leistungen vor TV-Kameras machen neue Sponsoren aufmerksam: Der Start in Eichenried bietet große Chancen, erzeugt aber auch einen gewissen Druck. Julian Kunzenbacher will den nicht an sich heranlassen. »Ich habe mich in den letzten Wochen in eine sehr gute Form gebracht und  will erst mal Erfahrung sammeln und schauen, wie’s die ganz Großen machen.«

Dabei kann ihm sein Coach Ralf Berhorst als Caddie wertvolle Tipps geben: Der hat selbst auf der European Tour und auch schon in München gespielt. Die ersten fünf Challenge-Turniere der Saison sind für Julian Kunzenbacher ordentlich, aber nicht überragend verlaufen: Nachdem er wegen   eingeschränkter  Trainingsmöglichkeiten im Winter zunächst Probleme beim Putten und mit dem kurzen Spiel hatte, schaffte er bei fünf Turnieren bisher dreimal den Cut der besten 60 und belegte in Kärnten, Kopenhagen und Luzern (Schweiz) jeweils Plätze zwischen 40 und 45.

www.julian-kunzenbacher.de

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