VfB das zweitbeste Rückrundenteam der Westfalenliga – Landesligist Wellensiek verlässt die Abstiegsplätze  Fichte holt sich Sicherheit zurück 

Bielefeld (WB). Statt der geplanten Doppelschicht war Daniel Scherning am Sonntag nur einmal im Einsatz. Das, was er und sein Co-Trainer Carsten Rump beim Westfalenpokal-Aus von Arminias U19 in Verl (0:1) sahen, passte ihm genauso wenig wie der Spielausfall von Arminias U23 in der Oberliga.

Von Arndt Wienböker, Daniel Keller
Auf dem Vormarsch: Volkan Ünal und Westfalenligist VfB Fichte haben im Jahr 2015 alle Neune abgeräumt.
Auf dem Vormarsch: Volkan Ünal und Westfalenligist VfB Fichte haben im Jahr 2015 alle Neune abgeräumt. Foto: Thomas F. Starke

 Da der Rasenplatz im Ahlener Wersestadion bereits am Freitag gesperrt worden war, fiel das Spiel beim Spitzenreiter ins Wasser. Das hatte für Ahlen übrigens den Verlust der Tabellenführung zur Folge. Der TuS Erndtebrück setzte sich durch ein 4:0 in Sprockhövel an die Spitze – Ahlen hat allerdings zwei Spiele weniger absolviert. Arminias U23 (Scherning: »Wir hätten gerne am Sonntag in Ahlen gespielt«) rangiert mit 29 Punkten jenseits von Gut und Böse auf Platz zehn. Im Heimspiel am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen Roland Beckum soll dann die 30er-Marke geknackt werden.

 Gals Arminia-Ausflüge

 Das Trainergespann Scherning und Rump hat in seiner Doppelfunktion (U23 und U19) alle Hände voll zu tun. Bei den Übungseinheiten am Mittwochmorgen erhalten sie regelmäßig Unterstützung durch Istvan Gal. Der Ex-Coach des TuS Dornberg und jetzige Co-Trainer des SC Herford macht das aus eigenem Antrieb. Gal: »Ich halte Daniel Scherning für einen der besten Trainer in der Region. Seine Spielphilosophie deckt sich mit meiner. Außerdem verstehen wir uns gut.« Auch seine Co-Trainer-Tätigkeit in Herford sei ehrenamtlicher Art. »Ich mache das freiwillig. In Herford sind sie zufrieden mit meiner Arbeit.« Zur neuen Saison möchte der Ungar dann gerne wieder als hauptverantwortlicher Trainer an der Seitenlinie stehen. »Es gibt einige Anfragen«, versichert A-Lizenz-Inhaber Istvan Gal, der im nächsten Jahr seinen Fußball-Lehrer machen möchte. Das Kapitel TuS Dornberg ist für ihn abgeschlossen. Gal: »Mehr möchte ich dazu nicht sagen.«

 Fehler werden bestraft

 Fakt ist, dass Dornberg unter Gals Nachfolger David Odonkor noch keinen Punkt geholt hat und auf Abstiegsplatz 14 in der Westfalenliga gestürzt ist. Der Rückstand ans rettende Ufer beträgt drei Punkte. »Wir werden durch unsere eigenen Fehler bestraft. Das müssen wir abstellen«, klagte Ex-Nationalspieler Odonkor nach dem 0:2 im Kellerduell in Maaslingen. Saliou Abou verursachte den Elfmeter, der zum 0:1 führte. Zu allem Überfluss sah Sergej Rempel, der nach seiner Verbannung in die zweite Mannschaft sein Startelf-Debüt gegeben hatte, auch noch die Rote Karte, die nach Meinung der Dornberger allerdings zu Unrecht ausgesprochen wurde. »Das war eine Frechheit. Er wollte sich aus einer Umklammerung befreien«, urteilte Hans-Werner Freese. Der Dornberger Manager sieht nun schweren Zeiten entgegen: »Wir haben in Maaslingen ein Sechs-Punkte-Spiel verloren. Da gibt es nichts zu beschönigen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die körperliche Fitness bei dem einen oder anderen zu wünschen übrig lässt.« Das gilt es schleunigst abzustellen, denn bereits am Donnerstag (19.30 Uhr) wartet das Heimspiel gegen den Tabellenachten Victoria Clarholz.

 VfB stabilisiert sich

 Die Mannschaft der Stunde in der Westfalenliga ist der VfB Fichte. Der Last-Minute-Sieg gegen Vreden, den Liga-Toptorjäger »Chief« Sadicki mit seinem 15. Saisontreffer perfekt machte, war der dritte Dreier in Folge. In der Rückrundentabelle belegt der VfB mit 10 Punkten Platz zwei hinter SV Schermbeck. Die gleiche Bilanz wies der VfB übrigens zu Beginn der Saison auf. »Ich hoffe, dass wir jetzt noch was draufpacken können. Der Start ins Jahr gibt uns jedenfalls viel Selbstvertrauen«, freut sich Trainer Yorck Bergenthal, der die große Kompaktheit als Schlüssel zum Erfolg anführt: »Wir haben im Winter hart gearbeitet und uns eine neue Form von Sicherheit geholt, die gegen Ende der Hinrunde etwas verloren gegangen war.« Als Tabellensiebter hat der VfB nun zehn Punkte Vorsprung auf Dornberg und den ersten Abstiegsplatz. Bergenthal: »Unmittelbaren Druck haben wir nicht, aber jetzt geht es darum, sich weiter zu stabilisieren.« Nächste Gelegenheit dazu besteht am Ostermontag im Auswärtsspiel bei Viktoria Heiden. Ob Abwehrchef Ivica Ivicevic dann mitwirken kann, bleibt abzuwarten. Er zog sich gegen Vreden eine Muskelverletzung zu.

 Quartett kämpft um Titel

 Der VfL Theesen hat durch das 0:1 in Delbrück, der ersten Niederlage des Jahres, den Kontakt zu Spitzenreiter SC Paderborn II auf drei Punkte abreißen lassen müssen. Aufgrund der schlechten Platzbedingungen und der defensiven Spielweise des Gegners wollte Trainer Andreas Brandwein seiner Elf aber keinen Vorwurf machen: »Wir hatten ein klares Übergewicht. Es spricht auch für uns, dass eine Mannschaft wie Delbrück gegen uns mit Mann und Maus verteidigt.« In der chancenarmen Partie hatte Brandwein schon früh das Gefühl, dass die Mannschaft gewinnt, die das erste Tor schießt. »Mit Fußball hatte das Spiel nicht viel zu tun. Die Partie war von Standardsituationen und langen Bällen bestimmt.« In der Westfalenliga kämpft mittlerweile ein Quartett um den Aufstieg in die Oberliga. Der SC Paderborn II (40 Punkte), der am Wochenende mit 2:0 gegen Viktoria Heiden gewann, führt die Tabelle vor dem SV Schermbeck (39), Preußen Münster II (38) und Theesen (37) an. VfL-Trainer Andreas Brandwein glaubt, dass der SV Schermbeck am Ende die Nase vorne hat. »Eine ganz routinierte Truppe«, lobt Brandwein. Während Theesen am Ostermontag den abstiegsbedrohten 1. FC Gievenbeck empfängt, kommt es schon am Samstag zum direkten Duell zwischen Paderborn II und Schermbeck.

 Wellensieker Kampfgeist

 Große Erleichterung herrscht bei Landesligist VfR Wellensiek. Durch den 1:0-Heimsieg gegen Steinhagen konnte ein Abstiegsplatz verlassen werden. VfR-Trainer Rolf Fritz freute sich vor allem über die Art und Weise, wie seine Elf die drei Punkte am Rottmannshof behielt: »Alle Spieler haben vollen Einsatz gezeigt. Das war genau der Kampfgeist, den ich die ganze Woche beschworen habe.« Durch die Verletzung von Tilo Hauser, der bereits nach 14 Minuten ausgewechselt und von einem Krankenwagen abgeholt werden musste, hat sich die Personalsituation beim VfR allerdings weiter verschlechtert. Da auch Robin Welge mit einer Zerrung fehlte, musste Rano Sabir nach Hausers Verletzung auf der ungewohnten Rechtsverteidiger-Position aushelfen.

 Schweigeminute

 Bevor am Rottmannshof gespielt wurde, bat Schiedsrichter Riza Oeztürk zusammen mit seinen Assistenten Volker Reck und Torsten Salomon die 22 Akteure am Mittelkreis zu einer Schweigeminute zusammen. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen hatte die Vereine unter der Woche gebeten, vor den Spielen der Opfer der Flugzeug-Katastrophe in Frankreich zu gedenken.

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