Trainer Scherning hofft auf Reifeprozess – Dornbergs Manager Freese sieht »halbherzigen Fußball«  Arminias U23: Aus Niederlagen lernen 

Bielefeld (WB). Es war nicht der Sonntag des DSC Arminia: Die Profis verlieren 0:2 beim VfB Stuttgart II, die Amateure kassieren eine 0:1-Heimpleite gegen SuS Stadtlohn. Rühmliche Ausnahme bildeten die Westfalenliga-Frauen, die ihre Spitzenposition durch einen 13:0-Kantersieg gegen Fortuna Freudenberg weiter ausbauten.

Von Arndt Wienböker
Einen Schritt voraus: Stadtlohns Markus Krüchting kommt in dieser Szene gegen Cihan Bolat herangeflogen. Krüchting war es auch, der die 0:1-Heimniederlage von Arminias U23 besiegelte, als er von einem individuellen Fehler der Bielefelder profitierte.
Einen Schritt voraus: Stadtlohns Markus Krüchting kommt in dieser Szene gegen Cihan Bolat herangeflogen. Krüchting war es auch, der die 0:1-Heimniederlage von Arminias U23 besiegelte, als er von einem individuellen Fehler der Bielefelder profitierte. Foto: Bernhard Pierel

 Arminias U23-Trainer Daniel Scherning fand aber nicht alles schlecht, was er gegen Stadtlohn gesehen hatte. »Die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist, war in Ordnung. Wenn wir in Führung gehen, nimmt das Spiel wahrscheinlich auch einen anderen Verlauf.« Chancen dazu waren da, sehr gute sogar. Aber Christoph Fork, der Teufelskerl im Stadtlohner Tor, verhinderte gleich mehrfach mit starken Paraden gegen Nujin Hassan, Leon Rinke und erneut Hassan eine frühe Bielefelder Führung.

 DSC II zu kopflos

 So gewann der Gegner mit zunehmender Dauer die Spielkontrolle und als Charalampos Chantzopoulos mit einem unnötigen Ballverlust unfreiwillig den Weg zum 0:1 durch Markus Krüchting bereitete (56.), fehlten den Arminen die Mittel, um den gegnerischen Riegel zu knacken. Erst kurz vor Schluss bot sich Khalil Kleit nach Zuspiel von Bashkim Renneke, einzige Leihgabe aus dem Profikader, die Chance zum Ausgleich – Endstation war, na klar, Keeper Fork. »Wir haben nach dem Rückstand zu kopflos auf dem Platz agiert. Gegen einen so kompakten Gegner wie Stadtlohn tun wir uns schwer. Das ist ein Lernprozess, den die junge Mannschaft durchmacht«, analysierte Daniel Scherning. Kapitän André Kording gab zu: »Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht mehr in der Lage, das Spiel zu gewinnen.« Einfacher wird die kommende Aufgabe mit Sicherheit nicht, denn am Sonntag geht's für Arminias U23, die nach der zweiten Niederlage in Folge auf Platz zehn abgerutscht ist, zum Oberliga-Spitzenreiter Rot-Weiß Ahlen.

 Dornberg bleibt harmlos

Beim Westfalenligisten TuS Dornberg hatte man sich den Start ins neue Jahr nach dem Trainerwechsel von Istvan Gal zu David Odonkor ganz anders vorgestellt. 1:4 beim VfB Fichte, 0:2 gegen den SC Herford, Abstiegsplatz 14: So lauten die ernüchternden Zahlen. Vor allem in der Offensive hatten sich die Dornberger durch die Winterzugänge von Mert Bozkurt und Ferhat Kurtulus mehr Durchschlagskraft und Torgefahr erhofft. »Davon war bislang aber leider noch nichts zu sehen«, stellt Manager Hans-Werner Freese ohne Umschweife fest. Mit 16 erzielten Treffern stellt der TuS die harmloseste Offensive der Liga.

 Das 0:2 gegen den SC Herford, bei dem Istvan Gal mittlerweile als Co-Trainer beschäftigt ist, wertete Freese als »verdient, weil der Gegner insgesamt griffiger und bissiger war«. Das sah auch Herfords Chefcoach Sascha Cosentino so: »Wir hätten nur eher den Deckel draufmachen müssen.« Nach Meinung von Sven Moning, Sportlicher Leiter in Herford, sei der Dreier ein »Meilenstein im Projekt Klassenerhalt« gewesen.

 Davon ist der TuS weit entfernt. Trainer David Odonkor sah allerdings eine Steigerung im Vergleich zum Fichte-Spiel und ist überzeugt, »dass wir die Klasse halten werden, wenn wir so weitermachen.« Manager Freese sieht das etwas anders: »Der Fußball, den wir spielen, ist mir zu halbherzig. Das reicht nicht. Wir brauchen einen Plan, um aus dieser schwierigen Situation herauszukommen. Das, was zählt, sind einzig und allein Punkte.« Am kommenden Sonntag wartet auf Dornberg im Kellerduell beim Vorletzten Rot-Weiß Maaslingen ein Sechs-Punkte-Spiel. Freese nimmt Mannschaft und Trainer in die Pflicht: »Dieses Spiel müssen wir gewinnen – egal wie.« Wieder im Kader könnte dann Sergej Rempel stehen, der am Sonntag als »disziplinarische Maßnahme« in die Reserve (Kreisliga B) versetzt worden war.

 Theesener Momente

 Eitel Sonnenschein herrscht unterdessen an der Theesener Gaudigstraße. Zumindest, was die Tabellenoptik nach den beiden jüngsten Siegen anbelangt. Platz drei, punktgleich mit dem Spitzenduo Preußen Münster II und SC Paderborn II. »Das ist eine sehr schöne Momentaufnahme und bestätigt uns darin, dass das, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten machen, auch funktioniert«, frohlockt Theesens Fußballchef Heinz-Werner Stork. Trainer Andreas Brandwein ärgerte sich beim 4:3-Erfolg gegen Coesfeld zwar über die Nachlässigkeiten, die nach 4:0-Führung noch zu drei Gegentreffern führten, aber unterm Strich stand der Dreier und die Erkenntnis, »dass sich die Mannschaft jeden Punkt hart erarbeiten muss« (Stork). Der sieht den VfL mittlerweile als »etabliertes Mitglied der Westfalenliga« und fügt an: »Wir können dem weiteren Saisonverlauf völlig unbeschwert entgegensehen.«

 VfB Fichte klettert

 Erleichterung herrscht auch beim VfB Fichte, der dem 4:1-Derbysieg gegen Dornberg ein 2:0 in Hiltrup folgen ließ. Lohn ist der Sprung auf Tabellenplatz sieben mit nun bereits sieben Punkten Vorsprung auf Dornberg und den ersten Abstiegsplatz. VfB-Trainer Yorck Bergenthal lobt vor allem das kompakte Auftreten seiner Elf, die nun im Heimspiel gegen den Rangzwölften SpVgg. Vreden nachlegen kann.

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