Fußball-Westfalenliga: VfB Fichte schlägt den TuS Dornberg 4:1 – Torjäger trifft dreifach  Sadicki macht den Unterschied 

Bielefeld (WB). David Odonkors Debüt als Trainer des TuS Dornberg ist mächtig in die Hose gegangen. Im Bielefelder Derby der Fußball-Westfalenliga unterlag Dornberg beim VfB Fichte mit 1:4 (0:2).

Von Daniel Keller
Ousmane Soumah, Volkan Ünal und David Schwesig jubeln mit Matchwinner Chief Sadicki. Der VfB-Stürmer erzielte seine Saisontreffer 12, 13 und 14 und entschied dadurch das Derby im Alleingang. Überragend, meinte sein Trainer Bergenthal.
Ousmane Soumah, Volkan Ünal und David Schwesig jubeln mit Matchwinner Chief Sadicki. Der VfB-Stürmer erzielte seine Saisontreffer 12, 13 und 14 und entschied dadurch das Derby im Alleingang. Überragend, meinte sein Trainer Bergenthal. Foto: Thomas F. Starke

 Hauptverantwortlich für den deutlichen VfB-Erfolg war Stürmer Abubakari Sadicki. Der 33-Jährige erzielte drei Tore selbst und bereitete den vierten Treffer von Volkan Ünal mustergültig vor. »Chief war heute Weltklasse«, urteilte deshalb Fichtes Sportlicher Leiter Christopher Gliniars. Bis Sadicki das erste Mal zuschlug, tasteten sich beide Mannschaften im Mittelfeld ab. Aus dem Nichts kam Sadicki dann im Strafraum an den Ball, setzte sich gegen Innenverteidiger Saliou Abou durch und spitzelte den Ball durch die Beine von TuS-Torwart Yannik Grützner (24.). Beide Teams hielten sich im Herausspielen von Torchancen weiter zurück, ehe Schiedsrichter Maxime Nvondo Kiala nach einem Ünal-Freistoß auf den Elfmeterpunkt zeigte. Ein Dornberger soll den Ball in der Mauer mit der Hand gespielt haben. Sadicki ließ sich die Chance nicht nehmen und beförderte das Spielgerät in die linke Torecke – 2:0 (37.). »Die Führung hat uns Sicherheit gegeben. Wir haben uns danach etwas leichter getan«, analysierte VfB-Coach Yorck Bergenthal, der nach der Pause den dritten Treffer seiner Elf bejubeln konnte. Sadicki erlief einen lang geschlagenen Ball aus der VfB-Hälfte, umkurvte den aus seinem Tor geeilten Grützner und passte in die Mitte, wo Ünal den Ball nur noch über die Linie befördern musste (57.).

Dornberg wacht erst nach dem 0:3 auf

 Erst nach dem 3:0 wagte der TuS Dornberg dann erste Annäherungsversuche ans Tor von Kai Potthoff. Der Keeper entschärfte einen Schuss von Mittelstürmer Ferhat Kurtulus (60.), Alaaddin Nas setzte eine Ersin Gül-Flanke neben das Tor (63.). Auf der anderen Seite vertändelte Sedekia Haukambe den Ball leichtfertig an Ünal, der Offensivpartner Sadicki bediente und diesem zu seinem dritten Treffer verhalf – 4:0 (66.). Dornberg konnte sieben Minuten vor dem Ende nur noch abschwächen. Während Potthoff zunächst einen Gül-Freistoß noch aus dem Torwinkel kratzen konnte (71.), war er zwölf Minuten später machtlos. Der TuS-Spielmacher zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern genau in die Torecke.

 Das sollte beim VfB Fichte, der zur Einweihung der neuen Cafeteria »Nadelholz« noch bis in die Nacht feierte, aber keinen mehr stören. »Wir haben defensiv alles kontrolliert und gehen als verdienter Sieger vom Platz«, resümierte ein zufriedener Yorck Bergenthal. Sein Gegenüber David Odonkor wollte zwar »ein gutes Spiel von beiden Mannschaften« gesehen haben, musste aber anerkennen: »Fichte hat auf unsere Fehler gelauert und diese eiskalt ausgenutzt.« Der 31-jährige Ex-Nationalspieler wollte sich aber nicht lange beklagen und richtete seinen Blick auf das nächste Heimspiel gegen seinen Ex-Klub SC Herford. »Wir dürfen jetzt nicht hadern, sondern müssen unsere Fehler abstellen und weiter an uns arbeiten.« Dornbergs Manager Hans-Werner Freese zeigte sich »geschockt, wie leicht es war, gegen uns Tore zu erzielen. Aus dem Spiel heraus war Fichte keine drei Tore besser. Sadicki hat den Unterschied gemacht.«

TuS rutscht unter den Strich

 Während sich der VfB Fichte im Abstiegskampf etwas Luft verschaffen konnte, rutschte Dornberg als Tabellen-14. unter den Strich. »Uns erwartet eine schwere Rückrunde. Wir müssen uns am direkten Konkurrenten Gievenbeck orientieren und wollen im Sommer über dem Strich stehen«, sagt Freese. Spielmacher Ersin Gül wollte nach der Derbypleite nicht alles schlecht reden: »Wir geraten durch zwei Halbchancen in Rückstand. Dann ist es schwer, zurückzukommen. Trotzdem geht es für uns normal weiter. Wir haben uns mit dem neuen Trainer und den drei Neuzugängen gut verstärkt.« Während Mert Bozkurt und Ferhat Kurtulus zur ersten Elf gehörten, saß Sergej Rempel gegen seinen Ex-Klub 90 Minuten auf der Bank. Odonkor setzte auf eine Viererkette mit Abou und Niklas Wittmann im Abwehrzentrum.

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