Handball-Oberliga: TSG klettert nach 31:26-Arbeitssieg über Hamm II auf Platz zwei  Eine zähe Angelegenheit 

Bielefeld (WB). Keinen Schönheitspreis gewonnen, dafür die Punkte neun und zehn in Folge und Tabellenplatz zwei in der Handball- Oberliga erklommen: Das zähe 31:26 (14:11) der TSG A-H Bielefeld über die SG Handball Hamm II fiel in die Kategorie Arbeitssieg.

Von Jörg Manthey
Da kann Hamms Abwehrmann nur staunen. Linksaußen Leon Prüßner, mit 9/4 Treffern erfolgreichster Bielefelder Schütze beim 31:26-Heimsieg, hat sich durchgetankt und überwindet Gästetorhüter Maurice Behrens.
Da kann Hamms Abwehrmann nur staunen. Linksaußen Leon Prüßner, mit 9/4 Treffern erfolgreichster Bielefelder Schütze beim 31:26-Heimsieg, hat sich durchgetankt und überwindet Gästetorhüter Maurice Behrens.

»Das war keine Delikatesse«, gab Kreisläufer Tobias Fröbel zu. Im Duell der beiden defensivstärksten Mannschaften der Klasse ließ sich die TSG zunächst vom Gegner »einschläfern«, wie Trainer Michael Boy bemängelte. »Wir haben uns von Hamms Spielweise anstecken lassen. Die letzte Konsequenz hat gefehlt.« Die Quittung für zahllose Fehler: ein 1:4-Rückstand (8.). Leon Prüßner vom Siebenmeterpunkt und zweimal Phil Holland schafften zwar den 4:4-Ausgleich (11.), doch gab weder das eine Initialzündung wie Pascal Welges gehaltener Siebenmeter (16.). Immerhin schafften es die Hausherren vor 460 Zuschauern, die Manndeckung gegen Phil Holland zu kompensieren. Nach dem 7:9 in der 19. Minute sah sich Michael Boy, der später wegen Meckerns eine Zeitstrafe kassierte, zu einer ersten Auszeit veranlasst. Vom 10:10 (26.) setzte sich die TSG dank Fröbel (2), Ortjohann und Holland auf 14:11 ab; ein Vorsprung, der nicht mehr abgegeben werden sollte.

Alex Wiese, der für den ob misslungener Aktionen irgendwann hadernden Luca Werner über weite Strecken den Part in der Rückraummitte übernahm, half mit zwei mutigen Würfen aus der Hüfte mit, das Polster auf 17:12 (35.) und 20:14 (38.) anwachsen zu lassen. Fahrige Angriffsaktionen, gepaart mit Unkonzentriertheiten in der Defensive, schenkten Hamm II aber immer wieder viel zu leicht erzielte Treffer – 22:20 (46.), 27:25 (56.). Auszeit TSG! Michael Boy: »Hamm hatte uns da vor Aufgaben gestellt, die wir nicht gut gelöst haben.«

30:26 die Vorentscheidung

Flankiert von Kevin Becker-Paraden stellten Fröbel, Schlitzohr Leon Prüßner und Fabian Schnorfeil mit dem 30:26 die Vorentscheidung her. Für den Schluss-Knalleffekt sorgte bei offener Manndeckung Marcel Ortjohann. Der registrierte, dass Maurice Behrens viel zu weit vor seinem Kasten stand, und überlistete Hamms Keeper mit einem weiten Wurf vom eigenen Kreis. »Die Mannschaft hat sich durchgebissen. Man kann nicht in jedem Spiel glänzen«, zeigte sich TSG-Chef Heinrich Rödding sanftmütig.

Torhüter Pascal Welge wirkte nicht sonderlich zufrieden mit seinen Vorderleuten. »Die Abwehr hat sich heute ausgeruht. Gut, dass wir in den entscheidenden Momenten doch irgendwie da waren.« Zwei Punkte: ein schönes Geburtstagsgeschenk für Julian Stübber, der im Heeper Dom nach seiner Kreuzbandoperation schon ohne Krücken unterwegs war. Es hätte nur ein bisschen hübscher eingepackt werden können. Michael Boy (»Wir hatten das Spiel jederzeit in der Hand«) war in erster Linie erleichtert ob des fünften Sieges in Folge und bedankte sich beim Duo auf dem Pfosten-Posten. »Als es eng wurde, haben unsere Torhüter den einen oder anderen gehalten.«

Sein Hammer Kollege Christof Reichenberger meinte mit Verweis auf seine Notbesetzung – er musste diesmal ohne Entwicklungshilfe aus dem Zweitligakader wie David Wiencek oder Joscha Ritterbach auskommen: »Wir haben den Fehler gemacht, uns selber zu schlagen. Altenhagen hat uns souverän bestraft.«

TSG A-H Bielefeld: Welge/Becker (ab 42.) – Schnorfeil (1), Meyer, Ortjohann (4), N. Prüßner (2), Fröbel (3), Holland (7), Strathmeier (2), L. Prüßner (9/4), Gote, Wiese (2), Werner (1).

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