3. Tischtennis-Liga: 6:2 in zwei Stunden gegen TuS Xanten – Placek hofft auf Kompromiss  SVB siegt im Eiltempo 

Bielefeld (WB). Die Tischtennis-Cracks der SV Brackwede können auch anders: Nachdem sie zuvor in allen Begegnungen der 3. Bundesliga Nord über die volle Distanz gehen mussten, fertigten die Brackweder am neunten Spieltag den TuS Xanten im Schnelldurchgang mit 6:2 ab.

Von Arndt Wienböker
Erfolgreiches SVB-Duo: Frantisek Placek (links) und Stefan Höppner steuerten vier Punkte zum 6:2-Sieg gegen Xanten bei.
Erfolgreiches SVB-Duo: Frantisek Placek (links) und Stefan Höppner steuerten vier Punkte zum 6:2-Sieg gegen Xanten bei.

 Exakt nach zwei Stunden Gesamtspielzeit verwandelte Spitzenspieler Frantisek Placek seinen Matchball gegen Xantens Nummer eins Michael Servaty zum Sieg. Damit bleibt das SVB-Quartett ungeschlagen und hat Tabellenplatz zwei zementiert.

 »Das ist ja der Hammer«, frohlockte SVB-Abteilungsleiter Thorsten List nach dem ungewohnten Erlebnis im Eiltempo. »Wahnsinn«, schmunzelte Brackwedes Kapitän Stefan Höppner in Anbetracht dessen, dass ihm und seinen Kollegen diesmal der Nervenkitzel erspart blieb.

Zuschauer haben ihre helle Freude

 Die 90 Zuschauer in der Sporthalle Brackwede hatten vor allem am oberen Paarkreuz ihre helle Freude. Placek fuhr souverän alle drei Punkte ein: Im Doppel an der Seite von Höppner gab es ein 3:1 gegen Laurens Tromer/Sascha Köstner. Im Einzel ließ der Tscheche zunächst ein 3:0 gegen Milosz Przybylik folgen, ehe er mit seinem 3:1-Erfolg gegen Servaty den Deckel drauf machte. Immer wieder peitschte sich Placek im Spitzeneinzel selbst nach vorn – in kritischen Momenten spielte er seine ganze Klasse aus. »Ferry ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere«, lobt List das Brackweder Aushängeschild. Genau das macht es für den Verein nicht einfacher, Placek über die Saison hinaus zu halten. Dem 25-Jährigen wurde ein neues Angebot unterbreitet, das den Spieler jedoch nicht zufrieden stellt. Placek: »Ich möchte gerne in Brackwede bleiben, aber es muss auch finanziell passen. Wir müssen noch einen Kompromiss finden.« Die neue Offerte soll unter dem liegen, was Placek momentan bekommt. »Das kann ich so nicht akzeptieren, denn mir liegt auch ein lukratives Angebot aus der Tschechei vor, wo ich wesentlich mehr verdienen könnte.« Thorsten List geht davon aus, dass sich der Verein und der Spieler einigen werden: »Es ist natürlich in unserem Interesse, Ferry zu halten. Wir machen das, was möglich ist, müssen dabei aber auch den Gesamtverein im Auge behalten.«

 Geklärt ist bereits die Zukunft von Yang Lei, der sich bis 2017 an die SVB gebunden hat und in dieser Zeit zwei Ziele verfolgt: »Zum einen möchte ich mit Brackwede in die 2. Liga aufsteigen. Vielleicht geht da ja auch diese Saison noch etwas über eine Relegation. Zum anderen möchte ich hier eine neue Trainingsgruppe aufbauen und auch den Nachwuchs im Verein fördern.«

 Gegen den TuS Xanten präsentierte sich der 37-jährige Deutsch-Chinese von seiner besten Seite. Nachdem Yang Lei beim 5:5 im Hinspiel noch ohne Einzelsieg geblieben war, gab er gestern bei seinen zwei 3:0-Erfolgen gegen Servaty und Przybylik keinen einzigen Satz ab. Nur im Doppel musste sich Lei an der Seite des glücklosen Christian Reichelt in drei Sätzen geschlagen geben.

 Einen wichtigen Punkt steuerte Stefan Höppner bei, der sich nach 0:1-Satzrückstand gegen Sascha Köstner auf seine Stärken besann und 3:1 gewann. »Ich bin schwer reingekommen, dann lief's immer besser«, meinte Brackwedes Nummer drei. Höppner musste erstmals in dieser Saison sein Match gegen den Niederländer Laurens Tromer, der im Hinspiel noch Xantens Nummer eins gewesen war, nicht zu Ende spielen, weil Kollege Placek für das ungewohnt frühe Erfolgserlebnis gesorgt hatte. Der weitere Verbleib bei der SVB scheint für Höppner nur Formsache zu sein: »Da werden wir eine Lösung finden.«

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