Badminton-Ass verletzt sich im DM-Finale an der Achillessehne Zwiebler humpelt zum Rekordtitel

Bielefeld (WB). Marc Zwiebler hat seinen achten nationalen Meistertitel teuer bezahlt. Das Badminton-Ass verletzte sich gestern in der Schlussphase des DM-Finales in Bielefeld an der Achillessehne seines rechten Fußes. Dem Bonner droht eine sechswöchige Wettkampfpause.

Von Hans-Peter Tipp
Badminton-Ass Marc Zwiebler (Foto) gewann gestern in Bielefeld seinen achten Einzeltitel und schloss damit zum deutschen Rekordmeister Wolfgang Bochow auf.
Badminton-Ass Marc Zwiebler (Foto) gewann gestern in Bielefeld seinen achten Einzeltitel und schloss damit zum deutschen Rekordmeister Wolfgang Bochow auf. Foto: Peter Unger

Badminton-Ass Marc Zwiebler (Foto) gewann gestern in Bielefeld seinen achten Einzeltitel und schloss damit zum deutschen Rekordmeister Wolfgang Bochow auf.Foto: Peter UngerUnmittelbar nach dem 21:13, 23:21 gegen den 19-jährigen Fabian Roth, mit dem Zwiebler durch seinen achten Einzeltitel zu Rekordmeister Wolfgang Bochow aufschloss, ärgerte sich der Bonner über seinen sportlichen Ehrgeiz: »Ich kann mich leider gar nicht freuen, weil ich sehr traurig bin. Ich hätte aufhören sollen. Einen dritten Satz hätte ich definitiv nicht spielen können.«

Für die Team-EM Mitte Februar fällt Deutschlands Nummer eins damit aus, sofern sich die erste Diagnose des Verbandsarztes Norbert Möllers bestätigt. »Marc hat sich einen partiellen Riss im oberen Bereich der Achillessehne zugezogen«, sagte der Orthopäde aus Köln. Möllers ist seit 25 Jahren für den Deutschen Badminton-Verband tätig und glaubte gestern in Bielefeld nicht, dass eine Kernspintomografie etwas anderes ergeben werde. Möllers: »Damit wäre auch Marcs Start bei den German Open gefährdet.« Das Weltranglistenturnier Ende Februar in Mülheim/Ruhr gilt als prestigeträchtigste Badmintonveranstaltung Deutschlands.

Zwiebler, der seit einem halben Jahr Achillessehnenprobleme hatte, war im Endspiel beim Stand von 18:18 im zweiten Satz mit dem rechten Fuß falsch aufgetreten und hatte sofort gespürt, dass etwas Schlimmes passiert war. Nach einer längeren Behandlungspause auf dem Spielfeld entschloss er sich aber zum Weitermachen. Obwohl der Routinier nur noch humpeln konnte, sammelte er irgendwie die fehlenden Punkte zum Sieg – unter anderem auch mit zwei nicht regelkonformen Aufschlägen. Anschließend lobte Zwiebler den starken Kontrahenten: »Fabian ist seit mir der Erste, der in jungen Jahren Erwachsenen-Badminton spielt. Dieses Mal habe ich ihm aber noch eine Lektion in Sachen Abgebrühtheit erteilen können.«

Sein junger Herausforderer und Trainingspartner hatte die Regelverstöße auf dem Court zwar noch moniert, nach seinem ersten DM-Finale und dem ersten Wettkampfduell mit Zwiebler beschäftigte er sich aber lieber mit der eigenen Leistung. Roth: »Ich bin zufrieden mit dem Turnier. Ich habe die Spiele gewonnen, die ich gewinnen musste und im Finale gezeigt, dass ich mitspielen kann.«

Der Bielefelder DM-Organisator Axel Seemann war mit den 16. Titelkämpfen unter seiner Regie zufrieden. »Es ist alles hervorragend gelaufen«, sagte der Bielefelder und freute sich erneut über mehr als 4000 Zuschauer an den vier Veranstaltungstagen. Im kommenden Jahr finden die Deutschen Meisterschaften auf jeden Fall erneut in Bielefeld statt, und für die Titelkämpfe von 2017 bis 2020 hat sich Seemann beworben.

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