3. Tischtennis-Bundesliga: SV Brackwede spielt nur 5:5 gegen Schlusslicht Füchse Berlin  Reichelt wendet Niederlage ab 

Bielefeld (WB). Ausgerechnet gegen das noch sieglose Schlusslicht Füchse Berlin drohte der SV Brackwede die erste Saisonniederlage in der 3. Tischtennis-Bundesliga. Doch Christian Reichelt verhinderte die Schmach, indem er eine fulminante Aufholjagd startete und seiner Mannschaft wenigstens noch ein 5:5 rettete.

Von Arndt Wienböker
Und wieder musste die SV Brackwede über die volle Distanz gehen: Das Doppel Frantisek Placek/Stefan Höppner punktete, in den Einzeln ließen beide jeweils einen Sieg folgen. Zu mehr als einem 5:5 gegen die Füchse Berlin reichte das aber nicht.
Und wieder musste die SV Brackwede über die volle Distanz gehen: Das Doppel Frantisek Placek/Stefan Höppner punktete, in den Einzeln ließen beide jeweils einen Sieg folgen. Zu mehr als einem 5:5 gegen die Füchse Berlin reichte das aber nicht.

Mit 0:2 Sätzen lag Brackwedes Nummer vier im entscheidenden Einzel gegen Martin Dietrich zurück, dann kämpfte sich der im bisherigen Saisonverlauf oft glücklos agierende Reichelt ins Spiel und bot seinem Kontrahenten die Stirn. Nach 13:11 und 11:8 war der Satzausgleich geschafft. Im fünften Durchgang behielt Reichelt die Nerven und jubelte gemeinsam mit den 75 Zuschauern in der Brackweder Sporthalle über den 11:7-Triumph. »Ein ganz tolles Spiel von Christian, der auch den Ball des Jahres für sich entschieden hat«, lobte SVB-Abteilungsleiter Thorsten List und bezog sich damit auf einen irre langen Ballwechsel im vierten Satz, den der Brackweder mit einem Punktgewinn abschloss. List: »Danach war er voll emotional dabei und hat sein Ding durchgezogen.«

Zuvor war Reichelt im Doppel an der Seite von Yang Lei sowie in seinem ersten Einzel glück- und erfolglos geblieben. Die Partie stand sowieso unter keinen guten Vorzeichen: Frantisek Placek ging stark erkältet an die Platte, Yang Lei spielte nur unter Tabletten. »Ich hatte seit Mittwoch starkes Fieber und fühle mich körperlich sehr schwach. Es fällt mir schwer, Spannung aufzubauen«, meinte Lei nach seiner Einzelniederlage gegen Arne Hölter. Der Spitzenmann der Berliner Füchse ärgerte in der Folge auch Placek. Wie schon im Hinspiel, das die SVB noch 6:4 gewinnen konnte, fand der Brackweder gegen die Rückhand-Stärke von Hölter kein Mittel und verlor 1:3. Nur gut, dass zumindest das Doppel Placek/Stefan Höppner sowie Placek, Höppner und Lei im Einzel einen Punkt beisteuerten. So konnte Reichelt mit seinem Fünfsatzsieg gegen Dietrich nach dreieinhalb Stunden das 5:5 (21:19 Sätze) festzurren. »Damit müssen wir zufrieden sein. Berlin ist kein typischer Tabellenletzter und bei uns waren einige angeschlagen«, relativierte List.

Hintertür zur 2. Liga?

Unterdessen könnte sich für die SVB eventuell auch als Tabellenzweiter eine Hintertür zur 2. Liga auftun. Da sich der TTC Frickenhausen aus finanziellen Gründen nach dieser Saison aus der 1. Bundesliga zurückziehen wird, könnte es zu einem vermehrten Aufstieg in die Bundesligen kommen. »Noch ist nichts spruchreif, aber falls es diese Möglichkeit geben sollte, haben wir uns dazu entschieden, diesen Weg gehen zu wollen. Unsere Mannschaft gibt die 2. Liga her«, verkündet Thorsten List.

Spitzenspieler Frantisek Placek soll wie auch die anderen gehalten werden, aber der Tscheche würde lieber in Liga zwei aufschlagen. Placek: »Der Aufstieg war unser Ziel, das wir uns vor der Saison gesetzt haben. Die 2. Liga ist sportlich reizvoller, zumal man nicht weiß, wie es in der 3. Liga weitergeht.«Vor dieser Saison hatten sich bereits drei Teams aus der 3. Liga Nord zurückgezogen. Die Meldungen für die neue Saison müssen bis zum 15. März erfolgen.

Brackwede hat »Ferry« ein neues Angebot für beiden Spielklassen unterbreitet. Placek bezeichnet die Offerte als »okay«, ihm liegen aber auch Angebote aus seiner Heimat vor. »Mal sehen, wie's weitergeht. Es kann noch viel passieren. Ich fühle mich hier wohl. Vielleicht bekommen wir ja auch als Zweiter eine Chance aufzusteigen – zum Beispiel über eine Relegation.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.