Handball-Oberliga: Jöllenbeck ringt »unsympathische Gevelsberger« 32:28 nieder  »Ein hartes Stück Arbeit« 

Bielefeld (WB). Am Ende stand Erleichterung in die Gesichter geschrieben. Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck musste hart und lange kämpfen, um das unangenehm zu spielende Ligaschlusslicht HSG Gevelsberg-Silschede in heimischer Halle 32:28 (15:14) niederzuringen.

Von Arndt Wienböker
Kommt ein Michel geflogen: Christian Niehaus arbeitete sich mit dem TuS 97 zu einem 32:28-Sieg gegen Gevelsberg.
Kommt ein Michel geflogen: Christian Niehaus arbeitete sich mit dem TuS 97 zu einem 32:28-Sieg gegen Gevelsberg. Foto: Thomas F. Starke

 »Das war in der Tat ein hartes Stück Arbeit«, schnaufte Nils Grothaus nach dem Abpfiff kräftig durch: »Uns hat in manchen Phasen die letzte Konsequenz gefehlt. Außerdem ist die Gangart des Gegners grenzwertig gewesen.« Auch TuS 97-Kapitän Leon Ludwigs monierte »viele versteckte Fouls« auf Seiten des Tabellenletzten. Mitte der zweiten Halbzeit bekamen nacheinander Benjamin Zöllner und Christian Hoff einen Schlag in die Magengrube verpasst, was nicht nur nach Auffassung von Jöllenbecks Trainer Walter Schubert nicht konsequent genug bestraft wurde: »Da müssen die Schiedsrichter auch mal durchgreifen, aber die haben sogar den falschen Spieler auf die Bank geschickt. Gevelsberg ist wie schon im Hinspiel sehr unsympathisch aufgetreten.«

 Unterm Strich sei es das »erwartet schwere Spiel« gewesen, in dem es die Jürmker versäumten, sich entscheidend abzusetzen. Schubert: »Die haben nach ihren langen Angriffen immer wieder eine schäbige Lücke in unserer Abwehr gefunden.«

Vorne fehlte die letzte Konsequenz

 Über 1:2, 3:5 und 7:8 mussten die Jürmker gar einem Rückstand hinterherlaufen. Christian »Michel« Niehaus gelang im Nachwurf eines gehaltenen Siebenmeters mit dem Treffer zum 9:8 die erste Führung (19.). Als Henning Kiel kurze Zeit später auf 11:8 erhöhte, schien alles den erhofften Verlauf zu nehmen, doch Gästetrainer Hans-Peter Müller schwor sein Team in einer Auszeit neu ein. Beim 12:12 war der TuS 97-Vorsprung futsch, die 15:14-Pausenführung nur marginal.

 Und so ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Da vorne wie hinten die letzte Konsequenz fehlte, ließ Jöllenbeck den Gegner im Spiel. Schubert: »Wir haben es nie geschafft, uns abzusetzen.« Beim 18:19 (38.) witterte Gevelsberg mehr als nur eine Chance, doch es sollte die letzte Führung der Gäste gewesen sein. Niehaus per Siebenmeter, Leon Ludwigs und Linkshänder Thorben Schneider warfen ein 21:19 für den TuS 97 heraus – Jörg-Uwe Lütt hielt seinen dritten Siebenmeter. Der Kraftakt war damit aber noch nicht beendet. Beim 23:21 (48.) mussten die Jürmker eine doppelte Unterzahl überstehen, als im Anschluss an eine Zeitstrafe gegen Christian Hoff auch Walter Schubert wegen Meckerns eine Bankstrafe kassierte. Nils Grothaus gab die passende Antwort und traf im Vier-gegen-Sechs zum 24:21. Der Widerstand der Gäste war aber erst gebrochen, als Kiel und erneut Grothaus auf 27:23 (56.) erhöhten. Gevelsberg versuchte es in der Schlussphase mit einer offenen Deckung, aber Jöllenbeck fand die richtigen Lösungen. Über 30:26 wurde der »verdiente Sieg« (Ludwigs) ins Ziel gebracht und damit Revanche für das 20:29 aus dem Hinspiel genommen. »Die zweite Halbzeit ist bei den vielen Zweiminutenstrafen eigentlich gar nicht zu bewerten«, urteilte Schubert, der sich über das Zeitstrafen-Verhältnis von 8:7 gegen sein Team ärgerte.

 Nach dem erfolgreichen Start in die Rückrunde hat der TuS 97 (16:12 Punkte) erstmals in dieser Saison einen Platz unter den Top 5 erreicht. »Daran wollen wir uns weiter orientieren«, meint Walter Schubert. Das nächste Spiel führt seine Mannschaft am kommenden Freitagabend (20 Uhr) zum Tabellendritten Ahlener SG.

 TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck:Weinholz, Lütt (ab 30.) – Grothaus (6), Zöllner (3), Heins, Niehaus (5/4), Hofemeier, Poppe (n.e.), Hoff (2), Hippe (3), Ludwigs (7), Sokol (n.e.), Kiel (4), Schneider (2).

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