Handball-Oberliga: TSG zeigt beim 34:29 (16:14) gegen LIT NSM eine starke Vorstellung  Hollands wuchtige Rückkehr 

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat einen begeisternden Start in die Rückrunde der Handball-Oberliga hingelegt. Beim verdienten 34:29 (16:14)-Heimsieg über LIT NSM sorgte das überraschende Mitwirken Phil Hollands für zuletzt oft vermisste Wucht aus dem Rückraum.

Von Jörg Manthey
Effektiv mit links: Der energische Marcel Ortjohann erzielte vier seiner fünf Treffer nach dem Wechsel und übte im gelungenen Wechselspiel mit Phil Holland von der Halbposition jederzeit Druck auf die 3:2:1-Deckung des Gegners aus.
Effektiv mit links: Der energische Marcel Ortjohann erzielte vier seiner fünf Treffer nach dem Wechsel und übte im gelungenen Wechselspiel mit Phil Holland von der Halbposition jederzeit Druck auf die 3:2:1-Deckung des Gegners aus. Foto: Thomas F. Starke

 »Die TSG ist wieder da!« Die Sprechchöre der stolzen Spieler im Siegerreigen waren ein Indiz für die abfallende Last nach zuvor 2:8 Punkten. Phil Holland (Entzündung in der Schulter) hatte erst Freitagabend grünes Licht für einen Einsatz gegeben. »Das war ein besonderes Spiel für mich«, strahlte der sechsfache Torschütze, der die Instruktionen von Physiotherapeut Karsten Keller (»Vorsichtig werfen, nicht springen«) im Eifer des Gefechts ignorierte. Seine platzierten Kanonenböller begeisterten die Kulisse. »Das war eine tolle Teamleistung. Wir haben LIT's 3:2:1-Abwehr sauber auseinandergespielt«, grinste der Blondschopf, der mitunter hart angegangen wurde. Jannik Borcherding sah als Quittung »Rot« (57.).

Ortjohann blüht auf

 Mit Holland als Nebenmann blühte auch Marcel Ortjohann auf. Der glückliche Trainer Michael Boy wertete das diszipliniert erwirtschaftete Erfolgserlebnis als »Ergebnis einer harten Trainingswoche. Die Jungs wollen in der Rückrunde noch einiges bewegen. Das war ein erster Schritt dafür.«

 Bloß ein Mal lag die TSG zurück. Beim 6:7 (13.) bestrafte Tluczynski mit einem Gegenstoß das in dieser Phase zu durchsichtige Bielefelder Angriffsspiel. Gut, dass Pascal Welge – kam früh auf Betriebstemperatur – mit 17 Paraden so manche Unachtsamkeit seiner Vorderleute ausbügeln konnte. Auch wenn die TSG mal auf 14:11 (25.), 17:14 (31.) oder 21:18 (41.) davonziehen konnte – die individuelle Qualität des Gegners blitzte stets auf.

 Nach Mohrmanns 26:26 (50.) folgte die entscheidende Phase. Marcel Ortjohann, Daniel Meyer und Tobias Fröbel mit einem Hattrick schufen die 31:26-Vorentscheidung. In diesen sechs Minuten rannte LIT vergeblich an.

 Der »Indianerhandball« der TSG-Abwehr mit Frechdachs Nils Strathmeier als penetrantem Störenfried in vorgezogener Position nahm dem Rückraum der Mühlenkreis-Truppe einiges an Druck. »Überragend! Ausrufezeichen! Ausrufezeichen!«, lobte Boy seinen quirligen Youngster, der sich wie ein Terrier an den Beinings und Bahrenbergs festbiss.

 Ohne die neun verwandelten Siebenmeter Jan Linnés – auch TSG-Kollege Leon Prüßner blieb bei seinen vier Versuchen nervenstark – hätte es für den OWL-Nachbarn noch böser ausgesehen. Die gut 330 Zuschauer im Heeper Dom applaudierten dem Gewinner mit stehenden Ovationen. »Das Publikum hat uns getragen. Dieses Spiel hat Spaß gemacht«, erklärte Kreisläufer Tobias Fröbel, der seine Freiräume mit Kraft und Kreativität zu nutzen wusste.

 Michael Boy ist gespannt, ob's am Samstag bei Micky Reiners' HSG Menden-Lendringsen eine Fortsetzung gibt. »Die Truppe hat gesehen, was möglich ist, wenn sie das zeigt, was sie kann.«

 Darüberhinaus ist die TSG froh, für die kommende Saison Lukas Schulz von der SpVg. Steinhagen verpflichtet zu haben (wir berichteten). Der rangiert mit 114 Treffern auf Platz zwei der Verbandsliga-Torschützenliste. »Lukas hat in den Einheiten, in denen er bei uns mittrainierte, einen sehr überzeugenden Eindruck hinterlassen. Für sein Alter ist er schon sehr weit und bringt viel Übersicht und eine gute Athletik mit. Auch vom Typ passt er gut zu uns«, lobt Trainer Michael Boy. »In Lukas steckt unheimlich viel Potenzial. Er ist gut ausgebildet und auf allen Rückraumpositionen einsetzbar«, ergänzt Teammanager Matthias Geukes. »Dass er sich für uns entschieden hat, spricht auch für das Konzept, junge Spieler aus der Region bei uns zu einem Team zusammenzubringen.« Schulz hatte Offerten von fast allen Oberligisten aus der Region vorliegen.

TSG A-H Bielefeld: Welge/Becker – Schnorfeil, Meyer (1), Ortjohann (5), N. Prüßner (3), Fröbel (6), Strathmeier (3), Stübber (4), L. Prüßner (6/4), Holland (6), Wiese, Gote, Giersch (n.e.). Bester LIT-Schütze: Linné (11/9).

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