Handball-Oberliga: Jöllenbeck fertigt Augustdorf 33:21 ab – fünf Gegentore in Halbzeit zwei  Lütt und Co. machen hinten dicht 

Bielefeld (WB). Die erhoffte Reaktion nach der Derbypleite in Spenge ließ zwar etwas auf sich warten, kam dann aber gewaltig: Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zelebrierte beim 33:21 (17:16)-Heimsieg gegen OWL-Nachbar HSG Augustdorf/Hövelhof eine fast perfekte zweite Halbzeit.

Von Arndt Wienböker
Nach der Pause war Hermann Hippe nicht mehr zu stoppen: Jöllenbecks Rechtsaußen erzielte insgesamt acht Tore.
Nach der Pause war Hermann Hippe nicht mehr zu stoppen: Jöllenbecks Rechtsaußen erzielte insgesamt acht Tore.

 16:5 lautete das Ergebnis der zweiten 30 Minuten – unter den nur fünf Gegentreffern waren auch noch zwei HSG-Siebenmeter. »Damit, dass es noch so deutlich wird, hatten wir nicht gerechnet. Das war richtig gut in Halbzeit zwei«, freute sich TuS 97-Kapitän Leon Ludwigs. Der musste Anfang der zweiten Hälfte nach einem Schlag ins Gesicht mit einer dicken Lippe vom Feld. Dafür übernahm Arne Hofemeier den Part auf Rückraum-Mitte. »Arne hat gezeigt, dass er mitmischen kann«, lobte Trainer Walter Schubert, der in der ersten Hälfte noch Probleme in der Abwehr monierte: »Das hat nicht gut funktioniert. Fabian Poppe hatte erhebliche Probleme mit Kreisläufer Florian Hengsbach.«

 Jener Hengsbach hielt die »Sandhasen« zunächst im Spiel. Jöllenbeck schaffte es nicht, sich abzusetzen. Beim 10:11 durch Ex-Bundesligaspieler André Tempelmeier lagen die Jürmker sogar kurzzeitig hinten (22.), Hermann Hippe besorgte per Siebenmeter die 17:16-Pausenführung.

Maßnahme mit Wirkung

 Schubert reagierte, stellte den Innenblock in der Abwehr um und brachte Torwart-Dino Jörg-Uwe Lütt für David Weinholz. Diese Maßnahmen zeigten Wirkung. Lütt fügte sich gleich mit zwei von insgesamt zehn Paraden ein, seine Vorderleute legten einen 4:0-Lauf hin. »Wir haben uns zusammengerissen und aufs Tempo gedrückt«, meinte Christian Hoff, nach dessen Treffer zum 21:16 die HSG eine Auszeit nahm. Nach sechseinhalbminütiger Flaute gelang den abstiegsbedrohten Gästen der erste Treffer der zweiten Halbzeit. Jöllenbeck machte hinten dicht, Augustdorf hatte rein gar nichts mehr entgegenzusetzen. »Das war ein kollektiver Totalausfall«, ärgerte sich der ehemalige Bielefelder Moritz Schneider (TSG, Schildesche) über den Einbruch seiner Mannschaft.

 Dem TuS 97 war das ziemlich schnuppe. Die Jürmker spielten nun souverän ihren Streifen runter und nutzten mit zunehmender Spieldauer ihre spielerischen und konditionellen Vorteile. Der überzeugende Linkshänder Hermann Hippe krönte seine starke Vorstellung mit vier Toren am Stück zum 26:19 (45.). Beim 29:19 durch Hoff (54.) betrug der Vorsprung erstmals zehn Tore. In der Schlussphase bekam auch der Pole Mateusz Sokol Spielanteile, die er mit drei Treffern zu nutzen wusste. Sokol traf auch zum 33:21-Endstand und hinterließ einen zufriedenen Trainer. Walter Schubert: »Schön, dass wir diese Aufgabe unter Druck so lösen konnten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns absetzen können, weil die Umstellungen in der Abwehr gefruchtet haben und Lütti gleich richtig gut reingekommen ist.«

 Mit 14:12 Punkten steht der TuS 97 zum Ende der Oberliga-Hinrunde als Tabellensechster da und ist erstmalig am Stadtrivalen TSG A-H Bielefeld vorbeigezogen. »Jetzt müssen wir im kommenden Heimspiel gegen Gevelsberg nochmal so eine Leistung abrufen, um einen größtmöglichen Abstand nach unten zu bekommen«, betont Walter Schubert. Christian Hoff pflichtet seinem Trainer bei: »Das muss der nächste Pflichtsieg sein. Dann hätten wir erstmal Ruhe.«

 TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck:Weinholz, Lütt (ab 30.) – Grothaus (3), Zöllner (3), Heins (n.e.), Niehaus (1), Hofemeier (2), Poppe, Hoff (4), Hippe (8/1), Ludwigs (2), Sokol (3/1), Kiel (7), Schneider (n.e.).

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