Basketballer der SV Brackwede fiebern dem Gipfeltreffen in der Landesliga entgegen  Die Mustangs können kommen 

Bielefeld (WB). Die Basketballer der SV Brackwede fiebern ihrem Saisonhöhepunkt entgegen. Am kommenden Samstag (18 Uhr) stellen sich die Westfalen Mustangs zum Landesliga-Gipfeltreffen in der Sporthalle des Gymnasiums Brackwede vor.

Von Arndt Wienböker
Die SVB-Basketballer sind noch ungeschlagen; hinten von links: Petja Warwick, Robin Charles, Spielertrainer Marc Charles, Henning Schütte, Jonas Abu Hagar. Vorne: Marcel Mühlbach, Mark Kempin, Hüseyin Kaya, Hakan Karakaya, Arne Willinghöfer und Holger Maßmann.
Die SVB-Basketballer sind noch ungeschlagen; hinten von links: Petja Warwick, Robin Charles, Spielertrainer Marc Charles, Henning Schütte, Jonas Abu Hagar. Vorne: Marcel Mühlbach, Mark Kempin, Hüseyin Kaya, Hakan Karakaya, Arne Willinghöfer und Holger Maßmann.

 Brackwedes Spielertrainer Marc Charles blickt dem Duell mit der »Übermannschaft« voller Vorfreude entgegen: »Das ist ein ganz besonderes Spiel. Wir sind alle total heiß.« Kein Wunder, denn die Westfalen Mustangs sind nicht irgendwer. Das 2010 gegründete Team aus Rheda-Wiedenbrück hat sich per Zehn-Jahres-Plan den Durchmarsch von der Kreisliga bis in die Bundesliga zum Ziel gesetzt und sorgt mit spektakulären Verpflichtungen für Aufsehen in der Szene. So sind US-Amerikaner im Aufgebot der Mustangs an der Tagesordnung. Nach dem Aufstieg in die Landesliga bekam der ehrgeizige Verein aus dem Gütersloher Raum allerdings Ärger mit den Behörden. Sozialversicherungsabgaben sollen nicht bezahlt worden sein, ebenso Mietrechnungen und Spielergehälter. Das Vereinskonto wurde gepfändet. Folge: Von fünf neuen US-Boys im Kader ist nur einer übrig geblieben. Dafür holten die Mustangs noch einen Spieler aus Ungarn. Sportlich tat das dem Erfolg keinen Abbruch. Acht Siege aus acht Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Die Mustangs führen die Landesliga-Tabelle – entsprechend den eigenen Erwartungen – an.

Brackwede mit weißer Weste

 Doch dann ist da ja noch die SV Brackwede: Das Team aus dem Bielefelder Süden setzt in seiner dritten Landesliga-Saison nach dem Oberliga-Abstieg ebenfalls zum Höhenflug an und weist mit sieben Siegen aus sieben Spielen eine weiße Weste auf. »Wir nehmen alles mit, was kommt. Es läuft wirklich super«, freut sich der erfahrene Marc Charles (38). Und wenn es mal läuft, gewinnt man auch Spiele auf kuriose Art und Weise. So wie am vergangenen Wochenende, als die SVB-Baskets hauchdünn mit 79:76 beim SC Grün-Weiß Paderborn siegten. Dabei setzte Hakan Karakaya zwei Sekunden vor der Schlusssirene zu einem letzten »Verzweiflungswurf« aus der eigenen Spielhälfte an und traf in den Korb – »Buzzer Beater« nennt man das im Fachjargon. Charles: »Das war der Wahnsinn. Wir hatten uns alle schon auf eine Verlängerung eingestellt und dann haut Hakan so ein Ding raus. Wir haben zwei, drei Minuten gefeiert, als wären wir Deutscher Meister geworden.«

 Davon sind die Brackweder Basketballer dann doch noch ein gutes Stück entfernt. Aber die Meisterschaft in der Landesliga, sie muss keine Utopie bleiben – trotz der Mustangs. »Normalerweise geht kein Weg an denen vorbei«, weiß Marc Charles, aber chancenlos sieht er sein Team am Samstag nicht: »Wir gehen mit breiter Brust in dieses Spitzenspiel und wollen die Mustangs auf jeden Fall ärgern. Es kommt auch auf die Tagesform an. Außerdem hoffen wir auf viele Zuschauer, die uns unterstützen.«

 Zugleich betont der Ur-Brackweder Marc Charles, dass »der Aufstieg für uns kein Muss ist«. Der perfekte Saisonstart kam für den 38-Jährigen zunächst überraschend. »Wir sind aber immer mehr als Team zusammengewachsen. Die Stimmung ist gut, es rollt. Und jetzt wollen wir natürlich auch da oben bleiben«, betont Charles, der die Defense als Prunkstück seiner Mannschaft ausmacht. »Außerdem haben wir trotz eines kleinen Kaders eine gute Mischung aus jung und alt«, weiß der Spielertrainer zu berichten und führt Center Henning Schütte als Beispiel an: »Er ist unser einziger Zweimeter-Mann, den wir vorher nicht hatten.«

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