Schipplock nimmt Vierkampf um die zwei Angriffsplätze bei Arminia an – mit Video Neustart nach dem Karriere-Knick

Kaprun (WB). Beim anstrengenden »Shuttle-Run« zeigt Arminias Neuzugang Sven Schipplock gleich seine läuferischen Qualitäten. Doch der beim Hamburger SV zuletzt unglückliche Stürmer will in Bielefeld auch wieder zur verloren gegangenen Treffsicherheit zurückfinden. Im Gespräch gibt der 29-Jährige Einblicke in sein Seelenleben.

Von Jens Brinkmeier
Topfit: DSC-Neuzugang Sven Schipplock (Zweiter von rechts) hat beim »Shuttle-Run« gestern seine gute Ausdauer unter Beweis gestellt.
Topfit: DSC-Neuzugang Sven Schipplock (Zweiter von rechts) hat beim »Shuttle-Run« gestern seine gute Ausdauer unter Beweis gestellt. Foto: Thomas F. Starke

Nach dem Abstieg war klar, dass es für ihn beim HSV nicht weitergeht. Am 3. Juli unterschrieb Schipplock dann beim DSC. »Dieses Ungewisse stresst am meisten. Es gab im Urlaub Tage, an denen ich unruhig wurde«, verrät der gebürtige Reutlinger.

Die Vereine hätten nicht gerade Schlange gestanden, gibt er offen zu. Kein Wunder, schließlich hat Schipplock beim HSV in 32 Pflichtspielen kein Tor erzielt. Und auch wenn er sich nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als Vorbereiter sieht: »Als Stürmer wirst du eben an Toren gemessen. Und wenn man dauerhaft keine schießt, fällt einem das vor die Füße.«

Wechsel zum HSV als Karriere-Knick

Den Wechsel von Darmstadt 98 nach Hamburg vor der vergangenen Saison bezeichnet der Neu-Armine (Vertrag bis Juni 2021) offen und ehrlich als »Knick in meiner Karriere. Ich will mich da auch überhaupt nicht von Schuld freisprechen. Ich habe die ganze Situation nicht gut verarbeitet, und das hat sich aufs Sportliche ausgewirkt.«

Keine Tore, diverse Trainerwechsel, schließlich war Schipplock außen vor. Das 0:6 in München im März war sein letztes Spiel für den HSV, der erstmals in seiner Bundesligageschichte abgestiegen ist.

Ende August kommt es zum Wiedersehen im Volksparkstadion. Am dritten Spieltag reist Schipplock mit Arminia zum HSV. »Natürlich hab ich sofort auf den Spielplan geschaut. Ich freue mich auf das Spiel, aber bis dahin sind es noch einige Wochen und wir haben vorher noch zwei wichtige Ligaspiele und eine Pokalpartie«, sagt der Rechtsfuß, der noch nie in der 2. Liga gespielt hat. 

Neuland 2. Liga

»Ja, die Liga ist Neuland für mich und ich bin selbst gespannt. Aber es geht um die selben Dinge wie in der Bundesliga: laufen, kämpfen, Leidenschaft zeigen, Tore schießen«, sagt der Stürmer, der 149 Mal in der 1. Liga zum Einsatz kam und 19 Tore sowie 16 Vorlagen vorweisen kann. In der 3. Liga sind es 77 Spiele und 28 Treffer.

Beim DSC befindet er sich nun in einem Vierkampf um zwei Plätze.  Trainer Jeff Saibene favorisiert ein 4-4-2-System. Die Platzhirsche im Angriff, Fabian Klos (30) und Andreas Voglsammer (26), müssen sich gegen Schipplock und Prince Osei Owusu (21) behaupten.

»Das wird ein heißer Kampf«, ist Schipplock überzeugt. Die Konkurrenzsituation werde jeden Stürmer antreiben. »Jeder muss sich  in jedem Training und in den Testspielen beweisen und sich bestmöglich präsentieren.«

Bis jetzt spielte jeder Stürmer immer jeweils eine Halbzeit, das wird auch am Mittwoch gegen Banik Ostrau so sein. Ab Samstag, mit dem Spiel gegen FK Jablonec, wird sich das ändern. »Und dann wird es erst richtig interessant«, weiß der erfahrene Schipplock.

Saibene punktet mit ehrlicher und offener Art

Es kommt glaubhaft rüber, wenn er sagt, dass er sich nicht zu schade sei, vor dem Tor auf den besser postierten Mitspieler abzulegen. »Mir wurde auch schon gesagt, ich müsse egoistischer sein.« Doch das liegt nicht so sehr in seinem Naturell.

»Es geht in erster Linie darum, dass wir gewinnen. Aber natürlich ist es für einen Stürmer sehr wichtig, Tore zu schießen. Das steigert das Selbstbewusstsein.« Wer wüsste es besser als Sven Schipplock?

Jeff Saibene ist jedenfalls überzeugt davon, dass »er uns Freude machen wird«. Der Ex-Hamburger sei »ein guter Typ«, der sich bereits schnell integriert habe. Schipplock hatte sich mit Saibene in Konstanz getroffen und schnell festgestellt: Bei Arminia, das könnte passen. »Ich hatte gleich ein gutes Gefühl. Mir hat die ehrliche und offene Art von Jeff Saibene gefallen und auch die Art, wie er Fußball spielen lässt.«

Doch was ist nun eigentlich ein »Shuttle-Run«? Dabei müssen die Spieler so lange auf einer Strecke von etwa 15 Metern hin und her laufen, bis sie nicht mehr können. Am Ende bleibt einer übrig. Das war in Gruppe eins Jóan Símun Edmundsson – und in Gruppe zwei eben Sven Schipplock.

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