Hartherz deutet an, wie sich ein Sieg in Düsseldorf auf Arminias Restsaison auswirken könnte Hartherz: »Dann Halleluja«

Bielefeld (WB). Wird es »nur« eine entspannte Restsaison? Oder geht  für die Arminen nach dem nahezu gesicherten Klassenerhalt noch mehr? Diese Frage können die Zweitligaprofis des DSC nach ihrem späten  1:0-Sieg am Freitagabend über Nürnberg nur selbst beantworten. Vielleicht schon in den nächsten 180 Minuten.

Von Dirk Schuster
Als Tabellenfünfter fahren die Arminen (von links) Florian Hartherz, Fabian Klos und Konstantin Kerschbaumer am Freitag zum Spitzenspiel in Düsseldorf.
Als Tabellenfünfter fahren die Arminen (von links) Florian Hartherz, Fabian Klos und Konstantin Kerschbaumer am Freitag zum Spitzenspiel in Düsseldorf. Foto: Thomas F. Starke

Am Freitag geht es für den Tabellenfünften zu Spitzenreiter Düsseldorf (Sonntag 2:1 in Duisburg), nach der Länderspielpause kommt dann der Dritte Holstein Kiel (am Samstag 1:1 in Bochum) auf die Alm. Spiele, vor denen Florian Hartherz nichts als Freude empfindet: »In der Vorsaison mussten wir die Bälle auch einfach mal weghauen. Jetzt haben wir nicht mehr die Klinge am Hals. Wir können spielen.« Man müsse nur »einfach so weitermachen. Und dann schauen wir, was geht.« Dann sagte der Linksverteidiger noch: »Wenn wir das nächste Spiel auch gewinnen, dann Halleluja!«

Platz eins ist utopisch

Was Hartherz meint: Platz eins ist utopisch. Platz zwei ist unrealistisch. Platz drei? Ist möglich. Einer muss ja Dritter werden. Und wer dachte, die Kieler hätten vor einer Woche mit ihrem 5:0 über Duisburg nach langer Durststrecke in die Spur zurückgefunden, sah sich nun in Bochum eines Besseren belehrt. Der VfL war dem Sieg näher als die Norddeutschen.

Noch immer kommt mehr als eine Handvoll Mannschaften für den Relegationsrang in Frage. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich am Ende ein Team zwei Duellen gegen – sagen wir – Mainz oder Wolfsburg ausgesetzt sieht, das darüber selbst am meisten überrascht sein wird, ist ziemlich groß.

So viele Punkte holen wie möglich

»Soll ich sagen, wir probieren jetzt aufzusteigen? Das würde ich nie sagen. Wir probieren, so viele Punkte zu holen wie möglich, und dann schauen wir, was dabei rauskommt«, wählte DSC-Trainer Jeff Saibene nach dem jüngsten Sieg eine eher defensive Formulierung, um Arminias aktuelle Ausgangslage zu beschreiben. Der Luxemburger meinte: »Wir haben den Tabellenzweiten geschlagen. Jetzt fokussieren wir uns darauf, wie wir Düsseldorf schlagen können.«

Es wird schwer, so viel ist sicher. Bei ihrem 2:0-Hinrundensieg zeigte die Fortuna dem DSC die Grenzen auf. Schon ein Remis am Rhein würde die auswärtsstarken Ostwestfalen in eine gute Ausgangslage vor dem Kiel-Spiel versetzen. »Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht«, sagte Bielefelds  Siegtorschütze Konstantin Kerschbaumer am Freitag: »Es war wieder ein weiterer sehr guter Schritt. Wir wollen da weitermachen. Dann werden das noch ganz gute acht Spiele.« Und Hartherz meinte: »Es wird ein spannender Abstiegskampf. Aber wir werden diesmal nicht dabei sein.«

Arminias Restprogramm

16. März: Düsseldorf (A)

1. April: Kiel (H)

8. April: Ingolstadt (A)

14. April: Aue (H)

20. April: Braunschweig (A)

27. April: Kaiserslautern (H)

6. Mai: St. Pauli (A)

13. Mai: Sandhausen (H)

Kommentare

Wenn nicht jetzt wann dann...

Die 2. Liga ist schon krass. Arminia hat eine sehr wechselhafte Saison gespielt. Trotzdem kann man berechtigterweise über den 3. Platz nachdenken. Die Realität ist dann wohl, wir sind noch nicht gut genug für Liga 1 sind. Aber die Anderen sind es wohl auch nicht. Jeder der jetzt die Punkte holt kann am Ende oben stehen. Also abwarten und Tee trinken, heißt es für die Fans. Die Mannschaft sollte lieber so weitermachen wie zuletzt. Auch wenn es in Düsseldorf eher schwer werde dürfte.

4 Füße für ein Halleluja

Bislang ist die Mannschaft nach jedem Hoch mehr oder weniger abgestürzt. Vielleicht kommt es jetzt am Ende der Saison ja anders. Allein, mir fehlt der Glaube. Während der glückliche Hartherz offenbar die Halleluja-Gene in sich trägt. Das Steherrennen um Platz 3 wird bis zum Ende spannend bleiben. Der Sieger wird aber durchaus nicht chancenlos in der Relegation sein. Wolfsburg oder Mainz werden mit nominell besseren Mannschaften, aber auch mit viel Frust und Angst in die Relegation gehen. Sollte sich der Dritlligist - sehr wahrscheinlich ein echter Außenseiter - durchsetzen, sollte er sich Darmstadt 98 für die folgende Erstligasaison zum Vorbild nehmen.
Sollte Arminia aufsteigen, sollte Hartherz im Halleluja-Steinbruch zu Bethel dann aber ein Konzert geben, in dem er Halleluja singt. Ganz schön viele "Sollte"!

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