Weihrauch: »Es gibt keine Favoriten, es gibt keine Außenseiter« – mit Video 35, 40, 50 – Saibene verfolgt einen Punkte-Plan

Bielefeld (WB). Patrick Weihrauch hat dieser Tage eine Beobachtung gemacht, die sehr gut zum Ausdruck bringt, wie das in der zweiten Fußball-Bundesliga so läuft.

Von Friedrich-Wilhelm Kröger
Rang sieben, neun Siege: Trainer Jeff Saibene ist mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden.
Rang sieben, neun Siege: Trainer Jeff Saibene ist mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Foto: Thomas F. Starke

Eine Etage höher haben die Bayern 20 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Schalke. In der zweiten Liga trennen den Spitzenreiter Düsseldorf 23 Punkte vom 1. FC Kaiserslautern.

Aber die Pfälzer sind Letzter. So eng sei das, stellt der Arminia-Profi fest und schlussfolgert, dass man eben ständig etwas holen müsse in dieser ausgeglichenen Spielklasse. »Die da unten habe alle gewonnen«, sagt Weihrauch zum Verlauf des vergangenen Spieltags, »deswegen war der Punkt schon sehr wichtig.«  Gemeint ist das eigene 2:2 in Heidenheim, das nicht nur die weiterhin respektable DSC-Position im Mittelfeld, sondern auch die Annahme von Weihrauch bestätigt: »Es gibt keine Favoriten, es gibt keine Außenseiter.« 

Trilogie, die es in in sich hat

Und doch wartet auf seine Mannschaft nun eine Trilogie, die es in sich hat. Der 1. FC Nürnberg (2.), Fortuna Düsseldorf (1.) und Holstein Kiel (3.) sind die kommenden Gegner der Arminen. Zumindest auf dem Papier gibt es in kurzer Abfolge keine schwereren Aufgaben. Es kommt, wie es kommt. »Ich bin überzeugt, dass wir auch in diesen Spielen punkten können«, sagt Trainer Jeff Saibene, »alles ist offen.« In der Hinrunde schaffte sein Team beim gleichen Dreierpack einen Sieg in Nürnberg (2:1), verlor gegen Düsseldorf (0:2) und in Kiel (1:2).

Im Moment bieten die Bielefelder einen bunten Ergebnis-Mix: neun Siege, acht Remis, acht Niederlagen. Das bündelt sich zu Rang sieben. Nicht schlecht für einen akuten Abstiegskandidaten der Vorsaison. »Es ist enorm, wie es bisher läuft«, sagt Saibene: »Wenn wir uns so etablieren können, wäre es eine sehr gute Saison.« Mit einem Erfolg morgen gegen die Franken (18.30 Uhr, Sky) kämen die Bielefelder einem Punkteschnitt von 1,5 sehr nah. Saibene spekuliert auf etwa 50 Zähler am Ende. »Ein Superschnitt«, wie der Trainer findet.

Zwischen den Stühlen

Gut, Relegationsrang drei gäbe es dafür gewiss nicht, ein wenig spickern sie immer noch in diese Richtung. Ohne jedoch den Blick in den Rückspiegel zu vernachlässigen. »Naiv« fände es der Luxemburger Fußball-Lehrer, das untere Drittel so gar nicht mehr im Auge zu behalten. Deswegen ist »40« auch für Saibene bis auf Widerruf die magische Zahl. Noch sitzt der Zweitligist bei 35 Punkten zwischen den Stühlen, der Trainer rät dazu, »nicht viel Energie zu verlieren mit Tabellenschauen«.

Bloß bleibt das natürlich immer ein schöner Spaß. Sowohl für den Aufstiegs- als auch den Abstiegskampf können zwei, drei Siege oder Niederlagen am Stück die Situation nachhaltig verändern. Einen Vollabsturz fürchtet der DSC sicher nicht mehr, Saibene hält sein Team »im Großen und Ganzen für stabil« und jederzeit für »sehr konkurrenzfähig«. Bei dieser Einschätzung kommt dann wieder Nürnberg ins Spiel – ein Erstliga-Anwärter, Stand jetzt.

Große und kleine Wahrheiten

Es gibt aber auch beim FCN eine große Wahrheit und eine kleine. Die große Wahrheit: von den vergangenen zwölf Begegnungen verlor die Mannschaft nur eine. Die kleine Wahrheit: von den letzten zwei Spielen gegen die Kellerkinder Bochum und Fürth gewann sie keines, ein Tor erzielte sie seit 199 Minuten nicht mehr. »Wir müssen uns nicht verstecken«, sagt Armine Weihrauch, der bezüglich der 40-Punkte-Marke auch keine Gefangenen macht: Die will er schon am übernächsten Freitag eingesammelt haben, nach der Partie bei Tabellenführer Düsseldorf. 

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