Verkauf könnte bis zu zehn Millionen Euro einbringen – Oetker-Manager Gerner im Arminia-Aufsichtsrat Einige Interessenten für Stadionkauf

Bielefeld (WB). Mathias Gerner ist vier Wochen nach seiner Wahl in den Wirtschaftsrat nun auch Mitglied im Aufsichtsrat des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld. Der 43-Jährige, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Steuern der Dr. August Oetker KG, wurde am Montagabend zum Mitglied des Kontrollgremiums. Gerner ist im neunköpfigen Aufsichtsrat der Interessenvertreter des »Bündnis Ostwestfalen«, das dem DSC mit vielen Millionen Euro bei der Entschuldung hilft.

Von Jens Brinkmeier
Noch viel zu tun: Oetker-Manager Mathias Gerner (links) und DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer.
Noch viel zu tun: Oetker-Manager Mathias Gerner (links) und DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer. Foto: Thomas F. Starke

Zu dem Sanierungskonzept gehört wie mehrfach berichtet auch der Verkauf der Schüco-Arena, um den sich operativ Arminias Geschäftsführer Markus Rejek kümmert. Mehr als fünf Interessenten soll es geben, die das Stadion erwerben möchten. »Davon kommt keiner aus dem Bündnis Ostwestfalen«, verrät DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer, der »froh darüber« ist, dass er und seine Mitstreiter keine Klinken putzen mussten: »Die Interessenten sind auf uns zugekommen.«

Rückkaufrecht soll vereinbart werden

Etwa sechs bis zehn Millionen Euro könnte der Verkauf bringen. Das ist abhängig von der jährlichen Pacht und auch davon, »ob wir das Stadion komplett verkaufen oder das Innenleben (z.B. Videoanlagen, Anm. der Red.) behalten«, so Laufer. Mit dem Erlös will Arminia die restlichen Schulden bezahlen. Am Zeitplan – Veräußerung bis Ende Juni – hält der Klub fest. Ebenso wie am Rückkaufrecht, das vereinbart werden soll.

Der 69-Jährige betont erneut, dass die Schüco-Arena »ein gutes Investment« sei. »Aber natürlich ist es ein Renditeobjekt und mit einem Risiko behaftet. Denn wir wissen ja nicht im voraus, in welcher Liga wir in den nächsten Jahren spielen«, erklärt Laufer. Der Stadionverkauf genieße Priorität, »aber wir wollen die anderen Themen nicht vernachlässigen. Es gibt noch eine Menge zu tun«, sagt der Präsident. Beim Thema neues Trainingsgelände hält sich Laufer allerdings zurück. »Das ist momentan ein Wunschtraum. Wir wissen, dass das aktuelle nicht ausreichend ist. Aber wer soll das alles bezahlen? Unser Schiff hat noch nicht einmal eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Aus eigener Kraft können wir das nicht stemmen. Und derzeit wüsste ich nicht, wen ich um ein paar zusätzliche Millionen bitten sollte«, erklärt Laufer.

Großes Gelände für Profis und Nachwuchs angedacht

Weil auf dem Gelände an der Friedrich-Hagemann-Straße ein Platz mit Rasenheizung fehlt, trainieren die Profis derzeit in der Tönnies-Arena in Rheda . Generell ist angedacht, ein ausreichend großes Gelände mit Unterbringungsmöglichkeiten für Profis und Nachwuchs zu bauen. »Auch hier gehen wir den Weg der kleinen Schritte«, so Laufer. Auch deshalb erklärt er mit Blick auf die sportliche Situation (34 Punkte, Platz acht): »Ich schaue nicht auf Platz drei, sondern wie groß der Abstand nach unten ist.« Der Klassenerhalt steht für ihn über allem.

Kommentare

Gut, dass Herr Laufer Realist bleibt. Auch ich sehe durchaus noch die Gefahr des Abstieges. Es sind nur 7 Punkte Abstand bei noch 10 ausstehenden Spielen. Das kann flott mal gaaanz eng werden.
Und wenn der Abstieg käme, dann erübrigt sich vermutlich auch die Stadionverkaufsfrage ...

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