Kerschbaumer für Arminia immer wichtiger – am Freitag gegen Dresden Der neue Torgarant

Bielefeld (WB). Er trifft und trifft: Arminia Bielefelds Mittelfeldspieler Konstantin Kerschbaumer (sieben Tore) könnte am Freitag zu Stürmer Andreas Voglsammer (acht) aufschließen. Zudem wäre damit ein Erfolg gegen Dynamo Dresden (18.30 Uhr, Schüco-Arena) fast sicher.

Von Jens Brinkmeier
Schon sieben Mal gejubelt: Konstantin Kerschbaumer ist Arminias zweitbester Torschütze.
Schon sieben Mal gejubelt: Konstantin Kerschbaumer ist Arminias zweitbester Torschütze. Foto: Thomas F. Starke

Nur einmal gewann der DSC in dieser Zweitligasaison mit einem Kerschbaumer-Tor nicht (beim 2:3 in Regensburg). In den anderen sechs Spielen, in denen der Österreicher traf, gab es fünf Siege, einmal – gegen Union Berlin – rettete das Kerschbaumer-Tor den Arminen ein 1:1. Es sei aber nicht sein Ziel, Voglsammer als bester Bielefelder Torschütze abzulösen, sagt der 25-Jährige. »Ich will ihn nicht einholen und hoffe, dass Vogi schon gegen Dresden wieder trifft. Er spielt richtig gut, gegen Darmstadt hat er das 1:0 super vorgelegt. Es fehlt nicht mehr viel. Mir ist nur wichtig, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind«, gibt sich Kerschbaumer bescheiden.

Dass die Mannschaft derzeit aber so erfolgreich ist und heute nach Punkten zum Tabellendritten aufschließen könnte, liegt auch an Konstantin Kerschbaumer. Seitdem der Rechtsfuß auf der linken Außenbahn und nicht mehr im zentralen defensiven Mittelfeld spielt, hat er fünfmal getroffen und zwei Tore vorgelegt. In der ursprünglichen Rolle erzielte er zwei Tore (eine Vorlage). »Ich hatte mit der Position bei meinen früheren Vereinen gar nicht so gute Erfahrungen. Aber unser Trainer Jeff Saibene hat mich sehr gut darauf eingestellt. Ich habe einige Freiheiten und bin kein klassischer Flügelspieler, sondern auch viel auf der Halbposition unterwegs. Dadurch komme ich häufiger zum Abschluss«, erklärt Kerschbaumer.

»Gewinnen und zu Platz drei vorstoßen«

Dass auch seine Tore Arminia auf Platz fünf geführt haben, dessen ist er sich bewusst. Und der Blick auf die Tabelle sei auch nicht verboten. Von Träumereien hält Kerschbaumer aber nichts. »Als Sportler streben wir immer nach dem Höchsten. Aber wir sehen das realistisch. Wir sind Arminia Bielefeld und haben uns vor der Saison ein Ziel gesetzt. Das haben wir noch nicht erreicht«, sagt der Torjäger aus dem Mittelfeld und meint damit, dass noch sechs Punkte bis zur 40-Punkte-Marke fehlen. »Natürlich wollen wir gegen Dresden gewinnen und zu Platz drei vorstoßen. Und mit unseren Fans im Rücken ist ein Sieg auch möglich.«

Mehr als 18.000 Zuschauer werden heute Abend erwartet, davon etwa 1000 aus Sachsen. Werden sie den zweiten Heimsieg in Folge und den fünften insgesamt sehen? »Dynamo ist eine Mannschaft, die auch viel Wert auf das Spielerische legt. Das kommt uns entgegen. Es wird sicher ein sehr interessantes Spiel«, meint Kerschbaumer. Vielleicht kommen dabei auch wieder die Last-Minute-Qualitäten der Arminen zum Tragen. Kerschbaumers 2:0 am vorigen Samstag gegen Darmstadt war das sechste DSC-Tor in der Nachspielzeit – Ligabestwert. »Es ist wichtig, bis zum Schluss voll da zu sein. Wir sind in einem sehr guten körperlichen Zustand, das ist eine Stärke von uns, da wollen wir weitermachen«, sagt der Mittelfeldspieler.

Saibene kann fast aus dem Vollen schöpfen

Der DSC ist die laufstärkste Mannschaft der Liga: In den bisher 23 Saisonspielen legten die Arminen eine Distanz von 2764 Kilometern zurück. Auf Platz zwei dieser Rangliste folgt der FC Ingolstadt (2745). Kerschbaumer war am 23. Spieltag die Nummer eins der 2. Liga: 13,50 Kilometer spulte er gegen Darmstadt ab. »Jeder von uns marschiert und gibt immer richtig Gas«,  lobt er die Kollegen. Mit dieser Einstellung soll auch Dresden in die Knie gezwungen werden.

Zu seiner Zukunft (Kerschbaumer ist vom FC Brentford ausgeliehen) gebe es keinen neuen Stand. »Zu den Verantwortlichen habe ich derzeit keinen Kontakt. Ich konzentriere mich auf Arminia. Mal sehen, wie es dann weitergeht. Ich fühle mich in Bielefeld sehr wohl«, so der 25-Jährige. DSC-Sportchef Samir Arabi hatte kürzlich erklärt, hart um eine Verpflichtung Kerschbaumers über den Sommer hinaus kämpfen zu wollen.

Personell kann DSC-Trainer Jeff Saibene fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Stürmer Nils Quaschner (Reha nach Knie-OP), der auch gesund nur Ergänzungsspieler war, sind alle Arminen fit.

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Dick, Behrendt, Börner, Hartherz - Weihrauch, Prietl, Schütz, Kerschbaumer - Voglsammer, Klos

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