Kommentar zu Arminia Bielefeld Arminia ist jetzt in der Verlosung

Bielefeld (WB). Die neun Punkte, die die Arminen in ihren fünf Partien dieses Jahres gesammelt haben, sind überaus löblich. Überragend sind sie gleichwohl nicht, ebenso wenig wie es die Leistungen sind, die die Mannschaft bietet. Aber sie sind der Beleg dafür, wie stabil das Team anno 2018 auftritt.

Von Dirk Schuster
Trainer Jeff Saibene ist ehrgeizig und weiß, welche Chancen sich seiner Arminia in dieser Saison bieten.
Trainer Jeff Saibene ist ehrgeizig und weiß, welche Chancen sich seiner Arminia in dieser Saison bieten. Foto: Thomas F. Starke

Ein gewisses Maß an Stabilität genügt, um in dieser 2. Liga eine ganz gute Rolle zu spielen. Nur drei Punkte Rückstand auf Kiel – sogar Platz drei ist auf einmal in Reichweite. Arminia ist jetzt in der Verlosung.

Natürlich lassen die Bielefelder keine Gelegenheit aus, die 40 zu ihrer Lieblingszahl zu erklären. Aber wer erlebt hat, wie sauer Jeff Saibene nach den Niederlagen zum Vorjahresabschluss in Sandhausen und Regensburg war, und wie sehr den ehrgeizigen Trainer das eine oder andere Remis der jüngeren Vergangenheit geärgert hat, der ahnt, welches Feuer in ihm lodert. Denn er weiß ganz genau: Eine Saison wie diese, die sogar Mittelklassemannschaften reelle Aufstiegschancen offeriert, gibt es nur alle Jubeljahre mal.

Blick in die Bundesliga

Nur mal so zum Vergleich: In der Vorsaison hatte der Tabellendritte zum jetzigen Zeitpunkt bereits 42 Punkte auf dem Konto, in der Spielzeit davor immerhin 41. Kiel, am 28. Spieltag übrigens noch auf der Alm zu Gast, hat 37.

Und es reicht ja schon ein flüchtiger Blick auf den Bodensatz der 1. Liga, um zu ahnen, wie viel schwerer es schon in der kommenden Serie werden dürfte, anzugreifen. Wäre heute Saisonende, hießen die Absteiger Köln und Hamburg. Zwei Schwergewichte, die mit nur einem Ziel (und mit dem nötigen Kleingeld) in die kommende Spielzeit gingen: direkter Wiederaufstieg.

Zwar planen bekanntlich auch die Arminen mit anderen monetären Möglichkeiten ihre nächste Serie. Doch wenn es tatsächlich einen Weg gibt, diesen Konkurrenten elegant aus dem Weg zu gehen – warum denn nicht?

Kommentare

Aufstieg? Nehme ich gerne mit!

Ich sehe es ähnlich, wie der Beutelipper. Wenn am Ende der Saison die Relegation oder gar der Aufstieg winkt, warum nicht. Wichtig ist nur, dass alle Verträge längerfristig für beide Ligen gelten und man sich nicht zerfleddern lässt. Auch darf muss man trotz höherer Einnahmen die Gehälter im Rahmen halten, denn ein wahrscheinlicher direkter Abstieg darf nicht zum finanziellen Chaos führen. Dann können wir auch in Liga 1 eine schöne Zeit genießen. Den ein oder anderen Punkt wird man auch da holen. So stark ist die Bundesliga (leider) nicht mehr.

Wenn die Spieler langsam aufhören, direkt nach gewonnenen Spielen das nächste einfach abzuschenken, dann ist zumindest die Relegation keine Träumerei. Zumindest sehe ich keine Mannschaft in der Liga, die überirdisch gut ist. Wenn es nichts wird, bin ich trotzdem zufrieden. Im Vergleich zur letzten Saison sind das Quantensprünge an Verbesserungen. Auch oder vor allem durch einen souveränen Torwart.

Warum denn nicht ? So sieht das aus. Im Gegensatz zu Meinungen im Forum für betreutes Kommentieren sehe ich die Lage entspannt. Ja, es gibt viele Beispiele, wo Aufsteiger kurze Zeit später den Fahrstuhl zurück nach unten und sogar noch tiefer bestiegen haben. Na und ? Was wollen wir denn tun, wenn die Mannschaft weiter siegt ? Wie sollten Saibenes Anweisungen in den letzten Spielen aussehen ? "Schießt mal bitte am Tor vorbei, aber nicht so deutlich, dass es auffällt ! Schließlich wollen wir Platz 4-7 erreichen !" Ich gehe zu den Spielen von Arminia, um Siege zu sehen. Mag sein, dass andere das anders sehen. Vielleicht gehen die dann aber auch zu einer Bundestagswahl, um eine Oppositionspartei zu wählen, die sich erneuern muss.

Selbst Meinungen, eine verlorene Relegation würde nur Frust bedeuten, habe ich schon gelesen. Was für ein Unsinn. Ein Scheitern wäre kein Beinbruch, würde jedoch eine fette Zusatzeinnahme und eine wertvolle Erfahrung für die Spieler bedeuten. Und sollte es tatsächlich mit einem Aufstieg klappen, was ich persönlich für relativ unwahrscheinlich halte, sollte man ganz genau hinsehen, ob andere Clubs nicht entscheidende Fehler begangen haben. Zum Beispiel der SC Paderborn, die fast allen Leistungsträgern Ausstiegsklauseln zugebilligt hat. Solche Spieler, die nur dann kommen, möchte ich hier nicht sehen, sondern nur Leute, die auch zurück in die 2. Liga gehen würden. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass eine langsame Steigerung nachhaltiger ist, aber planen kann man da wenig.

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