DSC-Trainer Saibene forderte Hartherz zum Freistöße üben auf Sonderschicht führt zum Erfolg

Bochum (WB). Der Ball schlägt unhaltbar im rechten Winkel ein, der Jubel ist groß. Nach seinem ebenso schönen wie wichtigen Freistoßtreffer läuft Arminia Bielefelds Siegtorschütze Florian Hartherz zu Trainer Jeff Saibene. Danach macht der Linksverteidiger noch Liegestütze auf dem Rasen. Nach dem 1:0-Erfolg beim VfL Bochum verraten Spieler und Coach die Hintergründe.

Von Jens Brinkmeier
Der passt genau: Florian Hartherz (vorne) streichelt den Ball zum Bielefelder Siegtreffer ins Bochumer Tor.
Der passt genau: Florian Hartherz (vorne) streichelt den Ball zum Bielefelder Siegtreffer ins Bochumer Tor. Foto: Thomas F. Starke

»Ich habe ihm gesagt, er soll sich die Freistöße zutrauen. Seitdem ich das gesagt habe, übt er regelmäßig. Dafür ist Florian belohnt worden«, sagte Saibene. Etwa 50 Freistöße pro Trainingswoche schießt Hartherz nach den Einheiten, in der Regel mit Tom Schütz.

Der Mittelfeldspieler stand am Montag auch mit am Ball, der etwa 17 Meter vom Bochumer Tor entfernt lag. »Schützi sagte mir, dass ich schießen soll, er hat mir das Vertrauen gegeben. Der Ball passte dann genau, das war ein tolles Gefühl«, erklärte der Linksfuß. Er wolle weiter üben, seine Schusstechnik verfeinern. »Dann kann das eine Waffe werden«, hofft Hartherz auf weitere Freistoßtore in dieser Saison.

Auf Platz acht geklettert

Dass den Arminen durch den Hartherz-Kunstschuss in der 68. Minute ein eher glücklicher Sieg gelungen war, wollte auch Saibene nicht verhehlen. Doch in erster Linie war der Luxemburger froh über »unglaublich wichtige drei Punkte«.

Um die Aussage zu unterstützen, genügt ein Blick auf die Zweitligatabelle. Der DSC kletterte dank des Dreiers beim VfL mit nun 29 Punkten aus 20 Spielen auf den achten Platz.

Der Vorsprung auf Relegationsrang 16 beträgt derzeit sieben Zähler. Der Vorsprung auf Bochum vergrößerte sich auf sechs Zähler. »Das war ein Sechs-Punkte-Spiel«, befand Saibene.

Saibene: »Nervosität war groß«

Der Coach war insbesondere mit dem Auftritt seiner Schützlinge in den ersten 45 Minuten nicht zufrieden. »Uns fehlten Ruhe und Abgeklärtheit, es gab viel zu viele Fehlpässe. Die Nervosität war groß. Es stand viel auf dem Spiel, daher war es hektisch«, analysierte Saibene.

Allerdings war bei den Bielefeldern nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg (ein Punkt) das Selbstvertrauen auch nicht allzu hoch. Dazu kam, dass Rückkehrer Keanu Staude einen schlechten Tag erwischte, so dass über die linke Seite kaum Gefahr ausgestrahlt wurde.

Die Stürmer Andreas Voglsammer und Fabian Klos hingen in der Luft und sahen die Bälle meist nur bei Freistößen und Eckbällen. Bei Klos kamen Magenprobleme hinzu, wegen derer der Vizekapitän in der 62. Minute ausgewechselt werden musste. Klos fehlte am Dienstag beim Auslaufen.

Wieder kein Gegentor

Bei aller Kritik freute sich Jeff Saibene darüber, dass sein Team auch im zweiten Punktspiel des Jahres kein Gegentor kassierte ( zuvor 0:0 gegen Greuther Fürth ). Vor der Winterpause hatten sich die Arminen bei den Niederlagen in Sandhausen und Regensburg jeweils drei Treffer eingefangen.

»Wir standen sehr stabil«, lobte der Trainer. »Das zu Null ist die Basis für unser Spiel, darauf weisen wir die Mannschaft auch immer wieder hin.«

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