Abwehrspieler hofft auf neuen Vertrag – bei Arminia oder anderswo – mit Video Dick im Geschäft

Bielefeld (WB). Wie sich die Zeiten ändern: Vor einem Jahr hatte Ex-Arminia-Trainer Jürgen Kramny DSC-Verteidiger Florian Dick (33) nicht mal mehr mit ins Wintertrainingslager genommen. Nun nennt der aktuelle DSC-Coach Jeff Saibene den Abwehrspieler seinen »heimlichen Chef«. Sogar die Verlängerung von Dicks im Juni auslaufendem Vertrag erscheint wieder möglich.

Von Dirk Schuster
Florian Dick jubelt: Im Dezember erzielte er beim 5:0 gegen St. Pauli ein Traumtor.
Florian Dick jubelt: Im Dezember erzielte er beim 5:0 gegen St. Pauli ein Traumtor. Foto: Thomas F. Starke

Dick ist bei Saibene als Rechtsverteidiger gesetzt. Auch im Zweitligaspiel am Montagabend beim VfL Bochum (20.30 Uhr, Ruhrstadion) wird der 33-Jährige in der Startelf stehen. Zwar hatten die Ostwestfalen für die Dick-Position im Sommer den deutlich jüngeren Nils Teixeira aus Dresden zum DSC geholt. Doch der 27-Jährige schaffte zuletzt nicht einmal mehr den Sprung in den 18er-Kader. 

Dick hat sich durchgesetzt. »Florian ist eine Persönlichkeit und genießt eine hohe Akzeptanz. Für mich ist er ein heimlicher Chef, der alles koordiniert, der redet, der dirigiert und mit seiner Erfahrung extrem wertvoll ist«, hatte Saibene  unlängst im Interview mit dieser Zeitung gelobt und erklärt: »Um sich bezüglich eines neuen Vertrags festzulegen, ist es noch zu früh. Wir wissen, was wir an Florian haben. Aber es geht auch um seine Gesundheit und sein Leistungsvermögen. Wir werden schauen, wie er die nächsten Monate verkraftet und dann ganz sachlich entscheiden.«

Keine Rente in Sicht

Seitdem hat Dick nichts mehr gehört. »Mein letzter Stand ist der aus der Zeitung. Bisher hat es keine Gespräche gegeben«, sagt der Profi: »Ich habe aber nicht vor, nach dieser Saison in Rente zu gehen, sondern schon noch ein paar Jahre zu kicken.« Sofern Arminia wolle, sei er gesprächsbereit, so Dick (seit 2014 beim DSC).

Doch ewig wird er nicht warten: »Wenn ein anderer Verein kommt, werde ich mir das Angebot anhören. Das ist doch ganz normal.« Es müsste auch nicht zwingend die 2. Liga sein. Dick: »Ich bin ja auch zu Arminia gekommen, als der Klub in der 3. Liga spielte. Ob 1., 2., 3., 4. Liga oder Ausland – das Gesamtpaket muss passen«, sagt der zweifache Familienvater.

»Meine Eltern haben eine Gaststätte«

Nach der Aktiven-Laufbahn, sagt Dick, wolle er in anderer Funktion im Fußball weiterarbeiten: »Trainer ist nicht die erste Option, möglicherweise ein Geschäftsstellen-Job. Aber es ist auch nicht ausgeschlossen, dass ich etwas ganz anderes mache.« Der 33 Jahre alte Hobby-Zauberer hat eine Ausbildung zum Informatikkaufmann abgeschlossen. »Meine Eltern haben zudem eine Gaststätte, die ganz gut läuft«, sagt Dick. Priorität genieße aber der Fußball.

So auch am Montag. Dick weiß, dass es eine hellwache Arminia braucht, um mit der Unterstützung von 1800 DSC-Fans in Bochum zu bestehen. Zumal der Vorsprung auf Relegationsrang 16 aktuell nur noch vier Zähler beträgt.

Trainer Saibene ist zu einer Änderung gezwungen. Manuel Prietl fehlt gelbgesperrt. Konstantin Kerschbaumer rückt für ihn von der linken Seite ins Zentrum. Seinen Platz auf der Außenbahn könnte wiederum Leandro Putaro einnehmen. Stephan Salger fällt wegen einer Viruserkrankung aus.

Arminias Coach ist froh, dass das Winter-Transferfenster am Mittwoch schließt. »Es sieht nicht so aus, als ob sich bei uns bis dahin noch etwas tut«, sagt Saibene. Die Stürmer Andreas Voglsammer und Fabian Klos waren bei anderen Klubs in den Fokus gerückt. Saibene: »Ich bin froh, wenn wir Klarheit haben. Aber von diesen beiden wird keiner gehen. Es sei denn, es kommt noch eine unglaubliche Offerte. Doch das kann ich mir nicht vorstellen.«

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Dick, Behrendt, Börner, Hartherz - Weihrauch, Schütz, Kerschbaumer, Putaro - Klos, Voglsammer

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