Wie Essens Vorstand Marcus Uhlig über Arminias neue Perspektive denkt Uhlig: »Ich freue mich wie ein Kind«

Essen/Bielefeld (WB). Bevor der DSC Arminia am Mittwoch gegen Greuther Fürth (20.30 Uhr, Schüco-Arena) seine Zweitligasaison fortsetzt, haben die Ostwestfalen am Freitag bei Rot-Weiss Essen ihr letztes Testspiel absolviert. Dabei kam es zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig (46), der seit dem 1. November 2017 Klubboss bei RWE ist. Mit dem Vorstand des Regionalligisten sprach Dirk Schuster.

Marcus Uhlig an seinem neuen Arbeitsplatz. Der 46-Jährige ist seit November Klubboss bei Rot-Weiss Essen.
Marcus Uhlig an seinem neuen Arbeitsplatz. Der 46-Jährige ist seit November Klubboss bei Rot-Weiss Essen. Foto: Thomas F. Starke

Ist Essen nur beruflich oder auch privat Ihr Lebensmittelpunkt geworden, Herr Uhlig?

Uhlig: Ich bin wieder bei meiner Mutter in meinem Geburtsort Kamp-Lintfort 30 Kilometer von Essen entfernt eingezogen. Da ich in Essen viele Abendtermine habe, ist das praktisch. Die Wochenenden versuche ich so regelmäßig wie möglich bei meiner Frau und unserem Sohn in Bielefeld zu verbringen. Das funktioniert gut.

Im Juli 2015 sind Sie aufgrund eines Erschöpfungssyndroms als Arminia-Geschäftsführer ausgestiegen. Wie geht es Ihnen heute?

Uhlig: Es geht mir gut. Das liegt auch daran, dass mein Aufgabengebiet bei RWE klarer definiert ist, als es bei Arminia der Fall war. Als Vorstand bin ich natürlich auch in Essen für alle Bereiche verantwortlich. Aber der Klub ist sehr geordnet und klar aufgestellt, das macht es mir einfacher. In Essen gibt es für mich zwei Schwerpunkte: Erstens, unsere ohnehin schon gute Sponsorenstruktur weiter auszubauen und die Erlöse zu erhöhen, um damit zweitens den nächsten Schritt auf sportlicher Ebene vorzubereiten; sprich, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in der nächsten Saison oben mitzuspielen. Bei Arminia habe ich damals quasi alles gemacht – teilweise auch selbst verschuldet. Heute schreie ich nicht mehr an jeder Ecke: Hallo, immer her mit der Arbeit! Ich delegiere jetzt mehr. Zudem hat mir die lange Auszeit, bevor ich in Essen angefangen habe, gut getan.

Sie hatten nach Ihrem Aus bei Arminia gesagt, nie wieder im Fußball in der ersten Reihe arbeiten zu wollen.

Uhlig: Das stimmt. Und ich hätte das außer bei RWE auch nirgendwo sonst gemacht. Ich habe als Jugendspieler mal ein Angebot von Rot-Weiss bekommen. Meine Eltern waren damals gegen einen Wechsel an die Hafenstraße. Ich sollte mich lieber auf die Schule konzentrieren. Dem musste ich mich beugen. Ich bin seit frühester Kindheit RWE-Fan. Essen und der DSC Arminia, für den ich zwölf Jahre lang als externer Dienstleister, Pressesprecher, Teammanager und Geschäftsführer tätig war, sind tief in meinem Herzen verankert. Als beide Klubs 2016 in der ersten Pokalrunde aufeinandertrafen, war mein größtes Problem, dass ich das ganze Spiel lang nie so richtig wusste, für wen ich sein soll.

Vergleichen Sie doch einmal beide Klubs miteinander.

Uhlig: RWE spielt in Essen eine noch zentralere Rolle als Arminia in Bielefeld. Auch wenn die 50er-Jahre lange her sind: Als ehemaliger Deutscher Meister und Pokalsieger schleppst du eine Menge Historie mit dir herum. Der Klub ist groß, nicht viel kleiner als Arminia – wenn überhaupt. Das Umfeld ist noch emotionaler als in Bielefeld – im Positiven wie im Negativen. Aber auch in Essen gilt: Für Tradition allein kann man sich nichts kaufen.

Wie bewerten Sie die finanzielle Entwicklung bei Arminia, insbesondere das »Bündnis Ostwestfalen«?

Uhlig: Wenn für Arminia alles so kommt, wie es sich abzeichnet, dann freue ich mich aus alter Verbundenheit wie ein Kind für meinen alten Klub. Aber natürlich ist das kein ganz neues Thema. Auch zu meiner Zeit haben wir neben dem ständigen kurzfristigen Krisenmanagement etwas Vergleichbares vorgehabt und auch bereits Dinge angestoßen. Die Lizenzierungsphasen waren damals immer eine gewaltige Aufgabe, insbesondere nach dem dramatischen Abstieg in die 3. Liga im Relegationsrückspiel gegen Darmstadt 98 im Mai 2014. Wir haben Arminia Bielefeld damals stabilisieren, aber nicht konsolidieren können. Das sieht jetzt anders aus. Ich habe über den neuen Geschäftsführer Markus Rejek viel Gutes gehört. Wenn das Projekt gelingt, wird man das immer mit seinem Namen in Verbindung bringen.

Kommentare

RWE - Der schlafende Riese

Ist schon okay, Herr Uhlig. Man darf ruhig fuer 2 Clubs sein wenn man nicht aus Bielefeld kommt. Solange 1 Club Arminia ist ;-))
RWE ist ein Club dem ich wuensche mittelfristig wieder 2.Bundesliga zu spielen. Geile Fans und Riesenpotential. Auf gehts Herr Uhlig!

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