Sanierungskonzept mit Bedingungen – Rückkaufoption geplant Verkauft Arminia das Stadion?

Bielefeld (WB). Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld ist wie berichtet auf einem guten Weg in eine finanziell deutlich bessere Zukunft. Um die Schulden (gut 22 Millionen Euro) durch das Sanierungskonzept sogar auf bis zu etwa 4,5 Millionen Euro zu reduzieren, ist nun ganz offenbar auch das Stadion ein wichtiger Faktor.

Von Sebastian Bauer und Jens Brinkmeier 
Die Schüco-Arena würde dem DSC wohl etwa fünf bis sechs Millionen Euro bringen.
Die Schüco-Arena würde dem DSC wohl etwa fünf bis sechs Millionen Euro bringen. Foto: Thomas F. Starke

Wie das WESTFALEN-BLATT erfuhr, erwägt der DSC, sein Stadion zu veräußern, um alle Bedingungen des Sanierungskonzepts zu erfüllen. Die Schüco-Arena steht aber nicht für den eigentlichen Buchwert zum Verkauf. 2010 bezifferte der DSC diesen auf etwa 30 Millionen Euro. Aus dem Umfeld eines Mitglieds im »Bündnis Ostwestfalen« – unter diesem Arbeitstitel unterstützen zwölf Unternehmen aus der Region den Verein – heißt es, dass nur ein Marktwert von fünf bis sechs Millionen Euro bei einem Verkauf zur Diskussion stehe.

Der Marktwert richtet sich danach, wie viel Geld ein Käufer bereit wäre, für die Arena zu zahlen beziehungsweise mit welchem Betrag ein Kreditgeber die Liegenschaft beleihen würde.

In den Planungen des Sanierungskonzepts ist nach Informationen dieser Zeitung allerdings berücksichtigt, dass der Klub das Stadion zurückkaufen kann. Diese Option könnte greifen, wenn der DSC schuldenfrei und wirtschaftlich potenter aufgestellt ist.

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Wir unterstützen Arminia auch in diesem Jahr, so wie wir es seit etwa 40 Jahren machen.

Thomas Lauritzen, Schüco-Sprecher

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Ob die Firma Schüco, die Hauptsponsor beim DSC ist und bis 2020 die Namensrechte am Stadion hält, als Käufer in Frage kommt? »Zu Spekulationen äußere ich mich nicht. Wir unterstützen Arminia auch in diesem Jahr, so wie wir es seit etwa 40 Jahren machen«, sagte Schüco-Sprecher Thomas Lauritzen, der auch im Aufsichts- sowie im Wirtschaftsrat des DSC sitzt, gegenüber dieser Zeitung: »Im Moment gibt es noch viel zu tun, die Absichtserklärungen müssen von allen umgesetzt werden. Wenn das geschieht, bekommen wir eine gute Zukunft für Arminia hin.«

Modell Stadiongesellschaft gescheitert

Der frühere Stadionausbau ist wegen der hohen Kosten (19 statt geplanter acht Millionen Euro) Hauptauslöser für Arminias Schuldenmisere. Auch deshalb standen in der Vergangenheit Finanz- und Entschuldungsmodelle mit der Schüco-Arena immer wieder im Fokus der Planungen.

Das Modell »Stadiongesellschaft Alm KG« darf dabei als gescheitert betrachtet werden, weil es nicht gelang, genügend Darlehen in Stadionanteile zu wandeln. Nach dem Rauswurf von Alm-KG-Geschäftsführer Gerrit Meinke im Dezember und einem möglichen Verkauf der Arena würde die Gesellschaft in ihrer jetzigen Form endgültig der Vergangenheit angehören.

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Für Bundesjugendspiele halte ich die Arena wirklich für zu groß.

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen

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Das Stadion ist für Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen zudem ein Argument, Arminia Schulden zu erlassen. »Mir hat noch niemand erklären können, was anderes als Bundesligafußball in der Schüco-Arena stattfinden sollte. Für Bundesjugendspiele halte ich die Arena wirklich für zu groß«, sagte Clausen. Im Falle einer DSC-Insolvenz wäre das Stadion an die Stadt übergegangen, die dann wiederum eine Menge Geld für die Instandhaltung hätte aufbringen müssen.

Altlasten reduzieren

Der Espelkamper Spielautomatenhersteller Paul Gauselmann, der auch zum »Bündnis Ostwestfalen« zählt, erklärte sein Engagement gegenüber dem WDR so: »Als ich zuletzt hörte, dass noch eine Restsumme von etwa 300.000 Euro fehlte, haben wir das übernommen und gleichzeitig das Angebot gemacht, dass wir weiter bei Arminia werben und eine Vorauszahlung für ein paar Jahre über ein, zwei Millionen Euro gewillt sind zu leisten, damit der Verein liquide wird.«

Zusammen mit einem möglichen Erlös aus dem Stadionverkauf, dem Verzicht auf einen Großteil der Stadionbürgschaft (insgesamt 9,7 Millionen Euro) durch das Land NRW, eine Bankbürgschaft durch die Stadt Bielefeld (364.000 Euro) und dem Schuldenerlass durch Gläubiger wäre es dem DSC damit sogar möglich, die Altlasten um etwa 18 Millionen Euro zu reduzieren.

Kommentare

Hauptsache Bundesliga

Egal wie es geht. Hauptsache Bundesliga Fußball in Bielefeld.
Wer Schulden macht muss diese tilgen. Wenn dies nicht gelingt, droht die Insolvens und der Amateurfußball. Daher bin ich über jede Möglichkeit der Entschuldung froh. Mit dem Wissen von heute, hätte man viele Fehler in der Vergangenheit nicht gemacht. Aber jetzt muss man sich mit den Realitäten beschäftigen. Und das ist auch gut so.

Ein zusätzlicher Segen für Arminia wenn einer dieses Stadion kauft

Die Unterhaltung des Stadions kostet Arminia doch jedes Jahr Millionen. Dazu kommen Zins- u. Tilgungsleistungen.

Also Freunde, was ist Euch denn lieber?

Arminia mit Stadion und 27 Mio. Schulden und in der Rückrunde vermutlich ohne Voglsammer, Klos u. Massimo. Mithin im Sommer vermutlich insolvent, weil Abgestiegen?
Oder:
Ohne Stadion und NUR noch mit 4,5 Mio. Schulden plus mindestens 12 Mio. „Freshmoney“, plus Voglsammer, plus Klos, plus Massimo, plus Kerschbaumer auch in der nächsten Saison, plus kein Abstieg plus gute Perspektiven usw. usw.

Also ich bevorzuge eindeutig die 2. Alternative!

Auf dem freien Markt würde Arminia dieses Stadion doch niemals verkaufen können. Weder für 6 Mio. u. schon gar nicht für 30 Mio. Es sei denn, die Stadt würde weitere Nutzungsmöglichkeiten gestatten.

Nein, Blocky u. ich wussten es ja schon vorher: So eine gute Perspektive hatten wir noch nie! Europa wir kommen :-)
Und jetzt mal unter uns Klosterseminar-Anwärtern. Das Stadion geht in gute Hände, denn der Ernst Middendorp (Armine u. Jahrhunderttrainer) kauft es zum fairen Preis.
Die Miete in Höhe einer warmen Mahlzeit täglich (einzunehmen bei Kraume) kann Arminia locker stemmen. Vermutlich legt Arminia sogar noch freiwillig den ein oder anderen Schnaps obendrauf!
SKOL

Auch Mitglieder und Fans wollen und können helfen

Dem „Bündnis Ostwestfalen” den allerherzlichsten Dank für die Zukunftsperspektive unseres Traditionsvereins. Nehmt uns auf in das Konzept der Vereinssanierung und startet eine Aktion in Zusammenarbeit mit Presse und den Fanclubs. Ein großer Teil der ca. 12.000 Vereinsmitglieder und eine noch größere Masse an Fans wären sicherlich bereit, sich mit einem eigen Anteil an diesem Rettungspakt zu beteiligen, ja, Teil zu sein derer, die diesem Herzblutverein eine starke und stolze Perspektive ermöglichen wollen.

Wie das Beispiel von @Lancelot (Daumen hoch) aufzeigt, käme schon bei 30 EUR pro Mitglied eine stolze Summe für unseren DSC zusammen. Ich möchte jedoch noch weiter gehen: Würden alle Mitglieder und Fans in einer durchgeplanten Aktion einen Betrag im Rahmen der individuellen Möglichkeiten spenden, kämen sicherlich Einzelspenden zwischen 10 EUR, 1.000 EUR oder mehr … zusammen. Die Chance auf eine Komplettsanierung unseres DSC sollten wir jetzt nutzen.

Voraussetzung wäre eine durchorganisierte Aktion in Begleitung der Fanclubs und der Presse. Nur dann wird der Effekt der Masse sich wie ein Sahnehäubchen über unseren geliebten Verein legen können. Auf geht’s, „Kleinvieh” kann atemberaubend viel „Mist” erzeugen ohne dass es einem weh tut. Zeigen wir einmalig und mit der Kraft der Masse, wie es geht. Alle gemeinsam. Ich bin sofort dabei!

Lancelot

Lancelot: "Jeder Armine sollte für diese Initiative dankbar sein, da es doch offenbar die einzige Möglichkeit ist, hier in Zukunft mehr als Regionalligafußball zu sehen. Also bitte etwas mehr Demut im Umgang mit den involvierten Personen."

Ich stand in dem Stadion als es noch nicht dieses Millionengrab war und Gegner wir Bayern mit Mattäus nach einem verlorenen Spiel auf der Alm vollkommen fertig waren, zu glorreichen 2. Liga Zeiten vor der 3. Liga saß ich mit Dauerkarte im Block J und der Block 6 war auch keine Schande für die Stimmung und auch beim Auswärtsspiel gegen Union damals als wir in die 3. Liga abstiegen und eigentlich insolvent waren haben alle zusammen gesungen, dass Arminia niemals untergehen wird. Also erzählen sie mir nichts davon, dass ich die Rettungstat zu schätzen weiß und das habe ich auch in dem Kommentar so erkennbar werden lassen. Aber es geht hier gerade um jahrzehnte langes rumwurschteln und jetzt auf einmal auf Basis der Informationslage die immer noch äussersr dünn ist, bin ich nicht derjenige der für Gerry Weber das Ehgrenpräsidiumsamt fordert, sondern jemand der im Überschwung der Gefühle die Realität im Auge behält.

Sie haben sicherlich genug Infos erhalten um jetzt schon Hurra zu rufen auf Basis der Infos die nun öffentlich sind ? Na dann nenne ich das naiv, nichts anderes was den Verein in die Lage geführt hat in der wir seit Jahren stecken.

Warum nicht ?

Warum soll Arminia das Stadion nicht verkaufen ? Natürlich wollen die Geldgeber auch irgendetwas wiederbekommen. Und wenn Arminia ein Rückkaufsrecht in gleicher Höhe bekommt spielt es auch keine Rolle, wenn es sich nur um 6 Mio handelt ! Wenn das das einzige Entgegenkommen für die Entschuldung wäre könnte ich sehr gut damit leben.

Hahahaha

Das Stadion ist locker 25 Mio Wert ! Wer auf 5 oder 6 Mio kommt sollte sich schnell andere Gedanken machen.

750.000 Euro bezahlt der SCP an Miete in Liga 3 für ihre Bude 15.000

Wir sind in Liga 2 ! Neue Modere Tribüne ! Da kannst du gut 2 Mio Mietr verlangen.

Bei einem Verkauf muss Arminia das bezahlen was die anderen wollen oder sollen sie auf der Rußheide spielen?

Behalten oder ein 20 Jahresvertrag über 350.000 im Jahr machen

Kaufmannsprache...

Wie schön, der Patient hat kaum Kraft zum atmen.Er steht mit dem Rücken zum Abgrund und lässt natürlich die 12 weißen Elefanten vorüber ziehen, die ihm die nötige Luft zum Leben bieten. Ja,die Alm ist der Preis dafür. Und?Gibt es bessere Alternativen?Spender sind sicherlich willkommen in der Melanchthonstr...

Augenblick mal

Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, so auch JimmyConway und Adam Riese. Ich kann deren Kommentare aber nicht einfach unkommentiert lassen. Wenn sich nun die Gönner des DSC dazu entschieden haben, dem Club geliehenes Geld zu schenken und zwar in Millionenhöhe, dann gibt es daran nichts zu bemäkeln. Auch wenn diese Privatpersonen oder Konzerne sicherlich wesentlich mehr Vermögen besitzen als Leute wie ich, die auf der Südtribüne stehen, hat niemand das Recht diese Handlungsweise herabzusetzen. Über das Geld anderer Menschen kann man leicht befinden!! Aber das steht niemandem zu. Jetzt hier eine Fliege in der Suppe zu suchen ist hochgradig undankbar und beleidigend. Jeder Armine sollte für diese Initiative dankbar sein, da es doch offenbar die einzige Möglichkeit ist, hier in Zukunft mehr als Regionalligafußball zu sehen. Also bitte etwas mehr Demut im Umgang mit den involvierten Personen. Bei knapp 11.000 Mitgliedern würde ich mir sogar eine eigene Aktion wünschen und selbstverständlich auch unterstützen. Wenn zum Beispiel jedes Mitglied 30 Euro spenden würde, dann könnte der Betrag, den die Stadt Bielefeld übernehmen muss von uns Mitgliedern getragen werden.

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