Kommentar zu Arminias Rettungspaket Eine große Verantwortung

In Ostwestfalen reißt es niemanden vom Hocker, wenn Arminia Bielefeld mal wieder tief im finanziellen Schlamassel steckt . Ein Schulterzucken, mehr ist nicht zu erwarten. Business as usual.

Von Sebastian Bauer
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Thomas F. Starke

Nun zeichnet sich rund um den DSC etwas ab, was nach den Jahren der sportlichen Abstiege, klammen Kassen und gescheiterten Rettungsversuche kaum vorstellbar schien – ein Hilfspaket mit Langzeitwirkung, ein Raus aus den Schulden. Und daraus resultierend eine sportliche Perspektive, wie sie lange nicht da gewesen ist. Möglich macht es ein Bündnis, das über Interessengrenzen hinweg den DSC-Karren an einem Strang aus dem Dreck ziehen will – neue Aufbruchstimmung inklusive.

Man muss schon viele Jahre zurückgehen, um zu einer Zeit zu gelangen, in der die Aussichten ähnlich vielversprechend waren wie zum Jahresbeginn 2018. Im April 1994 mischte man den DSC in ähnlich großem Stil auf wie 24 Jahre später. Mit Hilfe von potenten Geldgebern verpflichtete der damalige Regionalligist die Bundesligaspieler Thomas von Heesen, Fritz Walter, Jörg Bode und Armin Eck. Das Ziel Bundesliga wurde zwei Aufstiege später erreicht. Immerhin zwei Jahre hielt sich die wiederbelebte Arminia im Oberhaus. Das alles natürlich auch auf Kosten von Schulden.

Helfer ist die Unterstützung eine Herzensangelegenheit

Nach 2009 wieder in der 1. Liga mitzumischen, haben einige der Geldgeber sicherlich im Hinterkopf. Einem Großteil der Helfer ist die Unterstützung eine Herzensangelegenheit. Immer mit der Gewissheit handelnd, dass sie ihr Geld vom Zweit- oder Drittligisten wohl nicht zurückbekommen werden. Nur mit Schuldenschnitt, Darlehensverzicht und einer dann vielleicht doch wieder möglichen Bundesligarückkehr besteht überhaupt eine kleine Chance, dass irgendwann auch wieder Geld zu den Gönnern zurückfließt.

Bis dahin sind die Arminen gefragt: Verantwortungsvoll mit dieser Chance umzugehen ist oberstes Gebot. Zu oft waren in den vergangenen Jahren Macher am Werk, die nichts von ihrem Handwerk verstanden. Oder man ließ sich in fünf Jahren Bundesliga (2004 bis 2009) zum Größenwahn und einem übermäßig teuren Almausbau hinreißen. Für die greifbare Rettung muss Arminia dankbar sein und dafür sorgen, jeglichen zukünftigen Schlamassel zu vermeiden.

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