Trainer Saibene macht den Arminen klar, was gehen kann Raus aus dem Mittelmaß

Bielefeld (WB). 2018 hat angefangen. Aber Jeff Saibene machte einen letzten Abstecher nach 2017. Arminia Bielefeld hat im abgelaufenen Kalenderjahr 48 Zweitligapunkte gewonnen. Wäre dies die Ausbeute einer Saison, so entspräche sie wohl einem fünften, sechsten Platz in der Abschlusstabelle.

Von Friedrich-Wilhelm Kröger
Co-Trainer Carsten Rump (von links), Co-Trainer und Teammanager Sebastian Hille und Trainer Jeff Saibene während des Laktattests des DSC Arminia Bielefeld.
Co-Trainer Carsten Rump (von links), Co-Trainer und Teammanager Sebastian Hille und Trainer Jeff Saibene während des Laktattests des DSC Arminia Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Daran lässt sich ablesen, was in Bielefeld möglich sein kann. »Wenn alle zu 100 Prozent fokussiert sind«, wie der Trainer hinzufügt. Das war sein Team Mitte Dezember nicht mehr, ein wenig Restgroll hat sich Saibene trotz eines beruhigenden Malediven-Aufenthalts bewahrt. Es stand schon noch einiges auf seiner Tagesordnung beim gestern erfolgten Wiedersehen mit dem Team.

Vorweihnachtlicher Stimmungskiller

Gut, das 1:3 im Sandhausener Schnee bekommt mildernde Umstände, das folgende 2:3 in Regensburg nicht. Ein vorweihnachtlicher Stimmungskiller, den Trainer überhaupt nicht mögen. »Extrem schade« findet der Luxemburger, dass die letzten 2017er-Eindrücke etwas »kaputt« gemacht haben.

»Kaputt, das vielleicht nicht«, korrigiert er später. Doch im Grunde meint er genau das. »Wir haben bewiesen, dass wir gegen jeden mithalten können«, hat er seiner Mannschaft bei deren Dienstantritt zum Laktattest gesagt. Nur gibt es eben einen zweiten Teil der Wahrheit, den er nicht ausblenden will. Saibene: »Wenn wir nicht zu 100 Prozent die Gier haben, sind wir pures Mittelmaß – oder weniger.«

Sporar nach Bratislava?

Für einen spielt das nun keine Rolle mehr. Andraz Sporar ist wie bereits berichtet nicht länger ein Armine. Am Dienstag bestätigte der DSC das Ende des Ausleihgeschäfts mit dem FC Basel, der den Angreifer nun offenbar direkt abgibt an Slovan Bratislava. Die Eingliederung des schwierigen Slowenen in Bielefeld scheiterte.

Arminia spart bis 30. Juni insgesamt 90.000 Euro Gehaltskosten. 80.000 Euro der monatlichen 95.000 Euro, die der Profi in Basel kassierte, hatte der Schweizer Champions-League-Achtelfinalist weiter übernommen. Auf eine Ausleihgebühr soll der Klub sogar verzichtet haben.

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Wenn er normal getickt hätte, wäre es ein Verlust gewesen.

Trainer Jeff Saibene über Andraz Sporar

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»Wenn er normal getickt hätte, wäre es ein Verlust gewesen«, lautet Saibenes Bewertung dieser ständigen Problem-Personalie, »so ist es besser für alle«. Als völlig nutzlos stuft der Arminia-Coach die Verpflichtung trotzdem nicht ein.

Saibene sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Sporar-Ausleihe und den Klos-Auftritten. Das Konzept »Druckmittel«, wenn man es so bezeichnen will, ging jedenfalls auf, weil sich Fabian Klos zu dieser Saison in einer nahezu runderneuten Verfassung vorgestellt hatte.

Hemlein unzufrieden

Beim ersten Treffen nach der Winterpause war der Stürmer wegen eines grippalen Infekts entschuldigt. Nach einem nötigen zweiten Eingriff infolge einer Mandeloperation fehlt vorläufig auch der zweite Schlussmann Nikolai Rehnen. Er reist am 8. Januar nicht mit ins Trainingslager nach Benidorm, wo der Zweitligist am 11. Januar sein erstes Testspiel gegen den belgischen Erstligisten KRC Genk bestreitet.

Einen neuen Mann nach dem Sporar-Abgang fordert Saibene nicht, »wir haben genug Alternativen«, zumal Christopher Nöthe nach seinem Kreuzbandriss wieder zur Verfügung steht. Sollte noch jemand den DSC verlassen wollen, ließe sich gemäß Saibene darüber reden. Dem Vernehmen nach gibt es eine gewisse Unzufriedenheit über zu wenig Einsatzzeit bei Christoph Hemlein.

Keine Unruhe trotz Finanzen

Über den extrem engen DSC-Finanzrahmen hat sich Saibene über Zeitungslektüre und in einem Telefonat mit Sport-Geschäftsführer Samir Arabi informiert.

Nüchtern sagt der Trainer: »Ich habe es zur Kenntnis genommen und die Hoffnung, dass Lösungen gefunden werden.« Ob er Unruhe in der Mannschaft fürchtet? »Nein.«

Kommentare

Wird klappen...Harry, fahr den Wagen vor;))

Raus aus dem Mittelmaß ist nach meinem Geschmack.@Harry,wir fahren nach Europa,da bin ich mir sicher.Ostwestfalen lässt sich nicht lumpen und wird jetzt das Zugpferd der Region aufpolieren.Es wird mal wieder Zeit oben anzuklopfen...Skol.

Hoffentlich klappt's

Nun, spätestens bis zum 15.01. (Ende der Nachlizensierungsphase) muss Arminia lt. WB Liquidität nachweisen. Bis zum 15.01. werden wir also (schon wesentlich mehr) Klarheit haben, auch wenn Laufer oder Rejek heute noch nichts sagen.
Bis dahin heißt es – wie ich gestern bereits schrieb – also abwarten und Tee trinken oder vielleicht doch besser: Fürst v. Metternich Rißling-Sekt genießen!?
Ein Konsortium ostwestfälischer Unternehmen hat sich ja zur Aufgabe gemacht, ein Hilfspaket in zweistelliger Millionenhöhe zu schnüren.
Das klingt natürlich wie Musik in meinen Ohren!
Nun, Saibene hat ja bereits gezeigt, dass man mit ihm zusammen was aufbauen kann und auch Rejek scheint wohl einen guten Eindruck hinterlassen zu haben.
Das Arminias treuer Partner Schüco o.g. Konsortium angehört, verwundert mich natürlich nicht. Schüco hat ja bereits in der Vergangenheit unter seinem damaligen GF Günter Reineke sehr viel für Arminia / die Region OWL getan. Seitdem ist der Name Schüco bei mir einfach positiv besetzt! Und auch sein Nach-Nachfolger hat m.E. umgehend nach Amtsantritt bei Schüco erkannt, worauf es wirklich ankommt u. worauf eben nicht…

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