Die Arminen freuen sich über das 5:0, doch Routinier Dick warnt Verhalten euphorisch

Bielefeld (WB). Die Fangesänge hallten noch nach, da erwies sich Florian Dick schon als Mahner. Kurz nach dem berauschenden 5:0 von Arminia Bielefeld gegen den FC St. Pauli sagte der Rechtsverteidiger des DSC: »Aus meiner Erfahrung sind die Punkte zwischen 30 und 40 die schwersten.«

Von Jens Brinkmeier
Fanklub: Arminias Trainer jubelt den Anhängern zu, die extra aus Basel nach Bielefeld gereist waren.
Fanklub: Arminias Trainer jubelt den Anhängern zu, die extra aus Basel nach Bielefeld gereist waren. Foto: Thomas F. Starke

Dick muss es wissen. Der 33-Jährige absolvierte am Freitag sein 260. Zweitligaspiel. Dazu kommen 62 Partien in der 1. und 38 in der 3. Liga. Er hat in seiner Laufbahn schon ganz andere Sachen erlebt. Was der Routinier mit seiner Warnung meint: Auch die 25 Punkte aus den bisherigen 16 Saisonspielen und Tabellenplatz fünf seien kein Ruhekissen.

Saibene: »Unglaublich stolz, Trainer von Arminia zu sein«

Trotzdem war die Stimmung auf der Alm beim letzten Heimspiel des Jahres natürlich fantastisch. »Oh, wie ist das schön«, sangen die euphorisierten DSC-Fans schon nach dem 4:0 durch Konstantin Kerschbaumer (77. Minute).

St.-Pauli-Fans randalieren

Einige Fans des FC St. Pauli ließen ihrem Frust auf dem Osnabrücker Hauptbahnhof freien Lauf. Bei einer Umstiegspause kam es am Freitag zu Auseinandersetzungen mit einer kleineren Gruppe. Nach »gegenseitigen Provokationen«, so die Polizei, flog mindestens eine Flasche aus Richtung der St. Paulianer. Drei Personen wurden dadurch leicht verletzt, eine weitere Person durch einen Schlag. Die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen vor Ort war und Pfefferspray einsetzte, ermittelte die Personalien von 35 Hamburgern.

Nach dem Abpfiff wurden die Feierlichkeiten ausgedehnt . Die komplette Mannschaft war auf dem Zaun vor der Südtribüne. Jeff Saibene musste nach den ersten Interviews noch mal zurück: »Wir woll’n den Trainer sehn«, skandierten die Fans. Und der Luxemburger nutzte den Moment. Er schnappte sich das Mikrofon und dankte den Anhängern. Saibene sagte, er sei »unglaublich stolz, Trainer von Arminia zu sein«. Sogar Fans aus Basel waren mit einer »Jeff«-Fahne angereist.

Der Coach gab seinen Spielern das Wochenende frei und konnte die Zeit mit seiner Frau genießen, die aus der Wahlheimat Schweiz angereist war. »Ich denke, nach so einem Spiel können wir uns auf dem Weihnachtsmarkt blicken lassen«, scherzte er.

Von Montag an gilt die volle Konzentration aber dem SV Sandhausen. Dort bestreitet der DSC am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) das letzte Hinrundenspiel. Theoretisch könnte Arminia die Hinrunde auf Platz vier abschließen.

Kommentare

Kommt Zeit, kommt Rat...

Jeff hat bis jetzt für Arminia Bielefeld gute Arbeit geleistet. Die 2. BL ist eine verrückte Klasse. Da schlägt jeder jeden, je nach Tagesform. Arminia geht mit großen Schritten in Richtung Klassenerhalt. Taktisch hat das Team in den Letzten 3 Spielen einen positiven Trend hingelegt. Ich hoffe das dies noch lange anhält. Jetzt müssen alle die Ruhe bewahren und zusammen halten. Wir sind Ostwestfalen.

Jeff is the King

Ich kann mich noch an die kritischen Stimmen, besonders im Nachbarforum, erinnern, die vor zu voreiliger Euphorie mahnten und Vorsicht gegenüber unserem Jeff einforderten. Da schien besonders der Beutelipper ein gebranntes Kind zu sein, einer, der den jungen Rüdiger R. in den Himmel gehoben hatte und nur kurze Zeit später erkennen mußte, daß nicht nur seine fußballerischen Erkenntnisse begrenzt waren und sind. Jeff ist ein für uns gemachter Trainer, der einfach paßt. Bescheiden, weltmännisch, diplomatisch und taktisch auf höchstem Niveau bringt er uns Bielefelder dorthin, wo wir hingehören! An die Spitze! Nicht die Lipper, nicht die Ostwestfalen, nein wir Bielefelder sind es, die, die in Autos sitzen, deren Kennzeichen mit BI beginnen und die bereits dort angekommen sind, wo unsere lieben Nachbarn aus Lippe und den Anrainern erst noch hinwollen. An der Spitze. Und Arminia wird folgen, ganz sicher. Bei unseren Nachbarn würde ich es mir auch wünschen, aber sicher, ganz sicher, kann ich mir da leider nicht sein.

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