Kompakt und kompromisslos aus der Mini-Krise – Jetzt will Arminia mehr Zurück zu alter Stärke

Bielefeld (WB). So flott geht das in dieser verrückten 2. Liga: Kaum haben die Arminen mit dem 2:0 in Kaiserslautern ihre Mini-Krise beendet, könnten sie plötzlich sogar dem Tabellendritten auf den Pelz rücken. Ein weiterer Sieg am Freitag gegen den FC St. Pauli, und Bielefeld würde den Rückstand auf den Relegationsrang bis auf einen Zähler verkürzen. Zumindest für eine Nacht.

Von Dirk Schuster
Kollektive Freude: Trainer Jeff Saibene (ganz in blau) und die Arminen feiern mit Torschütze Andreas Voglsammer (Nummer 21).
Kollektive Freude: Trainer Jeff Saibene (ganz in blau) und die Arminen feiern mit Torschütze Andreas Voglsammer (Nummer 21). Foto: Thomas F. Starke

»Das ist zweifellos eine schöne Momentaufnahme«, sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi betont sachlich: »Aber mir persönlich geht es vielmehr um die Punkte und um unsere Leistung.« Nachdem die Partien zuvor von teils heftigen Schwankungen gekennzeichnet und die Arminen deshalb fünf Mal in Folge sieglos geblieben waren, war die Partie in der Pfalz ein Schritt nach vorn. »Wir haben zu dem zurückgefunden, was uns am Ende der Vorsaison und auch in den ersten Spielen dieser Saison ausgezeichnet hat«, sagte Arabi: »Unsere Kompaktheit und das kompromisslose Verteidigen des eigenen Tores.«

Nach acht Spielen stand hinten mal wieder die Null. »Zu Null zu spielen hatte absolute Priorität«, sagte Trainer Jeff Saibene: »Das war Punkt eins auf meiner Liste.« Punkt zwei sei eine Präsenz über die volle Spieldauer gewesen, Punkt drei die Leidenschaft. Saibene: »Das waren die wesentlichen Bestandteile meiner Ansprache vor dem Spiel.« Und auch die wesentlichen Bestandteile der Kritik, die Arabi im Vorfeld öffentlich zum Ausdruck gebracht hatte. Insbesondere was die Zahl der Gegentreffer angeht, hatte der 38-Jährige den Finger in die Wunde gelegt. Zu Recht, wie Saibene nach dem Sieg am Sonntag meinte.

»Mir war klar, dass mal so eine Phase kommt«

Natürlich war auch dem Trainer bewusst, dass wir »eine schwierige Phase hatten«. Aber Krise? »Wir waren fünf Spiele lang sieglos. Jetzt sind wir seit drei Spielen

Mit vereinten Kräften: Stephan Salger (grätschend) und Torwart Stefan Ortega Moreno verhindern einen Lauterer Treffer. Foto: Thomas F. Starke

ungeschlagen. Man kann es immer so drehen, wie es einem am besten passt«, sagte der Coach: »Für mich sind das Spielereien, mit denen man eine Krise auch herbeireden kann, die für mich nie da war. Mir war klar, dass mal so eine Phase kommt«, begründete der Luxemburger, warum er nie unruhig geworden sei. »Weil ich das kenne. Ich habe das so oft erlebt«, sagte er mit Blick auf ein paar bewegte Trainerjahre in der Schweiz: »Es wäre komplett falsch gewesen, in Panik zu verfallen.«

Auch die Mannschaft wirkte in Kaiserslautern der Negativserie zum Trotz gefestigt. Nach einer anfänglichen Findungsphase hatte sie auf dem Betzenberg lange alles im Griff. Was natürlich auch an der Schwäche des Gegners lag, dem die Arminen in der hektischer werdenden Schlussphase zu viel Platz ließen. Dass die einst gefürchteten Roten Teufel maximal noch Rote Teufelchen sind, war natürlich auch Arabi aufgefallen. Gleichwohl betonte er: »Lautern war nach dem vorherigen Sieg in Dresden sehr motiviert. Und wir sind nach fünf sieglosen Spielen in Serie nicht gerade in unserer mentalen Hochphase da hingefahren. Darum muss man auch in Kaiserslautern erstmal gewinnen.«

Spannung bis zum Schluss – so ist das eben bei Arminia

Der stark aufspielende Führungstorschütze Andreas Voglsammer räumte nach der Partie indirekt ein, dass die Mannschaft zuvor nicht immer an ihr Limit gekommen war, indem er erklärte: »Jeder hat ein paar Meter mehr gemacht. Wir haben in Kaiserslautern wieder unsere Tugenden auf den Platz gebracht. Wir sind kompromisslos in den Zweikämpfen gewesen und haben hinten nichts zugelassen.« Lediglich das erlösende zweite Tor hätte seinetwegen gern ein bisschen früher fallen dürfen als in der fünften Minute der Nachspielzeit. Spannung bis zum Schluss – so ist das eben bei Arminia. Meinte jedenfalls Florian Dick: »Seit ich hier bin, kenne ich es nicht anders.«

Der Abwehrspieler freut sich nun auf das Duell mit St. Pauli, für das der DSC bereits 21.000 Tickets (davon 2000 Gästekarten) abgesetzt hat. Dick: »Geiles Spiel, Flutlicht, volle Hütte – was will man mehr?« Mal wieder einen Heimsieg zum Beispiel, das wäre doch was. Als Anschubhilfe für ein paar verrückte Träumereien. Wenn auch nur für eine Nacht.

Kommentare

Wir weichen vom obrigen Thema ab!
Weshalb hält sich die Redaktion über den User Beutelipper solange auf?
Bei der NW möchte man diesen User Beutelipper auch nicht mehr.

Weshalb vergeudet man die kostbare Zeit für so einen Typen?

Nur weiter so, arminiatreuer Michi. Ich traue Ihnen durchaus zu, eine weitere KF mit sagenhaften Kommentaren ins Nirvana zu befördern.

Positive Stimmung

Die alte Stärke ist aber noch lange nicht wieder erreicht. Die Mannschaft hat unter Saibene schon sehr viel besser gespielt. D.h.: "Zurück zu alter Stärke" ist der zu erfüllende Auftrag - und man hat den ersten Schritt getan -, aber noch (lange) nicht der Ist-Zustand. Aber die Stimmung ist nun wieder positiv. Eine wichtige Voraussetzung für weitere Fortschritte.
Auch hier in diesem Forum könnte doch positivere Stimmung und auch ein Schritt nach vorne gewagt werden: mehr Integration wagen! Als alter Messdiener darf ich den User Arminiatreuer darauf hinweisen, dass es "Litanei" heisst. Der Beutelipper als Sohn einer katholischen Mutter weiss das natürlich auch.

Warum so unausgeglichen

Beutelipper, mit Verlaub gesagt, sind Sie es nicht, bei dem immer wieder mal dunkle Gedanken Überhand gewinnen, Sie negative Stimmung ihr eigen nennen! Schauen Sie mal bewußt auf Ihren Artikel, von wegen Bashing. Sie züngeln gegen einen Pumuckel, machen sich über unseren Gegner Dynamo Dresden lächerlich, weisen einigen die Rolle von Antiarminen zu usw. Mittlerweile habe ich mich über Sie informieren lassen und ein sehr klares Bild erlangt. Ich würde bewußt von Unruhestiftung sprechen. Warum lassen Sie die Menschen nicht in Ruhe, warum immer wieder von Ihrer Seite diese Spitzzüngigkeiten? Ich verstehe durchaus, daß es Menschen in unserer Gesellschaft und in diesem wunderbaren Lipperland gibt, die glauben, im Leben zu kurz gekommen zu sein! Aber Herrgott nochmal, Beutelipper, nehmen Sie sich doch mal zusammen und seien Sie ein Mann! Nicht immer andere für die eigene Lebenskrise heranziehen und selbst in Lithanei erstarren. Nehmen Sie einen neuen Weg, auch externe Hilfe in Anspruch, aber bitte zeigen Sie hier, daß Sie verstanden haben, was wir Alten Foristen unter neuer Sachlichkeit verstehen. Dann kommen wir auch zusammen. Danke.

Mir wird nach dem Sieg in Kaiserslautern derzeit schon wieder viel zu viel spekuliert, nach oben geschielt und schöngeredet. Lautern war einfach unglaublich schwach - und dennoch hätte nicht viel gefehlt und der Ausgleich wäre gefallen. Die Bielefelder Überlegenheit war unübersehbar, aber die Fehlpassquote von ca. 30% auch. St. Pauli hat in Fürth das schlechteste Auswärtsspiel der Saison gemacht, sonst sind die Hamburger auswärts bärenstark. Sie werden sich am Freitag garantiert nicht noch einmal so schwach präsentieren, sondern auf Wiedergutmachung aus sein. Das wird ein ganzes schwieriges Match. Ich denke, ein 1:1 wäre ein realistisches Ergebnis ...

Guter Vorsatz

"Zurück zu alter Stärke", ein guter Vorsatz für Arminia. Und in der vorweihnachtlichen Zeit der Besinnung sollte eine ähnliche Kommentarfunktion wie diese sich auf alte Stärken besinnen, wenn es die jemals gab. Das regelmäßige Draufschlagen auf unseren Club durch Antiarminen zum Beispiel, oder das gegenseitige Bashing von Paderborner und Bielefelder Fußballfreunden. Wenn es das in Wirklichkeit jemals gegeben haben sollte, aber wer weiß das in Zeiten von Web 2.0 schon so genau. Dank des Meinungsmacherinstituts von der Niedernstraße wissen wir inzwischen mehr über Dünämö Dräsdn als unseren eigenen Verein, danke, lieber Pumuckl. Es wäre doch ein guter Vorsatz, im nächsten Jahr vielleicht um 10 % weniger lächerlich daherzukommen als zurzeit. Es wäre ein Anfang. Tja, lieber STOLPERHARRY. Zurückzukommen ist allein aus datenbanktechnischen Gründen gar nicht möglich, selbst wenn ich es wollte. Aber wer will schon Teil einer lächerlichen Einrichtung sein.

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