Arminia spielt 2:2 gegen Braunschweig Putaro rettet einen Punkt

Bielefeld (WB). Arminia Bielefeld kann im eigenen Stadion einfach nicht mehr gewinnen, hat aber immerhin die dritte Heimpleite in Folge verhindert.

Von Jens Brinkmeier
Zweikampf: Tom Schütz gegen den Braunschweiger Samson.
Zweikampf: Tom Schütz gegen den Braunschweiger Samson. Foto: Thomas F. Starke

Am 14. Zweitligaspieltag kam der DSC am Freitagabend vor 16.367 Zuschauern zu einem 2:2 (1:0) gegen Eintracht Braunschweig. Der eingewechselte Leandro Putaro traf in der 90. Minute für den DSC. Damit wartet das Team von Trainer Jeff Saibene aber seit dem 21. August (2:0 gegen Bochum) auf den dritten Heimerfolg.

Gleich auf vier Positionen änderte Jeff Saibene die Arminia-Startelf im Vergleich zum 1:1 in Aue. Zweimal wurde er dazu gezwungen: Für den gesperrten Julian Börner lief Youngster Henri Weigelt (19) in der Innenverteidigung auf. Andraz Sporar fehlte nach seiner Zahn-OP,  für ihn rückte Fabian Klos in den Sturm. Patrick Weihrauch agierte statt als Rechtsverteidiger im rechten offensiven Mittelfeld anstelle von Christoph Hemlein, auf der Doppelsechs spielte Manuel Prietl für Konstantin Kerschbaumer. Erstmals im Kader war der erst 17-jährige Stürmer aus der A-Jugend des DSC, Roberto Massimo.

Braunschweig versteckte sich nicht

Nach vier Spielen ohne Sieg machten die Arminen von Anpfiff an Dampf. Keanu Staude probierte es gleich zweimal, schoss aber jeweils über das Tor (3., 5. Minute). Doch dann gelang dem DSC die erste Heim-Führung seit dem 21. August (2:0 gegen Bochum). Nach einem Foul an Klos zirkelte Tom Schütz den Ball per direktem Freistoß ins Netz (7.).

 Braunschweig versteckte sich nicht und kam durch Stürmer Suleiman Abdullahi zu zwei Chancen, beide Male parierte Stefan Ortega Moreno (10., 21.). Dann hatte Klos das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Linksschuss wurde von Steve Breitkreuz abgeblockt und zur Ecke geklärt (25.). Kurz vor der Pause versuchte es dann Schütz noch mal mit einem Freistoß aus ähnlicher Position wie beim Tor. Doch dieses Mal wurde der Schuss abgeblockt (43.). Dann war Pause.

Kurz nach dem Wechsel hatten die gut 1000 mitgereisten Eintracht-Fans den Torschrei schon auf den Lippen. Aber Ortega Moreno konnte den Kopfball von Abdullahi aus kürzester Distanz klasse abwehren (48.). Acht Minuten später hatte der Arminia-Schlussmann dann aber erstmals das Nachsehen. Nach einem Eckball konnten die Bielefelder nicht klären, Abdullahi sagte Danke und es stand 1:1 (56.).

Der Joker stach

Salim Khelifi hätte für die stark in den zweiten Abschnitt gestarteten Gäste sechs Minuten später fast die Führung erzielt. Sein Schlenzer strich um wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Jan Hochscheidt machte es kurz danach besser. Nach Pass von Ken Reichel schoss Hochscheidt mit links ins rechte Eck zum 2:1 für die Gäste ein (64.). Da war die DSC-Abwehr völlig unsortiert.

Danach mal wieder eine Offensivaktion der Gastgeber. Staude scheiterte an Torwart Jasmin Fejzic (67.). Mit Hemlein für Weihrauch wollte Saibene dann für frischen Wind sorgen (70.). Hemlein hätte auch fast das 2:2 erzielt, doch seinen Kopfball parierte Fejzic (87.). Doch der Joker stach: Nach einer Ecke drückte Leandro Putaro den Ball in der 90. Minute zum 2:2 über die Linie.

Bielefeld: Ortega Moreno – Dick, Weigelt, Salger, Hartherz – Weihrauch (70. Hemlein), Prietl, Schütz (85. Brandy), Staude (77. Putaro) – Voglsammer, Klos

Braunschweig: Fejzic – Becker, Valsvik, Breitkreuz, Reichel – Samson – Hernandez, Yildirim (67. Schönfeld), Hochscheidt, Khelifi (73. Zuck) – Abdullahi (79. Tietz)

Schiedsrichter: Waschitzki (Essen)

Zuschauer: 16.367

Tore: 1:0 Schütz (7.), 1:1 Abdullahi (56.), 1:2 Hochscheidt (64.), 2:2 Putaro (90.)

Gelbe Karten: Prietl (4), Voglsammer (3) / Khelifi, Breitkreuz

Kommentare

halb leer

Für mich ist das Glas inzwischen eindeutig halb leer. Nur durch mehrere Glanzparaden Ortegas konnte ein höherer Rückstand verhindert werden. Auch auf der Gegenseite war der Keeper bei dem Kopfballaufsetzer aus kurzer Distanz unglaublich stark, aber Arminia hatte letztlich Glück, dass man noch den einen Punkt retten konnte. Immer und immer wieder sieht man die selben Baustellen. Beide Außenverteidiger werden permanent überlaufen und nach vorne kommen von dort auch überhaupt keine gefährlichen Aktionen. Der Spielaufbau, der in der ersten Hälfte noch ganz ansehnlich war, ist in der zweiten Halbzeit wieder nur auf lange Bälle reduziert worden. Da kommen dann hohe Anspiele ins Halbfeld, die kein Mensch vernünftig verwerten kann. Die Mannschaft ist in der Defensive einfach zu schwach besetzt und auch die nackte Zahl der Gegentore beweist diese These. Nur drei Mannschaften haben mehr Tore als Arminia bekommen. Spiele werden aber nun einmal aus einer guten Abwehr heraus gewonnen. Schade, dass Samir Arabi davon nicht überzeugt ist und lieber ein halbes Dutzend Offensive holt. Für Putaro hat mich das Tor gefreut, auch und gerade weil ich den in letzter Zeit häufig als überflüssig eingestuft hatte.

Arminia Fan aus dem Schwabenland

Beobachtungen
Ich beobachte seit über 30 Jahren die Arminia aus der Ferne. Genauer gesagt komme ich aus der Nähe von Stuttgart, bin aber dennoch Arminen Fan. In der Schüco Arena war ich einmal, auf der Alm nie, da mir zum einen die Zeit und die finanziellen Mittel fehlen. In Sandhausen und Heidenheim war ich immer dabei. Was mich wundert: warum spielt der Hartherz immer ? Ich war auch Linksverteidiger in meiner aktiven Fussballzeit aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. Dick, Behrend, Börner und Salger wären meine Favoriten. Aber wie gesagt: sind Eindrücke aus der Ferne. Alles Gute von Schwaben nach Ostwestfalen.

Mut

Ich habe 2 Mannschaften gesehen, die sich über weite Strecken des Spiels neutralisiert haben. Das sah anfänglich anders aus. Mit mehr Mut in der ersten Hälfte, hätten wir die Sache klar machen können.
In der 2. Hälfte waren wir wieder den schnellen Kontern nicht gewachsen. Interessant ist aber, das wenn der Rückstand da ist und die Zeit knapp wird, der Mut zurück kommt und der Druck auf das gegnerische Tor entfacht. Dann fällt auch zum Glück noch der Ausgleich. Mit noch mehr Glück wäre auch der Sieg möglich gewesen.

Arminia hat trotz der Drangzeiten von Braunschweig heute so gut gespielt wie schon lange nicht mehr, finde ich. In der ersten Halbzeit hätte noch das 2:0 fallen müssen, aber die Chancenverwertung war wieder einmal nicht gut und dann kommt es, wie es kommen muss .... Braunschweig hat eine starke Mannschaft, die hat in der zweiten Halbzeit mächtig aufgedreht und es war nur eine Frage der Zeit, wann es klingelte im Bielefelder Tor. Auch das 1:3 hätte noch fallen können, genau wie gegen Ingolstadt, doch Arminia hat sich den Ausgleich schließlich nimmermüde verdient. Das Ergebnis ist gerecht, ein mögliches 3:2 von Vogelsammer wäre wohl zuviel des Guten gewesen. Weigelt hat prima gespielt, auch Weihrauch hatte starke Szenen - Klos leider auch weiter glücklos. Natürlich wünsche ich mir endlich einmal wieder einen Dreier, doch auch mit dem Uneenrschieden heute kann ich gut leben.

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