Arminia-Angreifer Brandy vor Startelfdebüt gegen die Löwen Brandy: »Ich bin bereit«

Bielefeld (WB). Gegen Karlsruhe scheute Arminia noch das letzte Risiko. Doch Freitag im so wichtigen Heimspiel gegen 1860 München (18.30 Uhr, Alm) soll Neuzugang Sören Brandy nun sein Startelf­debüt für den DSC geben. Die Verletzung ist auskuriert, der Angreifer bläst zur Attacke. »Ich bin bereit«, verkündet Brandy.

Von Dirk Schuster
Gutes Signal: Sören Brandy hat seine Muskelverletzung überwunden und ist für das Kellerduell gegen München startklar.
Gutes Signal: Sören Brandy hat seine Muskelverletzung überwunden und ist für das Kellerduell gegen München startklar. Foto: Thomas F. Starke

Zwölf Tage ist es her, seit der 31-Jährige sich im Testspiel gegen Osnabrück (2:0) eine Muskelverletzung zugezogen hat. Zum Zweitliga-Rückrundenauftakt am Sonntag beim KSC (2:3) saß er deshalb zunächst 87 Minuten lang nur auf der Bank. Doch es geht voran: Am Mittwoch hat Brandy zum ersten Mal wieder voll mit der Mannschaft trainiert. Er sagt: »Ich habe mich gut gefühlt, auch in den Zweikämpfen. Einem Einsatz steht nichts im Weg.«

Trainer Jürgen Kramny wird das gerne hören. Und vermutlich nicht zögern, Brandy im Keller­duell gegen die Löwen in die Startelf zu beordern. Zumal Brandy heftig mit den Hufen scharrt: »Ich saß jetzt lange genug auf der Bank. Im Endeffekt stellt der Trainer die Mannschaft auf. Aber von mir aus darf es jetzt gern von Anfang an losgehen. Ich bin heiß.« Worauf Brandy abzielt: Bei Ex-Klub Union Berlin war der gebürtige Verler während der Hinrunde infolge einer Knie-Operation kaum noch gefragt. Deshalb fiel ihm die Entscheidung, im Winter zu wechseln, auch nicht sonderlich schwer. Im Trainingslager stieß er zum DSC (Vertrag bis Juni 2019). »Ich war richtig gut drauf in Benidorm und habe mich auch im anschließenden Testspiel gegen Osnabrück gut gefühlt.« Doch nach nur 25 Minuten war die Partie für ihn zu Ende. Die Verletzung brachte ihn etwas aus dem Rhythmus. »Das hat mich richtig genervt«, sagt Brandy.

Brandy drängt ins Team

Jetzt drängt er mit aller Macht ins Team, will unbedingt dabei helfen, dass Arminia die Kurve kriegt. Das wird wohl dazu führen, dass der in Karlsruhe so überzeugende zweite Winterzugang Reinhold Yabo eine Reihe weiter nach hinten rückt und Brandy die Position hinter Stoßstürmer Fabian Klos überlässt. »Reinhold hat gegen Karlsruhe gut gespielt. Er definiert sich eher als hängende Spitze. Aber einer wie er tut Arminia überall gut. Er ist zwar erst kurze Zeit hier, mit seiner Ballsicherheit und Laufstärke aber auch schon unheimlich wichtig für die Mannschaft«, lobt Brandy seinen vermeintlichen Konkurrenten. Doch einen solchen mag er in Yabo nicht sehen. »Der Erfolg geht nur über den Teamgeist. Wir haben bei Arminia alle ein großes gemeinsames Ziel, das wir erreichen wollen. Und was Reinhold angeht: Ich habe früher, als er noch für den Karlsruher SC am Ball war, nicht gern gegen ihn gespielt. Darum bin ich froh, dass er jetzt auf meiner Seite ist.«

»Schlitzohr« und »Strafraumschleicher«

Der Ruf, ein unangenehmer Gegenspieler zu sein, haftet auch Brandy an. »Schlitzohr« und »Strafraumschleicher« sind Begriffe, mit denen Mitspieler ihn beschreiben. Auch die Bezeichnung »Drecksau im Positiven« ist schon gefallen. Brandy lächelt. »Das alles bezieht sich ja auf meine Spielweise, nicht auf meinen Charakter. Ich glaube, ich bin ein umgänglicher Mensch und mit Sicherheit der Letzte, der einen Gegenspieler verletzen würde.«

Zwar geht Bielefeld als Tabellenvorletzter in die Partie am Freitag gegen München. Doch »wir haben noch genügend Spiele vor uns, um das Kind zu schaukeln«, sagt Brandy. Dass das Umfeld seit der jüngsten Niederlage beim KSC ein wenig nervöser geworden ist, lässt sich nicht wegdiskutieren. Doch Brandy betont: »Die Saison ist ein Marathonlauf, kein Sprint. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen. «

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