Im Kellerduell beim KSC geht es für Kramnys Arminen um viel Kramny: »Große Brisanz«

Bielefeld (WB). Jürgen Kramny (45) weiß, dass der Fokus am Sonntag im Wildparkstadion nicht auf ihn gerichtet sein wird. Doch vielleicht ist Arminias Trainer das auch ganz recht. Aus dem Schatten, den das viel beachtete  Zweitligadebüt seines Karlsruher Kollegen Mirko Slomka (49) werfen wird, ins Licht zu drängen – das ist das Ziel der Bielefelder.

Von Dirk Schuster
Nach sechs Wochen Pause wird es wieder ernst: Jürgen Kramny und der DSC starten in die Zweitligarückrunde.
Nach sechs Wochen Pause wird es wieder ernst: Jürgen Kramny und der DSC starten in die Zweitligarückrunde. Foto: Thomas F. Starke

Während Kramny bereits Mitte November den Trainerjob in Ostwestfalen übernahm, hat Slomka erst in der Winterpause den erfolglosen Tomas Oral beim KSC ersetzt. Der Existenzkampf in der 2. Liga ist für den international erfahrenen Slomka Neuland. Dass er hier einmal landen würde, hätte er nach seiner Beurlaubung beim Hamburger SV im September 2014 wohl selbst nicht gedacht. Doch nach zwei Jahren Pause verbietet es sich nunmal, besonders wählerisch zu sein.

Das weiß auch Kramny, der nach dem Erstligaabstieg im Sommer mit dem VfB Stuttgart ebenfalls eine Klasse tiefer wieder einstieg: »Die Strukturen auf dem Trainermarkt haben sich verändert. Früher gab es ein Portfolio von rund 30 Trainern, die für die Erstligisten in Frage kamen. Mal hat man den genommen, dann den anderen.

Jetzt sprießen Trainer aus dem Nachwuchsbereich nach. Die Zahl der Anwärter wird deutlich größer. Doch es gibt nur 36 Klubs in der 1. und 2. Liga. Das heißt: Wenn du nicht zu lange zuschauen willst, musst du irgendwann zugreifen.« Entscheidend sei, »dass man zu dem Verein wirklich passt«, findet Kramny.

Wert auf Kreativität gelegt

Slomka nennt er einen Trainer, »der das fußballerische Element fördert, der Wert auf Kreativität legt. Aber er weiß, dass die 2. Liga auch andere Dinge verlangt. Er wird seiner Mannschaft vermitteln, dass speziell in der aktuellen Tabellenregion auch Kampf dazugehört«, erklärt Kramny.

Sein eigenes Team sieht Arminias Coach gut auf das Kellerduell 15. gegen 16. vorbereitet (Anstoß 13.30 Uhr). »Wir stehen geordnet, spielen schnell nach vorne und kommen zu Chancen. Wir verteidigen gut zusammen, die Balleroberungen werden gut eingeleitet«, zählt Kramny die Eindrücke auf, die er im Training und in den Testpartien gegen Osnabrück (2:0) und gegen Warschau (2.1) gewonnen hat. »Die Mannschaft wirkt stabil«, urteilt er.

»Vernunftsentscheidung treffen«

Noch etwas instabil ist der Zustand von Sören Brandy. Der Angreifer, der fest für die Startelf vorgesehen war, klagt seit Tagen über muskuläre Probleme. »Er macht deutliche Fortschritte. Wir werden am Sonntag eine Vernunftsentscheidung treffen müssen«, kündigt Kramny an. Von der Tribüne bis zu einem Startelfplatz sei für Brandy noch alles drin.

Von der Einsatzfähigkeit des 31-Jährigen hängt ab, auf welcher Position der zweite Winterzugang, Reinhold Yabo (Leihspieler aus Salzburg), in Karlsruhe auflaufen wird. Spielt Brandy, agiert Yabo defensiver. Fällt Brandy aus, wird er dessen Rolle hinter Stoßstürmer Fabian Klos einnehmen.

»Reinhold spielt jetzt für uns – und das ist gut so«

Nach seinem Abschied im vorvergangenen Sommer vom KSC zum Brause-Klub Red Bull Salzburg erntete Yabo in Karlsruhe viel Kritik. Daran, dass er bei seiner Rückkehr in den Wildpark dem Druck standhalten wird, hat Kramny jedoch keinen Zweifel. »Er ist lange genug Profi. Wenn ein paar Leute pfeifen, wird er damit fertig. Reinhold spielt jetzt für uns – und das ist gut so.«

Ohnehin gehe es weniger um Yabo, als vielmehr um drei wertvolle Punkte im Kampf um den Ligaverbleib. Kramny: »Wir müssen nicht drumherumreden: Dieses Spiel hat eine große Brisanz.«

So könnte Arminia spielen

Hesl - Görlitz, Börner, Salger, Schuppan - Schütz, Junglas - Voglsammer, Yabo, Nöthe - Klos

Videobotschaft an die Fans

Zum Start in die Rückrunde haben sich die Arminia-Spieler einen besonderen Gruß an die Fans ausgedacht. In einer Videobotschaft schwören Spieler wie Fabian Klos, Julian Börner, Christoph Hemlein oder auch Neuzugang Sören Brandy die Anhänger auf die verbleibenden 17 Spiele ein.

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