Arminia-Neuzugang Yabo passt in keine Schublade Fußballer, Prediger, Politiker

Rheda (WB). »Der ungewöhnlichste Fußballprofi Deutschlands« – so lautete die Überschrift eines Artikels in der »Welt« vor gut zwei Jahren über Reinhold Yabo. Der damals 22-Jährige spielte beim Karlsruher SC, inzwischen ist er bei Arminia Bielefeld gelandet.

Von Jens Brinkmeier
Das erste Training als Armine: Reinhold Yabo will sich für den Klassenerhalt ins Zeug legen.
Das erste Training als Armine: Reinhold Yabo will sich für den Klassenerhalt ins Zeug legen. Foto: Thomas F. Starke

Und das ziemlich erfolgreich. Gleich im ersten Einsatz für den DSC konnte Yabo voll überzeugen. Am Samstag erzielte der Neuzugang beide Tore beim 2:0-Sieg in Osnabrück.  

»Ich würde mich nicht als so ungewöhnlich bezeichnen. Ich bin einfach ein offener Mensch«, sagt der 24-Jährige einen Tag zuvor nach seinem ersten Training im DSC-Dress bescheiden. Dabei ist Yabo sicher anders als die meisten seiner Profikollegen. Der Mittelfeldspieler saß während seiner Karlsruher Zeit als Abgeordneter im Stadtrat, außerdem predigte er in einer evangelischen Freikirche und auch in Salzburg, von wo er nach Ostwestfalen ausgeliehen wurde. »Ob ich das in Bielefeld auch mache, weiß ich noch nicht. Predigen ist meine Leidenschaft, das ist einfach in mir«, erklärt Yabo. Und die Politik? Bei Bielefelds Oberbürgermeister habe er sich noch nicht gemeldet, lacht er. Die damalige Erfahrung habe ihm aber ein neues »Bewusstsein dafür ermöglicht, wie Politik gemacht wird und welche Verantwortung dieser Beruf mit sich bringt«. Ob er später, nach der Fußballerkarriere, auch mal in diese Richtung geht? »Ausschließen will ich das nicht, aber ich habe viele Ideen«, so Yabo. Und Zeit hat er auch noch eine Menge, da noch einige Jahre als Profi vor ihm liegen.

Die Gegenwart heißt nun Arminia. »Ich bin hier top aufgenommen worden. Stephan Salger, den ich aus meiner Kölner Zeit kenne, hat mich zum Frühstück abgeholt«, verrät der Neuzugang. Beim Ex-Arminen Marc Rzatkowski (2011/12), der seit Sommer bei Red Bull Salzburg spielt, informierte sich der U17-Europameister über den DSC. »Er war mein Zimmernachbar. Er hat den Verein in den höchsten Tönen gelobt, das hat geholfen«, sagt Yabo, der sich dann recht schnell für den Wechsel nach Bielefeld entschied. In Österreich warf ihn zuletzt ein Knorpelschaden im Knie zurück, aber seit September ist er wieder am Ball und kam Ende des Jahres zu ein paar Einsätzen.

»Ich fühle mich gut, es geht vorwärts. Konditionell habe ich mich verbessert, auch wenn ich noch nicht bei 100 Prozent bin«, sagt Yabo. Spielpraxis wäre wichtig, und die soll der Neue schnell bekommen. An diesem Samstag um 14 Uhr stieg die Generalprobe vor dem Rückrundenstart der 2. Liga. Im Test beim Drittligadritten VfL Osnabrück stand Yabo in der Startelf.

Kommentare

Bewertung

Man sollte dieses Spiel überhaupt nicht bewerten! Auch wenn unser Neuzugang 2 Tore
geschossen hat. Der VFL hat angeblich mit " angezogener " Handbremse gespielt!

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