Arminias Aussortierte Dick und Brinkmann haben noch nichts Neues in Sicht Zukunft ungewiss

Bielefeld (WB). Gut anderthalb Wochen vor dem Start der Rückrunde in der 2. Liga gilt für zwei Arminia-Spieler vor allem eins: Zukunft ungewiss. Die beiden Aussortierten Florian Dick und Daniel Brinkmann spielen nach Auskunft der Sportlichen Leitung keine Rolle mehr. Der ihnen nahe gelegte Wechsel erscheint aber in weiter Ferne.

Von Sebastian Bauer
Florian Dick kann immer noch nicht nachvollziehen, dass er beim DSC keine Rolle mehr spielen soll. Ein Wechsel erscheint momentan eher unwahrscheinlich.
Florian Dick kann immer noch nicht nachvollziehen, dass er beim DSC keine Rolle mehr spielen soll. Ein Wechsel erscheint momentan eher unwahrscheinlich. Foto: Thomas F. Starke

»Die Freistellung bezog sich nur auf das Trainingslager. Ich gehe davon aus, dass ich am Freitag wieder mit der Mannschaft trainiere«, sagte Dick gestern gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. Wie berichtet hatte sich die Sportliche Leitung um Trainer Jürgen Kramny dazu entschieden, Rechtsverteidiger Dick (32) als auch Mittelfeldspieler Brinkmann (30) nicht mit ins Trainingslager nach Spanien zu nehmen. Stattdessen erhielten beide Spieler Sonderurlaub, um sich nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen. Doch da tut sich aktuell (die Wintertransferperiode endet am 31. Januar) weder bei Dick, noch bei Brinkmann etwas. »Ein Wechsel kommt für mich nur in Frage, wenn er für mich 100 Prozent Sinn macht«, sagte Florian Dick, dessen Vertrag beim DSC noch bis Sommer 2018 läuft. Daniel Brinkmann (Vertrag bis 2017) erklärte: »Ich möchte das Thema jetzt nicht weiter aufbauschen. Es ist, wie es ist und ich muss damit leben. Was anderes bleibt mir nicht übrig.«

Daniel Brinkmann.

Der Normalfall wäre, dass beide Profis am Freitag bei der Einheit des Zweitligakaders um 14 Uhr in Bielefeld auf dem Platz stehen. Arminia wäre allerdings nicht der erste Verein, der Spieler, die nicht mehr berücksichtigt werden, ins Training der zweiten Mannschaft abschiebt. Beim DSC wäre das die von André Kording trainierte U23-Oberliga-Mannschaft. Trainer Jürgen Kramny machte im WESTFALEN-BLATT-Interview (Ausgabe vom 17. Januar) unmissverständlich klar, dass Dick und Brinkmann ab sofort außen vor sind – das könnte zukünftig auch fürs Training gelten: »Wir haben uns vor dem Trainingslager entschieden, auf Florian Dick und auch auf Daniel Brinkmann zu verzichten und bei dieser Entscheidung bleiben wir. Sie spielen in unseren Planungen keine Rolle mehr.« Ähnlich äußerte sich Sportchef Samir Arabi: »Es ist klar, dass sich auch nach der Rückkehr aus Benidorm an der sportlichen Einschätzung nichts verändern wird.«

Mehr als eine Woche nach der Streichung aus dem Trainingslager-Kader ist dieser Schritt für Florian Dick weiter nicht nachvollziehbar: »Die Entscheidung verstehe ich immer noch nicht. Es ist absolut nichts vorgefallen, ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil, ich habe immer alles für den Verein gegeben, deshalb sind die rein sportlichen Gründe auch schwer nachvollziehbar.« Und der Abwehrspieler lieferte gleich die Begründung für seine Sichtweise: »Meine Leistungen in den vergangenen zwei Saisons waren nicht so verkehrt, denke ich. Wir haben sportlich alle Ziele erreicht. Verletzt ausgefallen bin ich nie, ich habe alle Einheiten mitgemacht. Dass man dann so rasiert wird, geht schwer in meinen Kopf rein.«

Kommentare

Absolut nachvollziehbar

Florian Dick hatte in der 1. Saison maßgeblichen Anteil am Aufstieg - kein Zweifel. In der darauffolgenden Saison konnte er da überhaupt nicht mehr anknüpfen, deutlich schwächer bei Standards und viel zu langsam , er ist ja auch ein relativ kräftig gebauter Spieler, so gingen viele Laufduelle klar verloren. Als Backup war er ok, mehr aber auch nicht . Der klare Abwärtstrend war erkennbar. Man hätte sich vor dieser Saison trennen sollen, dann wäre das korrekt gewesen. Mit Rehm kam ein Trainer, der laufintensiv geplant hat, klar. dass da ein FD keine Rolle mehrspielte, alles kann man auch nicht durch Auge und Erfahrung ausgleichen. Hier geht es wohl eher um das wann + wie als das warum. Zumal der neue Trainer , so denke ich, unvoreingenommen an alles ranging und er ist interessanterweise zum gleichen Ergebnis gekommen. Als ich Daniel Brinkmann das erste Mal lve auf dem Platz sah, dachte ich, dass der vorher irgendeinen anderen Sport betrieben hat, aber keinen Fussball. Er war permanent verletzt, ein Griff ins Klo von Herrn Arabi , genauso wie Per Kluge ... ausser Spesen nichts gewesen ....ich habe da keinerlei Mitleid, es sind Profis, die viel mehr Geld verdienen als Ottonormalverbraucher - das Geschäft und die Gesetzte sind bekannt. Augen auf bei der Berufswahl !

Respekt

@Bega: Ich finde es hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, wenn man einem Spieler nahelegt, sich einen neuen Verein zu suchen, wenn die dringend erforderlichen Leistungen auf seiner Position von ihm selbst nicht mehr erbracht werden können. Respektlos wäre es in der Tat, wenn man ihm kündigen würde. Doch hier sehen die Verträge ja anders aus und Flo Dick wird sein Gehalt noch bis zum 30.6.2018 erhalten. Respekt verdienen aber auch die Mannschaftskollegen, die Mitarbeiter des Vereins und auch die Zuschauer. Sie alle erwarten den Klassenerhalt und dafür ist es absolut notwendig, die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu bringen. Dazu gehört Flo Dick aber leider nicht mehr. Das man als klammer Club versucht, den Spieler, dessen Leistungen nachweislich nicht mehr ausreichen, zu einem Wechsel zu bewegen, um das eingesparte Gehalt in eine Qualitätssteigerung der Mannschaft zu investieren ist nicht nur sinnvoll und verantwortungsbewusst, es ist auch zwingend notwendig um dem Abstieg zu entgehen.

Freigestellt

Die Herren sind Führungsspieler. Sie haben mit ihrer Erfahrung einen besonderen Status, auch bei jüngeren Spielern. Nebenbei haben sie auch sicherlich ihre eigene Meinung, wie die Dinge so zu laufen haben. Ich denke das ist das Problem. Man möchte einen neuen Weg gehen und das in die Köpfe zu bekommen ist schwer genug. Da kann man die erfahrenen Kritiker, die ihre eigene Meinung ins Team tragen nicht gebrauchen. In der Wirtschaft heisst das dann, man hat unterschiedliche Meinungen über die Weiterentwicklung des Unternehmens. Schade für die Spieler, aber notwendig für den Verein. Die neue Struktur muss greifen. Sonst geht es ab in Liga 3.

Respektlos

Meiner Meinung nach hat Florian Dick bis zum letzten Spiel immer alles gegeben. Sicherlich nicht ununterbrochen in Bestform, aber das schafft auch kein anderer Spieler. Er war immer ein Führungsspieler, hoch motiviert und sicherlich auch ein Vorbild für die jüngeren Teamkollegen.
Und jetzt hat er plötzlich nicht einmal mehr die Chance sich im Trainingslager zu beweisen!?! Kann mir bitte mal einer erklären wieso der Verein jetzt derartig respektlos mit ihm umgeht? Ich verstehe es nämlich nicht! Hat er das Fußballspielen von heute auf morgen verlernt?!
Und selbst wenn es so wäre, so geht man doch nicht mit verdienten Mitarbeitern um! Aus sportlichen Gründen freigestellt damit er sich derweil nach einem neuen Arbeitgeber umsehen kann? Das finde ich armselig!!
Was macht das denn mit den Teamkollegen? Die denken sich doch "heute er, morgen ich!"
Loyalität kann diese Vereinsführung von ihren Spielern so nicht erwarten!
RESPEKT liebe Vereinführung!! Hinterfragt euch! Hochmut kommt vor dem Fall!

Aussortierung

Was ich schon am 13.01 .2017 kommentiert hatte , bewahrheitet sich . Es dreht sich nicht um die Leistung des Spielers sondern um Eitelkeiten des Managers. Wenn es um die Leistung geht ,muss vomTrainer der halbe Kader aussortiert werden .
In der jetzigen Situation sind solche Aktionen kontraproduktiv .
Nur mit Geschlossenheit ist der drohende Abstieg abzuwenden.

Realität

Natürlich ist es für die betroffenen Spieler hart, wenn sie ausgemustert werden. Doch etwas mehr Realitätssinn sollte auch bei Flo Dick (den ich absolut sympathisch finde) Einzug halten. Seine Zeit war bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison abgelaufen. Trainer Meier sortierte ihn bereits damals aus der Stammelf und probierte dort mit Görlitz einen jüngeren Spieler aus. Im Profisport gibt es nun mal Leistungsanforderungen, die kein Spieler auf Dauer erfüllen kann. Also nicht granteln, denn der DSC hat ihm ja einen guten Vertrag gegeben und hält diesen auch ein, sondern sehen, ob es in einem anderen Club noch eine Chance gibt.

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