Arminia Bielefeld arbeitet im »Manhattan Spaniens« an der Zweitligareife Party ist nicht

Bielefeld  (WB). Die meisten verbinden mit Benidorm vor allem eins: Party! Doch wenn der Zweitligatross des DSC Arminia Bielefeld in der Touristenhochburg an der Costa Blanca am Mittwoch sein Trainingslager bezieht, haben die Ostwestfalen vor allem eines im Sinn: den Klassenerhalt im Mai 2017.

Von Dirk Schuster
Hochhäuser soweit das Auge reicht: Benidorms Beliebtheit bei den Touristen tun die mehr als 300 Wolkenkratzer keinen Abbruch.
Hochhäuser soweit das Auge reicht: Benidorms Beliebtheit bei den Touristen tun die mehr als 300 Wolkenkratzer keinen Abbruch. Foto: dpa

In den acht Tagen an der Südostküste Spaniens soll der Grundstein gelegt werden, um dieses Ziel zu erreichen. Arminia reist als Tabellen-Drittletzter gen Süden. Wenn am 21. Mai die Saison endet, soll der Klub nach den Plänen von Trainer Jürgen Kramny mindestens einen Platz besser dastehen.

Im Vergleich zu den Bettenburgen, die das Bild Benidorms prägen, mutet das Hotel Melia Villaitana wie eine Oase der Ruhe an. Die Fünf-Sterne-Herberge, in der sich die Arminen mit den Bundesligafußballern des FC Schalke die Klinke in die Hand geben, liegt ein paar Kilometer vom Zentrum Benidorms entfernt im Inland.

Nichts soll die Konzentration stören

Das Hotel verfügt über einen eigenen Trainingsplatz. »Wir haben dank der Unterstützung unserer langjährigen Partneragentur Match IQ wie schon in den vergangenen Jahren erneut ein Top-Hotel zu sehr vernünftigen Konditionen gefunden«, sagt Samir Arabi. Für Arminias Sportchef ist es seit seinem Dienstantritt beim DSC vor fast sechs Jahren das erste Wintertrainingslager, das die Bielefelder nicht in der Türkei abhalten. »Neben den Sicherheitsbedenken ist die politische Situation in der Türkei der Grund, warum bei uns ein Umdenken stattgefunden hat«, erklärt der 37-Jährige.

Nichts soll die Konzentration der Arminen stören. Benidorm hält Winterschlaf. Die Stadt ruht sich aus, ehe in ein paar Monaten wieder die Touristenmassen einfallen. An manchen Sommertagen sind die Hauptstrände Playa de Poniente und Playa de Levante derart voll, dass unter den Sonnenschirmen und gebräunten Leibern kaum noch der gelb-gold-braune Sand zu sehen ist.

Benidorm: 300 Hochhäuser an der Küste

Statt der knapp 70.000 gemeldeten Einwohner steigt die Zahl der Bewohner Benidorms in der Haupturlaubszeit auf mehr als eineinhalb Millionen. Die meisten Besucher sind Briten, die sich im »Manhattan Spaniens« offenbar wohl fühlen. Die Stadt wird so genannt, weil sie gemessen an der Einwohnerzahl die größte Hochhausdichte der Welt aufweist. Weit mehr als 300 Wolkenkratzer säumen die Küste.

Im Sommer geht in Benidorm die Post ab. Die 300 Sonnentage im Jahr machen die Stadt 45 Kilometer nordöstlich von Alicante aber auch im Winter zu einem beliebten Reiseziel – nicht nur für Fußballer. Damit die DSC-Kicker schon zu ihrer ersten Einheit unter südlicher Sonne alles vorfinden, was sie benötigen, ist bereits am Montag eine Mini-Delegation mit dem Bulli gen Benidorm aufgebrochen. Bälle, Slalomstangen, Trainingsanzüge, Pylonen – Arminia-Zeugwart Rainer Schonz hat die gut 2000 Kilometer lange Strecke vor allem deshalb mit dem Transporter in Angriff genommen, weil das Übergepäck im Flieger sonst teuer geworden wäre.

Apropos Geld: Einen mittleren fünfstelligen Betrag lässt der DSC sich das Trainingslager kosten. »Die Gage für unsere Teilnahme am Hallenturnier vergangenen Sonntag in Gummersbach und die Einnahmen aus Freundschaftsspielen ermöglichen es uns, die Kosten zu decken«, betont Arabi. Und wenn am Ende der Ligaerhalt herausspringt, kehren die Spieler im Mai ja vielleicht sogar noch einmal auf eigene Kosten an die Costa Blanca zurück. Dann hätten auch sie allen Grund, in Benidorm das zu machen, was die meisten dort im Sinn haben: Party!

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Party zumindest für Arabi

Vielleicht werden die Spieler auch trainieren, aber der Manager hat garantiert nur Party im Kopf, sonst wäre er unterwegs, um die Abwehr zu verstärken, und um einen zweitligareifen Torhüter zu verpflichten. Aber der denkt bestimmt, die laufen ihm nach Spanien hinterher, um sich bei ihm vorzustellen

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