Neuzugang kann links und rechts spielen – erster Einsatz am Freitag gegen Lotte – von Heesen gab ihm Tipps Mak verleiht Arminia Flügel

Bielefeld  (WB). »Bitte stellt mir einfache Fragen, mein Englisch ist nicht so gut. Ich spreche nur polnisch«, sagt Arminia-Neuzugang Michal Mak (Lechia Gdansk) eingangs seines ersten Gesprächs mit der Bielefelder Presse. Nur um Augenblicke später mit seiner ersten deutschen Vokabel zu überraschen: »Flügelspieler«.

Von Dirk Schuster
Trainer Rüdiger Rehm bereitet Michal Mak (rechts) auf seinen ersten Einsatz heute im Test gegen Lotte vor.
Trainer Rüdiger Rehm bereitet Michal Mak (rechts) auf seinen ersten Einsatz heute im Test gegen Lotte vor. Foto: Thomas F. Starke

Er weiß eben, warum der DSC ihn geholt hat. Ganz klar: Mak soll Arminia Flügel verleihen. Das ist auch dringend nötig. Denn nach drei Saisonspielen wartet der Fußball-Zweitligist noch immer auf den ersten Sieg – und sucht auf den Außenbahnen weiterhin nach der Idealbesetzung. Während sich auf rechts Christoph Hemlein mit einer starken Leistung beim 4:4 gegen Berlin erst einmal festgespielt haben dürfte , lahmt der linke Flügel erheblich. Zuletzt bekam Michael Görlitz hier seine Chance. Genutzt hat er sie nicht. Mak ist derjenige, der auf kurz oder lang diese Position bekleiden soll.

»Michal ist ein Tempodribbler«

»Michal ist ein Tempodribbler. Er schlägt eklige Haken«, beschreibt DSC-Trainer Rüdiger Rehm, was Mak für seine Gegenspieler so unangenehm macht. Sechs Treffer in 23 Spielen sind dem 24-Jährigen in der vergangenen Saison in Polens höchster Spielklasse, der Ekstraklasa, gelungen. Rehm hofft, dass Mak auch in Bielefeld Torgefährlichkeit beweisen wird: »Michal hat sehr viele Abschlüsse. Er verfügt über einen guten rechten Fuß.« Der Pole schießt mit rechts und links, Rehm hat ihn auch wegen seiner Variabilität ausgewählt. »Er tut uns gut. Michal kann auf beiden Außenbahnen, aber auch als Spitze spielen. Ich sehe ihn aber zunächst mal auf außen.«

Im Ravensberger Stadion gegen Lotte

Dort soll er an diesem Freitag im Testspiel gegen den Drittligisten Sportfreunde Lotte (17.30 Uhr in Borgholzhausen, Ravensberger Stadion) erstmalig für Arminia auflaufen. »Ich brauche Training und Spielpraxis, um in Topform zu kommen. Ich bin bereit«, brennt Mak auf einen Einsatz. Kein Wunder. Denn seit einer Meniskusverletzung im April hat er lediglich zwölf Pflichtspielminuten absolviert. »Ich fühle mich sehr gut. Das Knie ist in Bielefeld genau untersucht worden. Alles okay«, versichert der Profi, der im nächsten Punktspiel beim FC St. Pauli (10. September) bereits gern mit von der Partie wäre. »Ich vermisse das Adrenalin«, sagt der quirlige Mak in flüssigem Englisch. In seinem Wechsel nach Bielefeld sieht er nun »eine sehr große Chance, den nächsten Schritt zu machen«.

Thomas von Hessen empfahl Wechsel nach Deutschland

Schon sein früherer Coach bei Lechia Gdansk, Thomas von Heesen, hatte ihm empfohlen, eines Tages nach Deutschland zu wechseln. Mak schwärmt in höchsten Tönen von Arminias ehemaligen Trainer und Manager: »Von Heesen ist ein sehr, sehr guter Trainer, der mir viel beigebracht hat. Er hat mir immer wieder gesagt, ich soll die Eins-gegen-eins-Situationen suchen.« Von September bis Dezember 2015 war von Heesen bei Lechia im Amt. Eine kurze Zeit. Lang genug jedoch, um bei Mak Eindruck zu hinterlassen. »Wenn er mal nach Bielefeld kommt, würde ich ihn gerne wiedersehen«, sagt Arminias Neuling.

Maks neuer von Heesen heißt Rüdiger Rehm. Der DSC-Trainer weiß, dass sein Schützling noch nicht wieder »über hundertprozentige Fitness verfügt«. Gleichwohl habe Mak gestern bereits in seiner ersten Einheit angedeutet, dass er eine Verstärkung sein kann. Rehm lobt: »Er hat taktisch schon sehr viel richtig gemacht. Ich musste wenig korrigieren.«

Wenn der Trainer Mak oder dessen Landsmann Tomasz Holota Anweisungen gibt, dann auf Englisch. Doch es sei wichtig, dass beide »schnell unsere Sprache lernen«, fordert Rehm. Der Deutschlehrer des Polen-Duos ist derselbe, der schon Ex-DSC-Stürmer Artur Wichniarek mit Begriffen wie Abseits, Viererkette oder Vertikalspiel vertraut machte. Ob er wisse, wer Wichniarek ist, wurde Mak gefragt. Auch diese Antwort gab er auf deutsch: »Der König.«

Kommentare

Viel Erfolg!

Okay, er muß noch Spielpraxis bekommen, wieder fit werden und mit Fußballsprache wird er sich erst einmal verständigen können... Das sieht doch schwer nach Soforthilfe aus, oder?
Dem Spieler wünsche ich viel Erfolg und eine bessere Bielefleder Zeit als die viel gelobten Einkäufe, die hier zuletzt gekommen und gegangen sind.

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