Arminias Kapitän prangert das Abwehrverhalten beim Löwen-Tor an Klare Worte von Klos

Bielefeld (WB). Die Arminia spannt ihre Fans in dieser Fußball-Zweitligasaison weiter mächtig auf die Folter. Fünf Heimspiele –  fünf Mal   kein Sieg.

Von Dirk Schuster
Es gab auch Grund zum Jubeln für Fabian Klos. Der DSC-Stürmer hatte Arminias Ausgleich  gegen 1860 München erzielt.
Es gab auch Grund zum Jubeln für Fabian Klos. Der DSC-Stürmer hatte Arminias Ausgleich gegen 1860 München erzielt. Foto: Thomas F. Starke

Das 1:1 am Freitagabend gegen 1860 München war saisonübergreifend sogar bereits die  neunte Pflichtpartie (sieben mal Liga, zwei Mal Pokal) in Folge auf der Alm, die der DSC nicht für sich entscheiden  konnte. Dass Fans und Mannschaft zuletzt gemeinsam  einen Heim-Dreier   feierten, ist fast ein halbes  Jahr her.  Am  18. April besiegte Bielefeld den Erzrivalen  Preußen Münster 2:1. »Die Jungs lechzen nach einem Sieg«, sagte Trainer Norbert Meier nach dem Remis gegen die Löwen. Wirklich anzusehen war  dem DSC das aber erst in der zweiten Halbzeit.

40 Minuten lang agierten die Ostwestfalen ganz und gar nicht wie  eine Mannschaft, die den Heimfluch auf Teufel komm raus besiegen wollte. Erst mit dem etwas überraschenden Ausgleichstor durch Fabian Klos fünf Minuten vor der Pause  änderte sich das.
München war früh in Führung gegangen (8.). Bei dem Treffer von Marius Wolf, den Korbinian Vollmann vorbereitete, passte die  Defensivarbeit des DSC  nicht. Kapitän Klos und auch Trainer  Meier waren sauer. »Beim 0:1 haben wir  extrem gepennt, da haben wir   ein richtig schlafmütziges Verhalten an den Tag gelegt«, schimpfte Klos. Meier meinte: »Da schlafen wir den Schlaf der Gerechten.« Dennis Mast hatte Vollmann gewähren lassen, Wolf stand vollkommen ungedeckt am Elfmeterpunkt und schoss ungehindert  ein.  Meier griff knallhart durch, nahm Flügelspieler Mast, der es nach langer Zeit Mal wieder in die Startelf geschafft hatte, nach nur 34 Minuten vom Feld. Der Coach: »Dennis  hat  überhaupt nicht in die Partie gefunden.«

Nach der Pause drückt der DSC auf die Tube

Nach dem Wechsel drückte Arminia endlich auf die Tube, wollte den Sieg erzwingen. Ohne Erfolg.  So richtig zufrieden war mit dem Resultat niemand. Doch Julian Börner, der in der Nachspielzeit die dickste Chance zum Dreier  vergab,  meinte: »Wir haben nicht verloren, wir haben einen Punkt. Wir dürfen das auch nicht so negativ betrachten. Irgendwann  werden wir belohnt.«

Was Börner meint: So schwer dem DSC  das Gewinnen auch fällt, so schwer ist es für die anderen Teams,   Arminia zu schlagen. Neun seiner zehn Punktpartien dieser Spielzeit  hat der Aufsteiger   nicht verloren. Das Problem ist bloß:   Ob das Arminia-Glas  nun halb voll oder halb leer ist, lässt sich  nach acht Unentschieden  beim besten Willen nicht  sagen. 

»Wir sind auf einem guten Weg«

 
Christoph Hemlein, der Klos’ Treffer mit einer prima Flanke vorbereitete, meinte immerhin erkannt zu haben: »Wir  haben wieder nicht verloren. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.«

Während der Länderspielpause können die  Arminen in Ruhe ihre Wunden lecken. Felix Burmeister war gegen 1860 mit heftigen Wadenkrämpfen ausgeschieden. Tom Schütz pausierte aufgrund muskulärer Probleme. Und  Stephan Salger spürt noch immer ein Ziehen im Adduktorenbereich. Bis zur Partie am 16. Oktober in Düsseldorf sollten alle wieder einsatzfähig sein.

Kommentare

Das Glas ist halb voll!

Warum lässt sich nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht sagen, ob das Glas halb leer oder halb voll ist? Für mich ist die Wahrheit in der Tabelle zu finden. Als Aufsteiger belegt Arminia vor den Sonntagsspielen Rang 12 und kann nach dem Spieltag maximal auf Rang 13 abrutschen. Das ist ein nicht zu leugnender Fakt. Wenn dieser Rang am Ende der Saison immer noch gehalten würde, so wäre ich damit absolut zufrieden.

Natürlich sehnen sich Fans und Spieler nach einem Heimsieg. Aber wie heißt es so schön? Jede Serie geht einmal zu ende. Eigentlich war sie ja schon gegen Bochum zu ende. Da hatte jedoch der - wohlwollend ausgedrückt - äußerst schwache Schiedsrichter mit seinem fragwüdigen Elfmeter etwas dagegen.

Arminia hat mit Bochum, Freiburg, Pauli, Braunschweig, Nürnberg und Heidenheim bereits sechs Gegner aus der Spitzengruppe bespielt und dabei nur einmal verloren. Einzig und allein Rattenball Leipzig fehlt noch in der Sammlung. Und auch dagegen wird Arminia nicht chancenlos sein, wie die bisherigen Spiele gezeigt haben.

Wir jammern hier auf einem ziemlich hohen Niveau. Unsere Sorgen hätten andere Vereine liebend gerne. Für mich ist daher das Glas derzeit halb voll!

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