Neuzugang und Derby-Torschütze erlebt bei Arminia in kürzester Zeit viele Aufs und Abs Das Leben des Brian

Bielefeld (WB). Was passt alles in fünf Spieltage? In Sachen Brian Behrendt jede Menge. Arminia Bielefelds Zweitligaprofi kann sicher nicht über zu wenig Abwechslung klagen. Den vorläufigen Höhepunkt seiner DSC-Zeit erlebte der 23-Jährige mit seinem Treffer zum 1:1-Zwischenstand beim Derbysieg (2:1) gegen den SC Paderborn.

Von Sebastian Bauer
Gefeierter Torschütze: Florian Dick (links) gratuliert Brian Behrendt (Mitte). Manuel Junglas freut sich mit.
Gefeierter Torschütze: Florian Dick (links) gratuliert Brian Behrendt (Mitte). Manuel Junglas freut sich mit. Foto: Thomas F. Starke

53. Minute, Freistoß in Paderborn, gut 20 Meter zum Tor: Brian Behrendt nimmt Anlauf und zimmert das Ding mit einem astreinen Strahl  und 116 km/h ins Netz. Während Paderborns Torwart Lukas Kruse  sich noch fragte, was da gerade an ihm vorbei gerauscht war, brüllte Behrendt schon seine Freude heraus. Später klang das nicht weniger erfreut, aber ruhiger: »Beim Aufwärmen hat sich abgezeichnet, dass ich ganz gut schießen kann. Deshalb bin ich zum Freistoß gegangen. Ich habe mich gut gefühlt. Dass es so gut geklappt hat, freut mich enorm. Das war die Wende im Spiel.«

Und spätestens die entscheidende Wende im Arminia-Leben des Brian. Denn  da war ja noch was. Erst zwei Wochen zuvor war der Neuzugang von Rapid Wien noch der Buhmann. Mit seiner unnötigen Gelb-Roten-Karte (58.) beim 2:2 in Duisburg brachte Innenverteidiger Behrendt den DSC beim Stand von 2:0 aus der Spur und damit womöglich auch um den Sieg – ein Bärendienst. »Nach dem Duisburg-Spiel war es für mich wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was zählt. Dass mir das so schnell nicht nochmal passiert, ist auch klar«, zeigte sich der Armine einsichtig.

Für den Bärendienst rehabilitiert

Dem Duisburg-Ärger folgte nun ein erfolgreicher Behrendt-Dienst. Aufs und Abs, wie sie den Neu-Bielefelder nun schon die gesamte Saison begleiten. Beim Saisonauftakt auf St. Pauli stand Brian Behrendt gleich in der Startelf. Leider wenig überzeugend: Schon in der Pause war Schluss für ihn. Im zweiten Spiel gegen den FSV Frankfurt war für Behrendt nur noch ein Bankplatz vorgesehen. Es folgte Duisburg mit bekanntem Ausgang.

Um so erleichterter war der Armine nach dem Derbysieg. Und überrascht, dass Keeper Kruse bei seinem Freistoß so untätig blieb. »Lukas Kruse hat vermutlich vorher zu wenig Videos von mir gesehen«, scherzte der Torschütze. Denn Freistoßkracher á la Behrendt gab es schon in Wien zuhauf zu bestaunen. »Bei Rapid habe ich lange die Freistöße geschossen. Nur am Ende nicht mehr. Wie man heute gesehen hat, muss man sich aber fragen, warum nicht mehr«, sagte Behrendt. Am Samstag stand  allerdings erst nach einer kurzen Arminia-Konferenz auf dem Rasen fest, wer überhaupt zum Freistoß antritt. Die potenziellen Schützen Florian Dick,  Manuel Junglas, Sebastian Schuppan, Tom Schütz und der später  Ausführende tagten und befanden: Behrendt schießt. »Ich kann so ehrlich sein, dass wir noch nicht wussten, wer von uns Fünfen schießt. Am Ende haben wir uns, glaube ich, für den Richtigen entschieden. Ich habe mich gar nicht so aufgedrängt. Das haben eher meine Mitspieler getan und gesagt, ich soll es machen«, berichtete Behrendt.

Das alles musste der zweite Matchwinner noch von der Bank aus beobachten. 70 Minuten war Michael Görlitz außen vor und dann plötzlich der Bielefelder Mittelpunkt des Derbygeschehens. Acht Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der 28-Jährige den 2:1-Siegtreffer. »Es war natürlich super für mich, wie es gelaufen ist. Ich gehe ins Eins gegen Eins, will mit links abschließen und  Hartherz kommt noch ganz leicht dran. Das macht es perfekt für mich, dass der Ball hinten ins Tor reinfällt«, schilderte der Armine den Moment, der den DSC-Tross und gut 2000 mitgereiste Fans in einen Freudentaumel versetzte

Kommentare

Klasse

Grandioser Sieg, auch wenn es kein Derby war !

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