Arminia ist nach dem Totalausfall gegen Braunschweig gewarnt – jetzt Derby in Paderborn »Wehret den Anfängen«

Bielefeld (WB). Wer es mit Arminia Bielefeld hält, ist Höhen und Tiefen gewöhnt. Mal früher, mal später: Irgendwann kommen die emotionalen Extreme. Nach vier Spieltagen in der 2. Liga ist nun der erste Tiefpunkt erreicht. Das 0:2 gegen Eintracht Braunschweig hat dem Aufsteiger klar die Grenzen aufgezeigt.

Von Sebastian Bauer
Arminias Florian Dick (hinten) hat das Nachsehen, Salim Khelifi den Ball.
Arminias Florian Dick (hinten) hat das Nachsehen, Salim Khelifi den Ball. Foto: Thomas F. Starke

Für einen Klub wie den DSC ist die 2. Liga ein Leben am Limit – immer volle Pulle, immer 100 Prozent. Trainer Norbert Meier wird nicht müde, diese Grundeinstellungen zu predigen. Vorsatz  und Umsetzung passten zuletzt meistens ziemlich gut zusammen. Engagement, Leidenschaft und Zweikampfverhalten glichen spielerische Defizite  aus. Bis  Braunschweig kam. Nach 90 Minuten und zwei Gegentoren herrschte auf der Alm nicht nur bei den Punkten Ebbe, sondern auch bei der Suche nach Einsatzwillen und Kampfbereitschaft.

»Wir kriegen riesige Probleme, wenn die Mannschaft nicht als Ganzes funktioniert.  Schnell müssen wir wieder dahin finden, was uns in den ersten drei Spielen ausgemacht hat«, sagte Norbert Meier. Der Aufsteiger war unruhig am Ball und wirkte verkrampft. Nur 45 Prozent aller Zweikämpfe entschied der DSC für sich – viel zu wenig für einen Aufsteiger. »Ich weiß nicht, warum wir verkrampft waren. Aber wir waren es«, gestand Sebastian Schuppan. Von »Weltuntergangsstimmung« wollte der Verteidiger deshalb nicht gleich reden. Meier merkte dafür aber an: »So Tage gibt es eben. Hoffen wir mal, dass davon nicht zu viele folgen. Verrückt machen müssen wir uns  nicht. Aber wehret den Anfängen.«

Nur ein Ausrutscher nach unten?

War dieser Anfang also nur ein Ausrutscher nach unten oder doch der Beginn einer dauerhaften Qualitätsfrage? Denn im Mittelfeld lief beim DSC so gut wie nichts zusammen. Kreative Impulse waren nicht messbar. Auf den Flanken passierte kaum etwas, im Strafraum noch weniger. Offensiv meldeten die Hausherren sich selbst ab – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Die Verstärkung der Offensive bleibt damit Thema. Sportchef Samir Arabi hält die Augen weiter offen, hat die Personalsuche noch nicht für beendet erklärt.

Und weil die Eintracht  an diesem Tag verdient gewann, aber glanzlos punktete, dürften sich einige unter den 18 383 Zuschauern erst recht geärgert haben: Ausgerechnet für diese Zweitliga-Magerkost verlangte der DSC   einen Topspielzuschlag bei den Tickets. Nur kam kein Arminia-Fan auf seine Kosten.

Bezeichnend war auch die schwache Darbietung von  Florian Dick. Nach 65 Minuten erlöste der Trainer seinen Abwehrroutinier von diesem »gebrauchten Tag«. Erstmals wurde Dick in einem Spiel für den DSC ausgewechselt. Und bekam später noch einen Rat von Meier mit auf den Weg: »Wenn es nicht läuft, ist es wichtig, dass ich wieder mit einfachen Pässen ins Spiel finde. Die schwierigen Dinge lasse ich dann.«

»Im Derby kann man einiges wieder gut machen«

Bleibt die Tatsache, dass es im nächsten Spiel nur besser werden kann. Die Möglichkeit der umfangreichen Rehabilitation besteht schon am Samstag (13 Uhr) im OWL-Duell beim SC Paderborn. »Im Derby kann man einiges wieder gut machen. Dafür muss aber deutlich mehr kommen«, betonte der ebenfalls schwache   Manuel Junglas.

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