15 Monate nach dem Abstieg kehrt Ex-Armine Patrick Schönfeld am Freitag mit Braunschweig nach Bielefeld zurück »Mich kann so schnell nichts schocken«

Bielefeld (WB). In drei Jahren bei Arminia Bielefeld hat der gebürtige Nürnberger Patrick Schönfeld viel erlebt, ehe er über Aue nach Braunschweig weiterzog. Am Freitag (18.30 Uhr) tritt der 26-Jährige mit der Eintracht bei seinem Ex-Klub auf der Alm an. Im Gespräch mit Jens Brinkmeier erinnert er sich an seine DSC-Zeit, erklärt die Gründe für den schwachen Start mit Braunschweig und verrät, dass er gerne noch einmal mit Fabian Klos in einer Mannschaft spielen würde.

Patrick Schönfeld (rechts, im Duell mit Daniel Halfar) kehrt morgen mit Braunschweig auf die Bielefelder Alm zurück.
Patrick Schönfeld (rechts, im Duell mit Daniel Halfar) kehrt morgen mit Braunschweig auf die Bielefelder Alm zurück. Foto: imago

Herr Schönfeld, Sie haben von 2011 bis 2014 bei Arminia gespielt und kehren morgen erstmals als Gegner zurück. Wie groß ist die Vorfreude?
Patrick Schönfeld: Ich freue mich sehr, das ist ein besonderes Spiel für mich. Wir wollen nach Möglichkeit den ersten Saisonsieg einfahren.

Sie waren sehr beliebt, der Abschied nach Aue geriet nicht ganz so positiv.Was für einen Empfang erwarten Sie?

Schönfeld: Das weiß ich nicht so genau. Bei meinem Abgang gab es  gemischte Meinungen bei den Fans. Was mich da genau erwartet, kann ich nicht sagen. Ich freue mich auf jeden Fall, in Bielefeld zu spielen, auch wenn es sicherlich ein komisches Gefühl sein wird, in die Gästekabine zu gehen.

Welche Art Spiel erwarten Sie?
Schönfeld: Arminia ist gerade zuhause und defensiv  stark. Sie haben noch kein Gegentor bekommen in den drei Spielen dieser Saison – zumindest, wenn sie mit elf Mann auf dem Platz waren. Es wird   schwer, das Bollwerk zu knacken. Ich glaube, es wird ein Geduldsspiel werden für beide Mannschaften. Das wird eine schwere Aufgabe.

Was trauen Sie Ihrem Ex-Verein generell zu in dieser Spielzeit?
Schönfeld: Ich glaube, sie haben eine   gute Truppe, die im vergangenen  Jahr durch die 3. Liga marschiert ist. Und sie haben auf jeden Fall das Potenzial, auch in der 2. Liga eine gute Rolle zu spielen. Zu was es dann letztlich reicht, wird sich zeigen. Aber ich glaube nicht, dass sie mit dem Abstieg etwas zu tun haben werden.

Und was sind  Ihre Ziele mit Braunschweig?
Schönfeld: Erstmal versuchen wir, besser zu spielen als in der Anfangsphase der Saison und auch erfolgreicher. Dann wird sich zeigen, wie es weitergeht. Wir haben uns den Start natürlich auch alle anders vorgestellt. Wir wollen jetzt so schnell wie möglich in die Erfolgsspur kommen, auch in der Liga. Am besten schon am Freitag.

Was sind denn die Gründe für den nicht so gelungenen Braunschweiger Start?
Schönfeld: Die Spiele waren alle auf Messers Schneide. Das erste Spiel zuhause gegen Sandhausen (1:3, Anm. der Red.)  ist unglücklich gelaufen, beim 0:0 in Kaiserslautern waren wir mindestens auf Augenhöhe; das kann man auch gewinnen. Zuletzt    gegen Leipzig (0:2) haben wir das Spiel bis zum 0:1 offen gehalten und hatten gute Gelegenheiten. Wir müssen als Mannschaft weiter an uns arbeiten, uns verbessern und noch ein bisschen mehr zusammen finden.

Jüngst wurde medial Kritik laut, auch an Ihnen. Sind die Erwartungen zu hoch? Wie schätzen Sie Ihre persönlichen Leistungen ein?
Schönfeld: Ich bin erst einmal froh, dass ich Fuß gefasst   und meine Spielanteile bekommen habe. Persönlich habe ich – wie die ganze Mannschaft auch – noch Luft nach oben.

Es war zu lesen, dass Ihr Trainer Torsten Lieberknecht von der Mannschaft die Gründe hören wollte, warum sie nach dem 0:1 gegen Leipzig in einen Schockzustand verfallen sei. Was ist bei den Gesprächen herausgekommen?
Schönfeld: Wir haben das Spiel intern  mittels einer Videoanalyse aufgearbeitet und unsere Schlüsse daraus gezogen. Was   dabei herauskam, das bleibt in der Kabine.

Sie sind mit Arminia aufgestiegen, danach aber mit Bielefeld und direkt im Anschluss mit Erzgebirge Aue abgestiegen. Ist das eine Belastung, ein Makel? Und wie verarbeitet man das?
Schönfeld: Abstiege sind nie schön, aber sie gehören zum Fußball genauso dazu wie Aufstiege. Da muss man gestärkt aus der Situation rausgehen und das für sich verarbeiten. Nach dem Abstieg mit Arminia kann mich in diesem Fußballleben so schnell nichts mehr schocken.

Fabian Klos gilt als sehr guter Kumpel von Ihnen. Glauben Sie, dass Sie beide irgendwann nochmal zusammen spielen?
Schönfeld: Wir haben diese Woche natürlich schon ein bisschen geschrieben  und geflachst. Im Fußball weiß man nie, was passiert. Ich glaube, keiner von uns hätte etwas dagegen, wenn wir nochmal zusammen irgendwo spielen würden.

Und das könnte auch in Bielefeld sein?
Schönfeld: Da will ich mich nicht festlegen, das kann überall möglich sein.

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