DSC-Sportchef Arabi im Live-Chat über den Kader, seine Zukunft und Wanzen im Büro »Wir sind noch nicht am Ende«

Bielefeld (WB). Arminia Bielefelds Sportchef Samir Arabi war gestern beim WESTFALEN-BLATT zu Gast und stellte sich den Leserfragen im LiveChat. Da das Interesse riesig war, hier eine Auswahl von Fragen und Antworten.

Von Tilo Sommer
Zu Gast beim WESTFALEN-BLATT: Arminias Sportchef Samir Arabi chattet mit den DSC-Fans.
Zu Gast beim WESTFALEN-BLATT: Arminias Sportchef Samir Arabi chattet mit den DSC-Fans. Foto: Oliver Schwabe

»Armine«: Herr Arabi, wie gut ist die Mannschaft für die kommende Saison aufgestellt?

Samir Arabi: Wir sind mit der Kaderplanung sehr zufrieden. Wir haben die eingespielte Mannschaft punktuell verstärkt.

»Armineholland«: Werden noch weitere Spieler abgegeben/verpflichtet, oder ist die Kaderplanung abgeschlossen?

Arabi: Stand jetzt ist es nicht mehr geplant, einen weiteren Spieler abzugeben. Es ist bis dato kein Spieler bei mir gewesen, der geäußert hat, dass er den Verein verlassen möchte.

»Fritz«: Gibt es bezüglich des skandinavischen Stürmers neue Entwicklungen?

Arabi: Grundsätzlich wollen wir, wenn es sich ergibt, einen anderen Stürmertyp dazunehmen. Es stimmt, dass wir in Skandinavien unterwegs waren. Aber das heißt nicht definitiv, dass wir einen Stürmer von dort verpflichten.

»DSC-Dirk«: Gerüchten zufolge sind vor einiger Zeit die Berater von Heiko Westermann, der immer noch vereinslos ist, in Bielefeld gesichtet worden. Kann/will Arminia sich solch einen Spieler leisten, und könnte er die Abwehr verstärken?

Arabi: Gut aufgepasst. Ich habe mich mit dem Berater getroffen, aber es ging um eine andere, persp­ektivische Geschichte... Wir wollen und können unser Gehaltsgefüge nicht sprengen. So ein Transfer wäre unrealistisch.

»Daniel«: Kurzfristiges Ziel wird wahrscheinlich der Verbleib in Liga zwei sein, mittelfristig den Verein zu einem gestandenen Zweitligisten zu machen. Ist langfristig auch der Angriff auf die 1. Bundesliga geplant?

Arabi: Es geht jetzt erstmal darum, dass wir uns in der Liga etablieren und das Image der Fahrstuhlmannschaft verlieren. Ob wir in einigen Jahren in der Lage sind, die 1. Liga anzugreifen, hängt sicherlich auch stark von den wirtschaftlichen Möglichkeiten ab. Man sieht an den Beispielen Fürth, Düsseldorf, Braunschweig oder Paderborn, wie schwierig es ist, sich in der 1. Liga zu etablieren. Es gibt auch immer mehr wirtschaftlich starke Konkurrenz, Stichpunkt RB Leipzig.

»MB«: Wie stehen Sie zu Ausstiegsklauseln in Spielerverträgen? ernstM: Und präzise gefragt: Gibt es im Vertrag von Fabian Klos eine Ausstiegsklausel?

Arabi: Präzise geantwortet gebe ich natürlich in der Öffentlichkeit keine Vertragsdetails bekannt. Aber anscheinend ist das WESTFALEN-BLATT manchmal auf der richtigen Spur (diese Zeitung hatte berichtet, dass Klos keine Ausstiegsklausel hat, Anm. d. Red.). Grundsätzlich versucht man als Klub, das Heft des Handelns in der Hand zu halten. Deswegen versuchen wir, auf Ausstiegsklauseln zu verzichten. Das ist in der heutigen Zeit für Vereine wie Arminia nicht immer möglich und man muss in dem einen oder anderen Vertragsgespräch Kompromisse eingehen.

»Andre«: Werden Sie Ihren Vertrag verlängern? Es wollten Sie ja andere Vereine haben.

Arabi: Zunächst habe ich ja im Januar 2014 einen unbefristeten Vertrag bei Arminia unterschrieben. Grundsätzlich fühle ich mich in Bielefeld sehr wohl. Die Arbeit macht mir Riesenspaß. Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung. Grundvoraussetzung für meine Arbeit ist, dass ich mich wohl fühle und dass wir den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen.

»Ugolini«: Wie schaffen Sie es, die Transfers so ruhig, fast abseits des medialen Interesses, über die Bühne zu bringen? In früheren Zeiten hatten wir dort extreme Probleme.

Arabi: Danke für das Lob! Zunächst mussten wir die Wanzen von WESTFALEN-BLATT und Co. aus meinem Büro entfernen... Die Ruhe ist ein Aspekt, warum es derzeit so gut funktioniert. Wir haben kurze Entscheidungswege und wenig Mitwisser bis zum Vollzug.

»Juan-Lede«: Wie stellen Sie fest, ob ein Spieler charakterlich in die Mannschaft passt? Und haben Sie aus Charaktergründen auch schon mal von sportlich eigentlich guten Spielern Abstand genommen?

Arabi: Der Charakter ist sehr wichtig. Wir versuchen, viele Informationen in unsere Entscheidung einfließen zu lassen. Wir beobachten Spieler auch im Training. Da achten wir darauf, ob zum Beispiel ein Spieler die Bälle mitnimmt oder einfach an ihnen vorbeigeht. Oder wir schauen, ob ein Spieler auch mal länger draußen bleibt, um weiter an sich zu arbeiten. Und ja, wir haben auch schon mal nach einem Gespräch zusammen mit dem Trainer beide das gleiche Gefühl gehabt und dann von dem Transfer Abstand genommen.

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