Christoph Hemlein: Gladbach soll Gegenwind spüren Selbstbewusste Arminen

Bielefeld (WB). Die Rollen sind klar verteilt: Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist am Mittwoch (19 Uhr, Sky) beim Drittligisten Arminia Bielefeld der klare Favorit. Klein beigeben will der krasseste Außenseiter im DFB-Pokal-Viertelfinale aber ganz und gar nicht.

Von Sebastian Bauer
Vorwärts, Arminia! Die Choreografie der »Süd« vor dem Bremen-Spiel begeisterte das Stadion.
Vorwärts, Arminia! Die Choreografie der »Süd« vor dem Bremen-Spiel begeisterte das Stadion. Foto: Thomas F. Starke

Wieso auch verstecken? Die Bielefelder Pokalgeschichte dieser Saison weist ausreichend Sensationspotenzial auf. Wer das noch nicht mitbekommen hat, sollte bei Hertha BSC oder Werder Bremen nachfragen. Dort gibt es den Pokal nach unschönen Bielefelder Erlebnissen heute nur noch im Fernsehen. Auf der ausverkauften Alm wird dagegen die Hütte brennen. Und dieses Feuer wollen die Arminen mit in die Partie nehmen. »Wir wissen, was möglich ist. Das haben wir auf der Alm schon gegen zwei Bundesligisten gezeigt. Wenn das Stadion voll ist, pusht uns das noch mehr«, sagt Christoph Hemlein.

Mit einem blauen Auge

Klingt nach unbedingtem Willen. Zur verbalen Vorleistung liefert Arminias Rechtsaußen gleich noch den optischen Beleg. Das blaue Auge, ein Andenken aus dem Spiel gegen Cottbus vom vergangenen Samstag, wirkt wie Kriegsbemalung. Wenn auch unbeabsichtigt herbeigeführt, sieht selbst Hemlein darin ein gewisses Vorzeichen: »Das blaue Auge zeigt, dass wir kampfbereit sind.«

Der Bundesligadritte dürfte also vorgewarnt sein. Auf dem holprigen, ramponierten Alm-Rasen wartet ein bissiger Drittligist, der sich einiges vorgenommen hat. »Wichtig ist, dass wir in die Zweikämpfe gehen. Gladbach soll den Gegenwind spüren«, warnt Hemlein. Der Konkurrent dürfte verstanden haben.

Pokalschreck mit Selbstbewusstsein

Wegducken ist gerade also gar nicht das Ding der Arminen. Der Spitzenreiter der 3. Liga und Pokalschreck hat sich eine Menge Selbstbewusstsein erspielt. Und genau das soll seine Mannschaft nach Ansicht von Cheftrainer Norbert Meier auf den Platz bringen: »Wir müssen einen gewissen ostwestfälischen Stolz aufkommen lassen, dass wir auch wer sind. Arminia ist nicht irgendeine Bockwurst, die durch vier Freilose so weit gekommen ist. Bei aller Qualität, die der Gegner hat, muss man seinen eigenen Stolz haben.«

Norbert Meier: »Schlachtplan steht«

Taktisch könnte Arminia wie gegen Bremen auf ein 4-3-3 setzen. Defensiv würde damit einige Sicherheit erzielt werden. »Unser Schlachtplan für das Spiel steht. Wir müssen zusehen, dass wir nicht zu sehr öffnen. Gladbach darf nicht zu Kontertoren kommen«, erklärt der DSC-Trainer.

Zuschauen muss heute erneut Julian Börner. Wegen Adduktorenproblemen hat der Innenverteidiger noch Trainingsrückstand. Nach seinem auskurierten Kreuzbandriss steht Manuel Hornig dagegen erneut im Kader, aber noch nicht in der Startelf. »Manuel kann noch nicht so weit sein. Dafür war die Pause viel zu lang. Aber wir brauchen ihn, weil wir sonst keinen Innenverteidiger mehr auf der Bank hätten«, erläutert Meier. Zurück ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre in der Liga auch Stürmer und Toptorjäger Fabian Klos.

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