Großaspach holt Ex-Trainer zurück – Unterhachings Coach freut sich auf Bielefeld 1:4 gegen Ziege: Rapolder geht

Bielefeld (WB). Eine Liga, zwei Gefühlswelten: Am Tag nach dem 4:1 im Nachholspiel am Dienstag bei der SG Sonnenhof Großaspach freute sich Unterhachings Trainer Christian Ziege über »eine richtig gute Leistung«. SG-Coach Uwe Rapolder trat dagegen von seinem Posten zurück.

Von Jens Brinkmeier
Christian Zieges Unterhachinger sind im Moment gut drauf.
Christian Zieges Unterhachinger sind im Moment gut drauf. Foto: Thomas F. Starke

Rapolder, von März 2003 bis Mai 2005 bei Arminia Bielefeld, war erst im Oktober beim Aufsteiger eingesprungen, weil Sonnenhof-Trainer Rüdiger Rehm seine Ausbildung zum Fußballlehrer machte. Die ist nun fast abgeschlossen, Rehm übernimmt wieder von Rapolder. Der 56-Jährige hatte mit Großaspach zwar die ersten drei Spiele gewonnen, zuletzt aber sieben Partien nicht mehr (zwei Unentschieden, fünf Niederlagen). Das 1:4 im Nachholspiel gegen Unterhaching war zu viel des Guten. Er stelle sein Amt zur Verfügung, »auch um nochmal einen neuen Impuls zu setzen«, sagte Rapolder.

Ex-Großaspach-Trainer Uwe Rapolder. Foto: Thomas F. Starke

Christian Ziege hatte gestern deutlich bessere Laune. Der 43-Jährige, von Juni bis November 2010 Trainer bei Arminia, kletterte mit Unterhaching dank des 4:1-Sieges über den Rapolder-Klub mit nun 30 Punkten auf Platz 14. »Wir haben jetzt acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze, das ist natürlich super für uns, aber auch kein Ruhekissen«, sagte Ziege vor seiner Rückkehr am Samstag (14 Uhr) nach Bielefeld. »Das ist für uns ein Riesenbonusspiel in einem tollen Stadion mit tollen Fans, wie ich damals selber erfahren durfte. Ich freue mich total auf das Spiel auf der Alm«, ergänzte der frühere Nationalspieler.

Zieges Team tankt Selbstvertrauen

Seine Mannschaft habe durch den jüngsten Sieg zwar Selbstvertrauen getankt, eine Kampfansage kommt Ziege aber nicht über die Lippen. »Arminia ist der Topfavorit auf den Aufstieg, zwischen den beiden Vereinen herrschen komplett unterschiedliche Voraussetzungen. Wir spielen in der Offensive mit einer halben A-Jugend und DSC-Stürmer Fabian Klos verdient wahrscheinlich alleine so viel wie drei Viertel meines Kaders zusammen«, verglich Ziege. Regelmäßig geben die Rand-Münchener ihre besten Spieler ab und setzen dann wieder auf den Nachwuchs. Als er damals zu Arminia gekommen ist, habe der Klub wegen der großen finanziellen Nöte auch viele Spieler abgeben müssen. »Trotzdem meinten einige, wir müssten um den Aufstieg in die Bundesliga spielen. Hier in Unterhaching sind die Verantwortlichen realistisch, da verliert keiner die Nerven. Es dauert eben, bis es fruchtet, wenn man auf die Jugend setzt. Das haben damals bei Arminia viele nicht verstanden«, sagte Ziege. In diesem Geschäft seien oft Leute in wichtigen Positionen, »die selber keine Ahnung vom Fußball haben«.

Bei Arminia sind kurz vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen fast alle Profis an Bord und wollen sich über Unterhaching für das Werder-Spiel empfehlen. Gestern fehlten nur der noch in der Reha in Köln arbeitende Jerome Propheter und Peer Kluge, der wegen Magen-Darm-Problemen aussetzte.

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